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Bluttransfusionen - ein Überblick

Regelmäßige Bluttransfusionen sind z. B. bei Störungen der Blutbildung ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Doch wie wird eine solche Transfusion durchgeführt und was muss dabei beachtet werden?

Bluttransfusionen - Ein ÜberblickBei einer Bluttransfusion werden einem Menschen (Empfänger) Blut oder Blutbestandteile mittels einer Injektionsnadel (Kanüle) direkt in die Venen übertragen. Dabei kann das Blut von einem anderen Menschen (Spender) stammen oder es wurde dem Empfänger selbst vorher entnommen (Eigenblutspende).

Eine solche Blutübertragung kann notwendig werden, um einen massiven Blutverlust auszugleichen, der z. B. infolge eines Unfalls oder während einer Operation entstanden ist. Bei Patienten, die an einer Störung der Blutbildung leiden, sind Bluttransfusionen ein wichtiger Bestandteil der Therapie und müssen regelmäßig durchgeführt werden.

Woher kommt das Blut für eine Transfusion?

Die Bluttransfusion erfolgt über sogenannte Blutkonserven. Diese sind in Kunststoffbeuteln (Blutbeutel) abgefüllt und enthalten meist bestimmte Blutbestandteile wie rote Blutkörperchen (Erythrozyten) oder Blutplättchen (Thrombozyten), die aus dem Blut eines Spenders isoliert wurden. Nur noch selten wird heutzutage das Vollblut eines Spenders mit allen seinen Bestandteilen übertragen. [1]

Hergestellt werden Blutkonserven meist von großen privaten Anbietern oder Wohlfahrtsorganisationen, wie z. B. dem Deutschen Roten Kreuz [1]. Von diesen gelangen die Konserven an Ärzte und Krankenhäuser. Gelagert werden die Blutkonserven in sogenannten Blutbanken.

Verschiedene Tests im Vorfeld gewährleisten eine sichere Transfusion

Bei einer Bluttransfusion ist es wichtig, dass Spender- und Empfängerblut verträglich sind, also bezüglich Blutgruppe und Rhesusfaktor zueinanderpassen. Im Vorfeld nimmt der Arzt daher dem Patienten, der eine Bluttransfusion benötigt, Blut ab und bestimmt im Labor dessen Blutgruppe und Rhesusfaktor. Anhand der Ergebnisse kann er eine Blutkonserve mit dazu passendem Spenderblut auswählen. [1]

Die Verträglichkeit von Empfängerblut und Spenderblut wird durch eine sogenannte Kreuzprobe sichergestellt. Dabei werden die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) der Blutkonserve mit Blutplasma des Empfängers vermischt. [1] Blutplasma ist der gelbliche flüssige Bestandteil des Bluts, der zu 90 % aus Wasser und zu 10 % aus verschiedenen gelösten Substanzen, z. B. Eiweißen oder Nährstoffen, besteht. [2] Bei einer Unverträglichkeit kommt es zur Verklumpung (Agglutination) – die Transfusion darf dann mit diesem Blut bzw. diesen Blutbestandteilen nicht durchgeführt werden. [1]

Unmittelbar vor der Bluttransfusion führt der Arzt noch einen sogenannten Bedside-Test durch, um jede Möglichkeit einer Verwechslung der Blutkonserve auszuschließen. Dabei überprüft er mittels eines Schnelltests am Krankenbett, ob Blutgruppe und Rhesusfaktor des Patientenbluts und der Blutkonserve im Blutbeutel tatsächlich übereinstimmen. [3]

Wie ist der Ablauf bei einer Bluttransfusion?

Wenn der Bedside-Test in Ordnung ist, wird der Arzt die Blutkonserve im Blutbeutel an den Venenzugang des Patienten anhängen. [3] Während der ersten Zeit nach Beginn der Bluttransfusion überwacht der Arzt den Patienten, sodass er Unverträglichkeitsreaktionen sofort erkennen und notfalls entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann. [3] Eine Blutkonserve wird gewöhnlich über einen Zeitraum von drei bis vier Stunden übertragen, bei Bedarf auch schneller. [3]. Während der Bluttransfusion werden regelmäßig Blutdruck und Puls gemessen. [4]

