Modell des menschlichen Hemoglobin
iStock-157475091-theasis

EISEN – EIN WICHTIGES SPURENELEMENT

Das Spurenelement Eisen spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Körper. Eisen dient z. B. dem Sauerstofftransport oder der Funktion von Enzymen. Der Eisengesamtbestand im Körper beträgt beim gesunden Menschen ca. 4-5 g.

Zum größten Teil findet sich Eisen im roten Blutfarbstoff (67 %), dem Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport im Blut zuständig ist1.

Hämoglobin besteht aus einer Eiweißkomponente, dem Globin, und der eisenhaltigen Hämgruppe, die je ein Sauerstoffmolekül binden kann1.

Außerdem ist Eisen in Form des sogenannten Speichereisens (27 %) vor allem in Leber, Milz und Knochenmark gespeichert, aber auch als Funktionseisen in Muskeln und Enzymen enthalten. Ein kleiner Anteil des Eisens ist im Blut an das Transportprotein Transferrin gebunden. Transferrin transportiert Eisen zu den Zellen1.

Ein Mangel an Eisen stört diese Prozesse und beeinträchtigt die Körperfunktionen, jedoch kann auch ein Überschuss an Eisen Gewebe und Organe erheblich schädigen.

Hämoglobin-Molekül
Novartis

EISEN – DIE DOSIS MACHT DAS GIFT

Wenn zu viel Eisen im Körper vorhanden ist, kann dieses nicht mehr gebunden werden und liegt dann als freies Eisen vor.

Eisen liegt im gesunden Körper normalerweise nicht frei vor, denn in dieser Form ist es für den Körper gefährlich. Stattdessen wird es zu Speicher- oder Transportzwecken an Eiweißstoffe gebunden. Ist zu viel Eisen im Körper vorhanden, ist die Kapazität der bindenden Eiweißstoffe irgendwann erschöpft. Eine solche Situation kann z. B. entstehen, wenn ein Patient regelmäßig Transfusionen roter Blutkörperchen erhält. Denn rote Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der wiederum Eisen enthält.

Eisen kommt im Körper in folgenden Formen vor:

Eisenformen im Körper
Novartis

FREIES EISEN REAGIERT MIT SAUERSTOFF

Eisenüberladung
Novartis

Freies Eisen wird von Körperzellen aufgenommen, vor allem in Herz- und Leberzellen, aber auch in blutbildende Stammzellen des Knochenmarks. In den Zellen reagiert das freie Eisen mit Sauerstoff, wobei schädliche Sauerstoff-Radikale entstehen (siehe Abb. 1). Diesen Zustand bezeichnet man als oxidativen Stress.

Oxidativer Stress löst Zellschäden aus, die auf Dauer zu Funktionsstörungen des jeweiligen Organs führen können. Für Patienten, die regelmäßig Transfusionen von roten Blutkörperchen erhalten, ist es deshalb besonders wichtig, die Eisenlast des Körpers im Blick und unter Kontrolle zu halten. Hierzu gibt es spezielle Blutuntersuchungen und auch bildgebende Verfahren.

QUELLEN:

  1. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage, de Gruyter, 2007.
  2. Pharmazeutische Zeitung online, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1418 (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  3. Ghoti H, et al. Changes in parameters of oxidative stress and free iron biomarkers during treatment with deferasirox in iron-overloaded patients with myelodysplastic syndromes, Haematologica, Aug 2010; 95(8): 1433–4. (zuletzt besucht am 15.05.2019).