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Was ist bei wiederholten Bluttransfusionen zu beachten?

Bei Patienten, die regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, besteht die Gefahr einer Eisenüberladung. Eisenchelatoren können eine Anhäufung von Eisen im Körper vermeiden, wobei eine konsequente Anwendung notwendig ist.

Was ist bei wiederholten Bluttransfusionen zu beachten ? Bei vielen Patienten, die an einer chronischen Störung der Blutbildung leiden, sind Bluttransfusionen ein wichtiger Teil der Therapie und müssen regelmäßig durchgeführt werden. Wenn wiederholt Blut oder Blutbestandteile übertragen werden, wird dem Patienten jedoch auch das im roten Blutfarbstoff enthaltene Eisen in größerer Menge zugeführt. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Patienten zu viel Eisen aufnehmen, das vom Körper nicht verwertet oder ausgeschieden werden kann, sondern sich in Organen ablagert und auf Dauer zu deren Schädigung führt. [1,2,3]

Wann sind regelmässige Blutübertragungen notwendig?

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die wiederholte Bluttransfusionen erforderlich machen können. Hierzu gehören unter anderem: [1,2]

  • Erblich bedingte Blutarmut (Anämie) wie die Sichelzellkrankheit oder die Thalassämie. Bei diesen Krankheiten ist die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der für den Sauerstofftransport im Körper wichtig ist, dauerhaft gestört.
  • Aplastische Anämien: Das sind Formen der Blutarmut, bei denen die Funktion des Knochenmarks und damit auch die Bildung der Blutzellen, z. B. der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), gestört ist. Hierzu gehören Krankheiten wie die Diamond-Blackfan-Anämie und die Fanconi-Anämie.
  • Bösartige Erkrankungen des Knochenmarks: Beispiele sind Myelofibrose oder verschiedene Formen von Blutkrebs (Leukämien). Auch bei diesen Krankheiten ist die Funktionsfähigkeit des Knochenmarks und damit auch die Blutbildung beeinträchtigt.

Auch vor oder nach einer Stammzelltransplantation, bei der krankes Knochenmark durch gesundes ersetzt wird, erhalten die Patienten oft mehrere Transfusionen. Dadurch soll z. B. die Wartezeit vor der Transplantation oder die Zeit, bis das transplantierte Knochenmark des Spenders voll funktionsfähig ist, überbrückt werden.

Regelmäßige Transfusionen können zu Eisenüberladung führen

In den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthalten. Dessen zentraler Bestandteil ist das Element Eisen. Erhält also ein Patient eine Blutkonserve mit Erythrozyten, dann werden ihm damit gleichzeitig auch etwa 200–250 mg Eisen pro Konserve übertragen. [1]

Der menschliche Körper hat demgegenüber nur einen täglichen Eisenbedarf von 1–2 mg und kann überschüssiges Eisen nicht aktiv ausscheiden und nur begrenzt speichern. Daher führen wiederholte Bluttransfusionen früher oder später zu einer Eisenüberladung. So kann es bereits nach 20 Transfusionen zu einer gefährlichen Anhäufung von Eisen kommen. [1]

Bei einer Überladung des Körpers mit Eisen ist dessen Konzentration im Blut und in der Leber deutlich erhöht. Daher lagert sich das Eisen in Organen wie Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse oder auch im Knochenmark ab und kann dort zu schweren Schäden führen. Mögliche Folgen sind beispielsweise eine Beeinträchtigung der Leber- und Herzfunktion, Funktionsstörung des Knochenmarks, Zuckerkrankheit und Fehlfunktionen der Schilddrüse oder des Knochenmarks. [1]

Eisenchelatoren können Eisenkonzentration im Blut senken

Patienten, die regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, sollten daher entsprechend kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden. Eine Möglichkeit hierzu ist die Therapie mit sogenannten Eisenchelatoren. Diese binden überschüssiges Eisen und ermöglichen so dem Körper, es auszuscheiden – die Eisenkonzentration im Blut sinkt und Organschäden können vermieden werden. [1]

Medikamente konsequent einnehmen

Die Wirkung von Eisenchelatoren zeigt sich erst nach längerer Zeit. Daher ist eine gute Therapietreue entscheidend für den Behandlungserfolg. Es ist also besonders wichtig, dass der Patient sein Medikament langfristig konsequent und wie vom Arzt verordnet einnimmt. Nur dann können die Eisenchelatoren die notwendige Konzentration im Blut erreichen und ihre optimale Wirkung entfalten.

Quellen:

  1. Nielsen: Therapieoptionen bei Eisenüberladungserkrankungen. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.
  2. Gesundheitsportal Onmeda. Bluttransfusion (Blutübertragung) (zuletzt besucht am 04.07.2015). http://www.onmeda.de/arztbesuch/untersuchung_behandlung/bluttransfusion.html.
  3. Iron Health Alliance. Sichelzellkrankheit: Pathophysiologie der Eisenüberladung, http://www.ironhealthalliance.com/de/disease-states/sickle-cell-disease/iron-overload-pathophysiology.jsp (zuletzt besucht am 04.07.2015).
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