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Bluttransfusion: Wie wird sie durchgeführt?

Bei einer Bluttransfusion erhält der Patient Blut oder Blutbestandteile über eine Vene. Hierbei sind verschiedene Maßnahmen wie Überprüfung der Verträglichkeit der Blutkonserve, Patientenaufklärung und Überwachung des Patienten erforderlich.

Heute werden für Transfusionen kaum noch Vollblutkonserven verwendet, sondern vorwiegend Blutpräparate mit bestimmten Blutbestandteilen, wie beispielsweise: [1]

  • Erythrozytenkonzentrate (enthalten überwiegend rote Blutkörperchen)
  • Thrombozytenkonzentrate (enthalten Blutflüssigkeit angereichert mit intakten Blutplättchen)
  • Plasma (Blutflüssigkeit, die Eiweiße und Nährstoffe enthält)

Natürlich ist auch eine Transfusion von mehreren dieser Bestandteile möglich, wenn der Patient diese benötigt. Aus dem Blutplasma können außerdem eine ganze Reihe weiterer Substanzen (z. B. Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren) isoliert werden, die dem Patienten selektiv übertragen werden können. [2]

Wo werden regelmäßig notwendige Bluttransfusionen vorgenommen?

Wenn Bluttransfusionen regelmäßig erforderlich sind, werden sie meist in einem hämatologischen Zentrum (Spezialeinrichtung für Diagnostik und Therapie von Blut- und Krebserkrankungen) durchgeführt. In der Regel erfolgen regelmäßige Transfusionen ambulant, d. h. Sie können am selben Tag wieder nach Hause gehen. [1]

Welche Maßnahmen sind vor einer Transfusion nötig?

Vor der Transfusion wird der Arzt Sie untersuchen und Sie nach Ihrem Befinden und aktuellen Beschwerden befragen. Außerdem wird er berücksichtigen, ob Sie Begleiterkrankungen haben, denn niedrige Konzentrationen an rotem Blutfarbstoff belasten die Organe, wie zum Beispiel das Herz. Wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden, kann es sein, dass Sie früher eine erneute Transfusion benötigen als ein herz-gesunder Patient. [3]

Der geeignete Abstand zwischen den Bluttransfusionen wird aber vor allem von Ihrem Befinden bestimmt. Der Maßstab sollte hierbei Ihre Lebensqualität sein. Der Arzt muss dabei die Eisen-Belastung durch eine Transfusion gegenüber den Beeinträchtigungen durch die Blutarmut abwägen.

Vor der Transfusion klärt der Arzt Sie außerdem über mögliche Risiken und Nebenwirkungen auf. Zusätzlich müssen Sie eine so genannte Einwilligungserklärung unterschreiben.

Sofern es sich nicht um eine Eigenblutspende handelt, vergewissert sich Ihr Arzt vor der Transfusion, dass die Blutgruppenmerkmale von Spender- und Empfängerblut zusammenpassen. Dazu hat der Arzt Ihnen zuvor Blut abgenommen und im Labor Ihre Blutgruppe und Ihren Rhesusfaktor bestimmen lassen. Wenn nichts gegen eine Transfusion spricht, legt er eine Kanüle (Injektionsnadel) als Zugang für die Transfusion in eine Vene. Außerdem stellt er vor jeder Transfusion sicher, dass das jeweilige Blutprodukt und -behältnis unversehrt sind und prüft das Verfallsdatum. [4]

Bei regelmäßigen Transfusionen: Dokumentation der Vortransfusionen

Wenn Sie regelmäßig Transfusionen erhalten, sollten Sie Ihren Transfusionspass stets auf dem Laufenden halten. Ihr Arzt dokumentiert in Ihrer Patientenakte natürlich ebenfalls alle für die Transfusion wichtigen Daten, wie z. B. AB0-Blutgruppe und Rh-Formel. [5] Diese beiden Blutgruppenmerkmale werden auch für die Kreuzprobe und den Bedside-Test benötigt.

