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Teamwork – mit dem Arzt zusammenarbeiten

Eine schwere Krankheit erfordert die vereinten Kräfte von Patient und Arzt. Eine Teamarbeit, die von Vertrauen und Offenheit geprägt ist, spielt dabei eine wichtige Rolle. Doch wie kann diese Zusammenarbeit konkret aussehen?

Teamwork – mit dem Arzt zusammenarbeiten Früher war die Rollenverteilung zwischen Arzt und Patient meist so geregelt, dass der Arzt wusste, was zu tun ist, und der Patient die Anweisungen schlicht befolgte. In den letzten Jahren haben sich die Rollen nach und nach verändert. Patienten und Ärzte arbeiten immer häufiger partnerschaftlich als „Team“ zusammen. Menschen mit einer chronischen Erkrankung müssen sich in der Regel auf eine lebenslange Behandlung einstellen. Die Beziehung zum Arzt ist daher von besonderer Bedeutung. [1]

Zusammenarbeit heißt aktiv werden

Eine aktive Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient kann den Behandlungserfolg verbessern. [2] Dazu gehört bereits eine umfangreiche Information. Wieviel eine „umfangreiche Information“ nun genau ist, ist individuell verschieden, denn nicht jeder Patient möchte jedes wissenschaftliche Detail erklärt bekommen. Hier zeichnet sich auch schon die Schwierigkeit ab, die bei einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit entsteht: Jeder tickt anders. Während ein Patient lieber dem Arzt die Entscheidung der Therapie allein überlässt, möchte ein anderer Patient das selbst entscheiden oder bis zu einem gewissen – individuellen – Grad mitbestimmen.

An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Arzt ist. Daher sollten Sie dem Arzt mitteilen, was Sie brauchen und sich wünschen. Je besser Sie Ihr Arzt kennt, desto treffsicherer kann er Ihnen die Informationen geben, die Sie wollen. Einige Beispiele dafür:

  • Wie tief wollen Sie informiert werden? Genügen Ihnen allgemeine, verständliche Informationen oder wollen Sie über die neuesten Studien Bescheid wissen?
  • Fällt es Ihnen leichter, medizinische Zusammenhänge zu verstehen, wenn der Arzt sie kurz auf einem Blatt skizziert oder Schaubilder verwendet?
  • Falls es mehrere Therapieoptionen gibt, wollen Sie die Entscheidung dem Arzt überlassen oder wie möchten Sie an der Entscheidung beteiligt sein?
  • Welches Therapieziel haben Sie? Je nach Erkrankung und Situation muss dies nicht die Heilung, sondern kann auch eine maximale Lebensqualität sein.
  • Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie beispielsweise Beschwerden oder Befürchtungen haben. Dann kann er gezielt darauf eingehen. Falls Sie z. B. Angst vor Spritzen haben, sagen Sie dies. Vielleicht gibt es Alternativen oder Abhilfe.
  • Verschiedene Patienten benötigen auch individuell verschiedene Informationen, um eine Entscheidung treffen zu können. Fragen Sie also ruhig nach, wenn Sie noch etwas wissen wollen, anstatt in der Annahme zu schweigen, Sie müssten mit den Informationen auskommen, die sie erhalten haben.

Der Vorteil dieses Austauschs ist, dass die Behandlung besser auf den Einzelnen abgestimmt werden kann. Dadurch steigt die Zufriedenheit. Für viele Patienten ist es auch ein gutes und wichtiges Gefühl, auf diese Weise aktiv mit der Erkrankung umzugehen. [2]

Arzt des Vertrauens

Sie können gemeinsam mehr erreichen, je offener Sie miteinander sprechen. Doch schon wenn es darum geht, seine Angst vor Spritzen zu offenbaren, wird klar, dass Vertrauen dabei eine wesentliche Rolle spielt. [3]

Vielleicht hat für Sie Vertrauen viel damit zu tun, dass Sie das Gefühl haben, Ihr Arzt versteht Ihre Belange und nimmt sie ernst. Vertrauen kann auch heißen, dass Sie sich darauf verlassen können, dass der Arzt aktiv um Ihren therapeutischen Fortschritt bemüht ist und sich stets um die bestmöglichste Behandlung kümmert. Viele Patienten können ihrem Arzt zudem besser vertrauen, wenn sie wissen, dass er Erfahrung mit ihrer Erkrankung hat. [1]

