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Eisenchelatoren
Novartis

WIE EISENCHELATOREN WIRKEN

Eisenchelatoren sind Medikamente, die zur Behandlung der transfusionsbedingten Eisenüberladung eingesetzt werden. Sie binden freies Eisen, sodass das Eisen vom Körper ausgeschieden werden kann. Dabei bilden zwei Moleküle des Eisenchelators mit einem Eisenion ein Chelat-Komplex (Abb.). In Form dieses Chelat-Komplexes wird das Eisen vorwiegend über den Darm ausgeschieden.

 

Freies Eisen wird von Körperzellen aufgenommen, vor allem in Herz- und Leberzellen, aber auch in blutbildende Stammzellen des Knochenmarks. In den Zellen reagiert das freie Eisen mit Sauerstoff, wobei schädliche Sauerstoffradikale entstehen. Diesen Zustand bezeichnet man als oxidativen Stress. Oxidativer Stress löst Zellschäden aus, die auf Dauer zu Funktionsstörungen des jeweiligen Organs führen können. Für Patienten, die regelmäßig Transfusionen von roten Blutkörperchen erhalten, ist es deshalb besonders wichtig, die Eisenlast des Körpers im Blick und unter Kontrolle zu halten.

Patienten, die an einer Eisenüberladung leiden, werden deshalb regelmäßig mit Eisenchelatoren behandelt. Weniger freies Eisen verringert den oxidativen Stress auf die Zellen und senkt damit das Risiko für Organschäden, besonders des Herzens, der Leber und des Knochenmarks.

EISENCHELATOREN – NEBENWIRKUNGEN ERKENNEN UND LINDERN

Eisenchelatoren sind in der Regel gut verträglich. Falls Nebenwirkungen auftreten, sind sie meist vorübergehend und können effektiv gelindert werden.

Als Nebenwirkungen werden unerwünschte Wirkungen eines Arzneimittels bezeichnet, die zusätzlich zur gewünschten Wirkung auftreten. Hierzu gehören harmlose Beschwerden, z. B. Müdigkeit, aber auch ernste Begleiterscheinungen wie Veränderungen im Blutbild.

Von den Nebenwirkungen müssen die sogenannten Wechselwirkungen unterschieden werden. Die treten dann auf, wenn sich die Inhaltsstoffe mehrerer gleichzeitig eingenommener Arznei- oder Lebensmitteln in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen. Dies kann dann die Wirkstärke eines Medikamentes, die Wirkdauer oder den Zeitpunkt, zu dem die Wirkung einsetzt, beeinflussen.

EISENCHELATOREN KÖNNEN VERSCHIEDENE NEBENWIRKUNGEN HERVORRUFEN

In Deutschland sind derzeit drei verschiedene Eisenchelatoren zugelassen, die sich hinsichtlich ihrer möglichen Nebenwirkungen voneinander unterscheiden. Deshalb treffen nicht alle im Folgenden aufgeführten Beschwerden auf jedes der drei Medikamente zu.

Bei einer Behandlung mit einem Eisenchelator können (müssen aber nicht!) unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

  • Magen-Darm-Probleme (Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung)
  • Hautausschlag und Juckreiz
  • Seh- oder Hörstörungen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Störungen im Blutbild

Es kann bei der Behandlung mit bestimmten Eisenchelatoren zu einer rötlich-braunen Verfärbung des Urins kommen. Das ist aber kein Anlass zur Sorge – die Verfärbung entsteht, weil der Körper auch Eisen über den Urin ausscheidet. Sie ist gesundheitlich völlig unbedenklich.

INFORMIEREN SIE IHREN ARZT, WENN SIE NEBENWIRKUNGEN VERMUTEN

Wenn Sie vermuten, dass Sie Nebenwirkungen der Therapie mit einem Eisenchelator spüren, sollten Sie dies Ihrem Arzt so bald wie möglich mitteilen – egal welche Art von Beschwerden Sie haben. Nur er kann beurteilen, wie ernst die Beschwerden sind und ob es sich wirklich um Nebenwirkungen aufgrund der Therapie handelt – oder ob es andere Ursachen für Ihre Beschwerden gibt. Ist dies geklärt, so kann er Ihnen u. U. Medikamente zur Linderung der Beschwerden verordnen oder weitere Tipps geben, was Sie selbst dagegen tun können.

Wenn Sie Nebenwirkungen vermuten, dann sollten Sie auf keinen Fall ohne Absprache mit Ihrem Arzt die Therapie unterbrechen und auch nicht die Dosierung Ihrer Medikamente verändern. Die kontinuierliche Einnahme der Medikamente, d. h. Ihre Therapietreue, ist wichtig für den Behandlungserfolg. Nur Ihr behandelnder Arzt sollte solche Veränderungen der Therapie veranlassen.

QUELLEN:

  1. Pharmazeutische Zeitung online, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1418 (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  2. Ghoti H, et al. Changes in parameters of oxidative stress and free iron biomarkers during treatment with deferasirox in iron-overloaded patients with myelodysplastic syndromes, Haematologica, Aug 2010; 95(8): 1433–4. (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  3. Onkopedia Leitlinie Myelodysplastische Syndrome, Stand 2018 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelodysplastische-syndrome-mds/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  4. Homepage Doccheck Flexikon. Nebenwirkung, http://flexikon.doccheck.com/de/Nebenwirkung (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  5. Homepage Doccheck Flexikon. Arzneimittelwechselwirkung, http://flexikon.doccheck.com/de/Arzneimittelwechselwirkung (zuletzt besucht am 15.05.2019).
  6. Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie. 5. Auflage. November 2009; Online unter: http://www.leukaemie-hilfe.de/broschuerenangebot.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1[downloadUid]=76 (zuletzt besucht am 15.05.2019).