Was ist eine Kreuzprobe und wozu wird sie gemacht?

Mit der sogenannten Kreuzprobe wird die Verträglichkeit von Empfänger- und Spenderblut sichergestellt. Dabei werden die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) der Blutkonserve mit dem Blutplasma des Empfängers vermischt. [4] Das Blutplasma ist der gelbliche flüssige Bestandteil des Blutes. Er besteht zu 90 % aus Wasser und zu 10 % aus verschiedenen gelösten Substanzen, z. B. Eiweißen oder Nährstoffen. [6] Bei einer Unverträglichkeit kommt es zur Verklumpung (Agglutination) von Empfänger- und Spenderblut – die Transfusion darf dann mit diesem Blut bzw. diesen Blutbestandteilen nicht durchgeführt werden. [5]

Was ist ein Bedside-Test und warum ist er nötig?

Unmittelbar vor der Transfusion muss von Ihrem Arzt oder unter seiner Aufsicht immer ein sogenannter Bedside-Test (AB0-Identitätestest) vorgenommen werden. Damit kann jede Möglichkeit einer Verwechslung der Blutkonserve ausgeschlossen werden. Dabei überprüft Ihr Arzt mittels eines Schnelltests am Krankenbett bzw. der Infusionsliege, ob Ihre Blutgruppe und Rhesusfaktor mit denen der Blutkonserve tatsächlich übereinstimmen. [4,5]

Wie wird die Transfusion durchgeführt?

Wenn der Bedside-Test in Ordnung ist, wird Ihr Arzt die Blutkonserve mit dem Venenzugang verbinden und die Transfusion starten. [3]

Nach Beginn der Bluttransfusion überwacht Ihr Arzt Sie über einen gewissen Zeitraum, damit er Unverträglichkeitsreaktionen sofort erkennen und notfalls entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann. [3] Die Transfusion dauert in der Regel drei bis vier Stunden, bei Bedarf aber auch kürzer. [3] Während der gesamten Bluttransfusion werden zur Kontrolle in regelmäßigen Abständen Blutdruck und Puls gemessen. [1,4]

Nach dem Ende der Transfusion müssen Sie noch mindestens 30 Minuten unter Beobachtung bleiben, wenn Sie ambulant behandelt werden mindestens eine Stunde. [4] Falls Sie während oder nach der Bluttransfusion Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen oder Hitzewallungen haben, sollten Sie dies sofort dem medizinischen Personal mitteilen. Dahinter könnten sich Komplikationen verbergen, die ein rasches medizinisches Handeln erforderlich machen. In den meisten Fällen werden Bluttransfusionen jedoch gut vertragen. [3]

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken von Transfusionen

Bluttransfusionen gelten heute dank strenger Vorgaben, die in gesetzlichen Richtlinien sowie dem Transfusionsgesetz zusammengefasst sind, als sehr sicher. [1,7] Trotz aller vorausgegangenen Tests kann es dennoch in Einzelfällen zu Komplikationen kommen:

  • Zu den möglichen Risiken gehören Unverträglichkeitsreaktionen, also Abwehrreaktionen des Körpers auf Bestandteile der Blutkonserve. Mögliche Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder vorübergehender Blutdruckabfall. [3]
  • Eine weitere mögliche Komplikation einer Bluttransfusion ist die Übertragung von Infektionen mit Bakterien oder Viren wie HI-Virus (Human Immundeficiency Virus; menschliches Immunschwäche-Virus) oder Hepatitis-B-Virus. Da das gespendete Blut mehrfach auf mögliche Krankheitserreger getestet wird, ist die Gefahr jedoch äußerst gering. [1,7]

Diese potentiellen Komplikationen werden durch die sorgfältige Herstellung der Blutprodukte, strenge Sicherheitskontrollen und eine angepasste Nachbehandlung minimiert.

Autor: Dr. Ruth Wissler

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