Prüfen Sie daher Ihre Arzt-Patienten-Beziehung, ob Sie sich darin wohlfühlen und Sie Ihrem Arzt grundsätzlich vertrauen. Es geht letztlich darum, gut zusammenzuarbeiten. Vertrauen kann wachsen und über die Zeit lernen beide Parteien voneinander: Der Arzt versteht seinen Patienten besser und der Patient profitiert vom medizinischen Wissen und der Erfahrung des Arztes. [1,3]

Wenn Sie feststellen, dass Sie sich nicht wohlfühlen, machen Sie dies Ihrem Arzt klar und worauf Sie Wert legen. Wichtig ist, dass Sie sich keine Vorwürfe machen, falls Sie letztlich keine gemeinsame Basis finden. Vielleicht liegt eine persönliche Abneigung vor, die sich nicht überbrücken lässt. Die Erkenntnis selbst ist schon hilfreich, denn dann können Sie sich entscheiden, ob Sie einen Arzt suchen möchten, bei dem „die Chemie“ besser stimmt. Bei Fachärzten, denen Sie nur für einzelne Therapiesitzungen begegnen, kann diese Entscheidung natürlich anders ausfallen, als bei dem behandelnden Onkologen, der Sie über Jahre hinweg betreut. [1]

Konflikte kann es immer geben

Selbst bei einem sehr guten Verhältnis zueinander können zwischen Ihnen und Ihrem Arzt Konfliktsituationen auftreten – dies ist auch ganz normal. Ihr Arzt hat aufgrund seines medizinischen Wissens eine andere Auffassung von Dingen als Sie mit Ihrer persönlichen Lebenserfahrung. Erwartungen oder Ansprüche können sich stark unterscheiden. Dadurch kann es zu Missverständnissen, Enttäuschung oder sogar Streit kommen.

Ein Beispiel: Der Arzt schlägt eine Therapie vor und der Patient geht davon aus, dass es keine andere Möglichkeit gibt. Später erfährt der Patient dann, dass es scheinbar noch Alternativen gegeben hätte. Nun ist er verärgert, weil er davon ausging, dass er über solche Alternativen automatisch informiert wird. Er fühlt sich übergangen und nicht ernst genommen. Um diesen Konflikt zu bereinigen, könnte er seinem Arzt seine Situation schildern und seinen Wunsch nach Information äußern. Sie können dann gemeinsam überlegen, wie sie diesen Konflikt in Zukunft vermeiden können. [1]

Wenn die Verständigung nicht klappt

Nicht in allen Fällen lässt sich ein Konflikt ausräumen und die Ursachen dafür können unterschiedlich sein.

Eventuell kann das Hierarchiegefälle zwischen Arzt und Patient eine Hürde darstellen. Viele Menschen sehen ihren Arzt als eine unerreichbare Respektsperson und fühlen sich ihm somit nicht ebenbürtig. Ein häufiges Problem ist auch, dass ausführliche Gespräche mit dem Arzt aus Zeitnot gar nicht erst zustande kommen. Dennoch: Um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu erreichen, sollten Sie sich nicht scheuen, Ihren Arzt um ein Gespräch zu bitten, wenn es notwendig ist. Auch wenn dazu vielleicht ein neuer Termin vereinbart wird. [1]

Wenn Ihr Arzt mal schlecht gelaunt sein sollte, versuchen Sie, es nicht persönlich zu nehmen. Bedenken Sie: Ihr Arzt ist auch nur ein Mensch, das heißt, er kann auch einfach nur übermüdet oder zum Beispiel von einem ungünstigen Krankheitsverlauf eines anderen Patienten betroffen sein. Dies gilt natürlich auch umgekehrt für den Arzt, denn Sie als Patient befinden sich häufig in einer schwierigen, lebensverändernden Situation und haben das Recht auf Information, Verständnis und Geduld. [1]

Autor: Maren Menyes

Quellen:

[1] Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber Nr. 43 – Patienten und Ärzte als Partner. https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/042_hilfen_fuer_angehoerige.pdf (Stand: 6/ 2012) (zuletzt besucht am 20.02.2017).
[2] http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/23671/Teamarbeit-zwischen-Arzt-und-Patient-erhoeht-Behandlungserfolg (zuletzt besucht am 20.02.2017).
[3] Wiesemann, C. et al.: Medizinethik. Thieme Verlag. 1. Auflage 2005.
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