Älterer Mann sitzt auf Bank und schaut nachdenklich
Novartis

EISENCHELATOREN KÖNNEN ORGANSCHÄDEN VERMINDERN UND DAS LEBEN VERLÄNGERN

Liegt überschüssiges Eisen ungebunden im Körper vor, kommt es zur Bildung von sogenannten freien Radikalen. Diese können die Körperzellen schädigen und die Funktion der Organe langfristig beeinträchtigen. Eisenchelatoren können dadurch, dass sie die Ausscheidung des Eisens aus dem Körper möglich machen, diesen Mechanismus unterbrechen.

Außerdem gibt es Anhaltspunkte aus mehreren retrospektiven Studien mit MDS-Patienten, dass eine konsequente Therapie mit Eisenchelatoren einen günstigen Effekt auf die Blutbildung hat und daher die Notwendigkeit von Transfusionen womöglich reduziert und die Lebensdauer verlängern kann1,2. Erstmalig konnte dies auch in einer prospektiven Studie gezeigt werden3.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen erhalten.

EISENCHELATTHERAPIE VERLÄNGERT DAS GESAMTÜBERLEBEN

Eine effektive Eisenchelattherapie verlängert das Überleben von Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung deutlich.

Menschen, die auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen sind, können eine Eisenüberladung entwickeln. Zu der Risikogruppe zählen beispielsweise Patienten mit Beta-Thalassämie und myelodysplastischen Syndromen (MDS). Eine Überladung des Körpers mit Eisen wirkt sich schädlich auf die inneren Organe und ihre Funktion aus.

Die Behandlung mit einem Eisenchelator ist daher eine sehr wichtige Therapie. Sie sollte frühzeitig eingesetzt werden, um Organschäden zu verhindern und das Überleben der Patienten zu verlängern. So ergaben beispielsweise Untersuchungen bei Beta-Thalassämie-Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung, dass sie von der einer Eisenchelattherapie profitieren. Vor Einführung der Eisenchelatoren zur Behandlung der Eisenüberladung war die Überlebenszeit von Patienten mit Beta-Thalassämie deutlich geringer als heute4.

Eine Lebensverlängerung durch die Eisenchelattherapie kann auch bei MDS-Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung erreicht werden. An einer der Untersuchungen zur Eisenchelattherapie aus Frankreich nahmen 97 MDS-Patienten mit wiederholten Transfusionen teil. Patienten, die eine Eisenchelattherapie erhielten, hatten im Vergleich zu den nicht-chelierten Patienten einen Gesamtüberlebensvorteil von mehr als 5 Jahren5. Mittlerweile konnte in weiteren Studien mit MDS-Patienten, die wiederholt Transfusionen erhielten und mit Eisenchelatoren behandelt wurden, eine Verbesserung des Überlebens beobachtet werden6-9.

WICHTIG: EISENÜBERLADUNG VON ANFANG AN BEKÄMPFEN

Viele Patienten, die regelmäßig Bluttransfusionen benötigen, leiden an schwerwiegenden Grunderkrankungen.

Für Patienten und Ärzte steht dann im Vordergrund, zunächst diese akute, eventuell lebensbedrohliche Erkrankung zu behandeln10. Dies kann dazu führen, dass die Gefahr einer Eisenüberladung durch Bluttransfusionen aus dem Blick gerät. Denn jede Bluttransfusion, die Sie erhalten, enthält unter anderem auch Eisen, welches ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen ist. Leider kann Ihr Körper dieses Eisen nicht wieder ausscheiden, weshalb es sich mit jeder Bluttransfusion in Ihrem Organismus anreichert. Es kann zu einer gefährlichen Eisenüberladung kommen11.

Um von Beginn an systematisch festzuhalten, wann und wie viele Transfusionen durchgeführt wurden, führen Sie von der ersten Bluttransfusion an einen Transfusionspass mit sich. In ihm werden jede einzelne Bluttransfusion sowie Ihre Eisenwerte im Blutserum vermerkt. Sie erhalten den Transfusionspass von Ihrem behandelnden Arzt oder Sie können ihn hier downloaden. Bei einer Eisenüberladung in Folge von Transfusionen treten zunächst keine typischen Symptome auf. Wenn es jedoch zu Beschwerden aufgrund einer Eisenüberladung kommt, so muss möglichst rasch eine Therapie begonnen und konsequent verfolgt werden. So können Sie schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Schäden an Leber, Drüsen und Herz bekämpfen10,11.

Die moderne Therapie mit Eisenchelatoren kann eine Eisenüberladung und deren Folgen verhindern oder zumindest minimieren.

QUELLEN:

  1. Deutsche Lymphom- und Leukämiehilfe-Stiftung: Patientenbroschüre Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen oder aplastischer Anämie, https://www.leukaemiehilfe.de/nc/broschuerenangebot.html?tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=76 (zuletzt besucht am 15.05.2019)
  2. Pharmawiki, https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Eisenchelatoren (zuletzt besucht am 15.05.2019)
  3. Angelucci et al, www.bloodjournal.org/content/132/Suppl_1/234
  4. Borgna-Pignatti C et al. Survival and complications in patients with thalassemia major treated with transfusion and deferoxamine. Haematologica. 2004; 89: 1187–93.
  5. Rose C, Brechignac S, Vassilief D, et al Does iron chelation therapy improve survival in regularly transfused lower risk MDS patients? A multicenter study by the GFM. Leuk Res 2010; 34: 864–870.
  6. Neukirchen J, Fox F, Kündgen A, et al. Improved survival in MDS patients receiving iron chelation therapy – A matched pair analysis of 188 patients from the Düsseldorf MDS registry. Leukemia research 2012; 36: 1067–1070
  7. Lyons RM, et al. Comparison of 24-month outcomes in chelated and non-chelated lower-risk patients with myelodysplastic syndromes in a prospective registry. Leuk Res. 2014; 38: 149–154.
  8. Lyons RM, et al. 48-Month Update On Survival and AML Transformation In a 600-Patient Registry Of Lower-Risk MDS Patients. ASH Annual Meeting Abstracts 2013: 2775.
  9. Delforge M et al. Adequate iron chelation therapy for at least six months improves survival in transfusion-dependent patients with lower riskmyelodysplastic syndromes. Leuk Res. 2014; 38: 557–563.
  10. S2-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien“ der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, 15.04.2010. http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-029.html (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  11. Infanti l und Krapf R. Die Transfusionsassoziierte Eisenüberlastung. Schweiz Med Forum 2009; 9(23): 417–420.