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Woher kommt das Blut für die Transfusionen?

Bei großem Blutverlust oder bei massiv gestörter Blutbildung ist der Patient auf Blut eines Spenders angewiesen. Doch woher kommt dieses Blut eigentlich und was geschieht damit?

Wie Blut vom Empfänger zum Spender kommtDurch Bluttransfusionen werden jedes Jahr viele Menschenleben gerettet. Das Blut, das bei einer Transfusion übertragen wird, stammt von freiwilligen Blutspendern. Dieses Blut wird sorgfältig untersucht und aufbereitet. Es wird entweder direkt weiterverwendet oder als Blutkonserve in einer sogenannten Blutbank gelagert.

Welche Arten von Blutspende gibt es?

Blut besteht aus verschiedenen Anteilen. Zum einen den „festen“ Bestandteilen – den Blutkörperchen – zum anderen dem „flüssigen“ Anteil, dem Blutplasma. Oft wird sogenanntes Vollblut gespendet, das dann nachträglich in die verschiedenen Anteile getrennt wird. Es ist aber auch möglich, mit speziellen Verfahren nur einzelne Blutbestandteile zu spenden.
Die unterschiedlichen Arten von Blutspende erfordern unterschiedliche Prozeduren, die verschieden viel Zeit in Anspruch nehmen und verschiedene Voraussetzungen beim Spender erfordern.

Blutspender müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen

Grundsätzlich dürfen alle Personen im Alter von 18 bis 73 Jahren Blut spenden, Erstspender dürfen nicht älter als 64 Jahre sein (manche Quellen setzen die Altersobergrenze niedriger an). Nach Absprache mit dem Arzt können auch ältere Menschen als Spender zugelassen werden. Weitere Voraussetzungen sind ein Körpergewicht von mindestens 50 kg und ein stabiler Blutdruck.

Dauerhaft von einer Blutspende ausgeschlossen sind hingegen z. B.:

  • Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden oder litten, bei denen die Blutspende sie selbst oder den Empfänger gefährden könnte, z. B. schwere Herzerkrankung, Schlaganfall, Epilepsie
  • Menschen, die sich zwischen 1980 und 1996 in Großbritannien/Nordirland aufgehalten haben bzw. sich dort einer Operation/Transfusion unterzogen haben (Risiko einer BSE-Infektion)
  • Menschen mit schweren Infektionen wie z. B. HIV oder Hepatitis oder einer Krebserkrankung
  • Menschen, die drogen-, alkohol- oder medikamentenabhängig sind
  • Menschen, die in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind bzw. längere Zeit dort gelebt haben oder an Malaria erkrankt waren

Potenzielle Blutspender können vorübergehend von einer Blutspende ausgeschlossen werden, z. B.:

  • Wenn sie an einem unkomplizierten Infekt bzw. einer fieberhaften Erkrankung oder Durchfallerkrankung leiden
  • Bei Bluthochdruck oder stark erhöhten Blutfettwerten
  • Nach Einnahme bestimmter Medikamente und Antibiotika
  • Nach Zeckenstich
  • Nach Operation, Zahnextraktion, Impfungen sowie Tätowierungen oder Piercings
  • Während und bis zu sechs Monate nach einer Schwangerschaft

Innerhalb von 12 Monaten dürfen Männer maximal 6-mal, Frauen maximal 4-mal Blut spenden, zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen, damit der Körper den Blutverlust wieder ausgleichen kann (für Thrombozyten- oder Plasmaspenden gelten andere Abstände). Frauen haben in der Regel ein geringeres Körpergewicht als Männer – und damit auch weniger Blut – und verlieren außerdem mit der Menstruation regelmäßig Blut.

So läuft eine Blutspende ab

Vor jeder Blutspende überprüft der Arzt, ob die Person aktuell als Spender geeignet ist. Hierzu gehört eine Befragung nach gerade bestehenden oder kürzlich überwundenen Erkrankungen oder Ereignissen und eine körperliche Untersuchung. Ist der Spender geeignet, werden ihm zunächst einige Blutproben für nachfolgende Untersuchungen separat entnommen. Im Anschluss beginnt die eigentliche Blutspende. Dazu wird dem Spender im Liegen oder Sitzen aus einer Vene der Ellenbeuge Blut entnommen.

Das gespendete Blut wird aufbereitet

Schon bei der Blutspende wird das Blut in ein geschlossenes Beutelsystem geleitet, in dem sich eine Substanz befindet, die die Gerinnung des Blutes unterbindet. Vollblut, das alle natürlichen Bestandteile enthält, wird heutzutage kaum noch übertragen. In der Regel werden die einzelnen Blutbestandteile durch Filtern und Zentrifugieren voneinander getrennt und in die jeweils passenden Kammern des Beutelsystems geleitet. Dieses bleibt während des gesamten Vorgangs geschlossen, sodass Verunreinigungen vermieden werden. Wird Vollblut gespendet, so entstehen drei Endprodukte:

  • ein Konzentrat aus roten Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrat),
  • ein Konzentrat aus Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrat)
  • und Blutflüssigkeit (Blutplasma), die aus Wasser und verschiedenen gelösten Substanzen besteht.

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden während der Aufbereitung entfernt. Nur in Sonderfällen werden auch diese gezielt gespendet.

Blutplasma wird tiefgefroren und ist bis zu einem Jahr verwendbar. Erythrozytenkonzentrate können bis zu 42 Tagen gelagert werden, während Thrombozytenkonzentrate nur fünf Tage haltbar sind.

Laboruntersuchungen sorgen für Sicherheit

Die vor der Blutspende entnommenen Blutproben werden im Labor auf mögliche Infektionen hin untersucht, wie z. B. HIV, Hepatitis oder die Geschlechtskrankheit Syphilis. Außerdem wird die Blutgruppe bestimmt und die Zusammensetzung des Blutes überprüft (Blutbild). Ergeben die Untersuchungen Unregelmäßigkeiten bei den Blutwerten oder Hinweise auf eine Infektion, wird der Spender informiert und das Blut verworfen. Gegebenenfalls findet eine Nachuntersuchung statt.

Quellen:

  1. Website des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes https://www.blutspendedienst.com/blutspende/spendeinfos (zuletzt besucht am 26.04.2018)
  2. Website des Deutschen Roten Kreuzes https://www.drk-blutspende.de/index.php (zuletzt besucht am 26.04.2018)
  3. DocCheck Flexikon http://flexikon.doccheck.com/de/Granulozytenkonzentrat (zuletzt besucht am 26.04.2018)
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