Nach Abschluss der Behandlung muss der Patient noch mindestens 30 Minuten unter Beobachtung bleiben. Treten während oder nach der Bluttransfusion Beschwerden auf wie Kurzatmigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen oder Hitzewallungen, sollte dies sofort dem medizinischen Personal mitgeteilt werden. Dahinter können sich Komplikationen verbergen, die ein rasches medizinisches Handeln erfordern. In den meisten Fällen werden Bluttransfusionen jedoch gut vertragen. [3]

Eine Bluttransfusion wird von einem Arzt meist in einem hämatologischen Zentrum durchgeführt. Dies ist eine medizinische Einrichtung wie ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis, die Blutprodukte anwendet. Die Blutübertragung erfolgt in der Regel ambulant, d. h., der Patient kann am selben Tag wieder nach Hause gehen. [3]

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Dank strenger Vorgaben, die in gesetzlichen Richtlinien sowie dem Transfusionsgesetz zusammengefasst sind, gelten Bluttransfusionen heutzutage als sehr sicher. [1,5,6] Trotz aller vorausgegangenen Tests kann es dennoch in Einzelfällen zu Komplikationen kommen:

  • Zu den möglichen Risiken gehören Unverträglichkeitsreaktionen, also Abwehrreaktionen des Körpers auf Bestandteile der Blutkonserve. Mögliche Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder vorübergehender Blutdruckabfall. [1]
  • Eine weitere mögliche Komplikation einer Bluttransfusion ist die Übertragung von Infektionen mit Bakterien oder Viren wie HI-Virus oder Hepatitis-B-Virus. Da das gespendete Blut mehrfach auf mögliche Krankheitserreger getestet wird, ist hier die Gefahr jedoch äußerst gering. [1,5]

Wenn Spender- und Empfängerblut unverträgliche Blutgruppen aufweisen, reagiert das Abwehrsystem des Patienten auf die Fremdstoffe und es kann zu einem allergischen Schock, Herz-Kreislauf-Störungen und Nierenversagen kommen. Um solchen schweren immunologischen Komplikationen vorzubeugen, werden im Vorfeld der Transfusion verschiedene Tests wie Kreuzprobe und Bedside-Test durchgeführt. [1]

Regelmäßige Transfusionen können zur Eisenüberladung führen

Jedes rote Blutkörperchen enthält roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), der wiederum eisenhaltig ist. In jeder Blutkonserve mit roten Blutkörperchen sind daher auch 200–250 mg Eisen enthalten. Da der Körper aber nur einen täglichen Eisenbedarf von 1–2 mg hat, können wiederholte Bluttransfusionen zu einer Eisenüberladung führen. Wenn ein Patient mehr als 20 Erythrozytenkonzentrate erhalten hat, kann man davon ausgehen, dass eine Eisenüberladung vorliegt. [3]

Bei einer Eisenüberladung sind die Eisenwerte im Blut und in der Leber deutlich erhöht. Das Eisen kann in Organen wie Herz, Leber, Schilddrüse oder Knochenmark zu schweren Schäden führen. Beeinträchtigung der Leber- und Herzfunktion, Schädigung des Knochenmarks, Zuckerkrankheit und Unterfunktion der Schilddrüse sind z. B. mögliche Folgen. [3]

Patienten mit Anämie oder Blutkrebs, bei denen regelmäßig Blutübertragungen durchgeführt werden müssen, sollten daher entsprechend kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden. Hier besteht z. B. die Möglichkeit einer Therapie mit sogenannten Eisenchelatoren. Diese binden überschüssiges Eisen und ermöglichen so dem Körper, es auszuscheiden. [3]

Quellen:

  1. Gesundheitsportal Onmeda. Bluttransfusion (Blutübertragung); Stand Juni 2014. http://www.onmeda.de/arztbesuch/untersuchung_behandlung/bluttransfusion.html (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  2. https://www.plasmazentrum-wuerzburg.de/blutplasma (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  3. Goldmann DR. Praxishandbuch Medizin und Gesundheit. Dorling Kindersley; 2002.
  4. Bundesärztekammer, Paul-Ehrlich-Institut. Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten. http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/RiliHaemotherapie2010.pdf. (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  5. Gesetz zur Regelung des Transfusionswesens (Transfusionsgesetz – TFG). http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tfg/gesamt.pdf (zuletzt besucht am 20.02.2017).

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