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Regelmäßige Transfusionen und Berufstätigkeit

Bei Erkrankungen, die mit einer Blutarmut einhergehen, können regelmäßige Transfusionen erforderlich sein. Sowohl die Krankheit als auch die häufigen Abwesenheiten durch Arzttermine können Ihren Arbeitsalltag beeinflussen.

Regelmäßige Transfusionen und Berufstätigkeit Chronische Erkrankungen, die zu Blutarmut führen (z. B. Sichelzellanämie, Thalassämie, myelodysplastische Syndrome (MDS)), haben Einfluss auf das gesamte Leben des Betroffenen, auch auf den Arbeitsalltag. Die Krankheit kann Ihre Leistungsfähigkeit einschränken und regelmäßige Arzttermine können zu häufigen Abwesenheiten führen. Es kann in mancher Hinsicht sinnvoll sein, Vorgesetzte und Kollegen über Ihre Erkrankung zu informieren. Wem Sie was erzählen möchten, ist größtenteils Ihre persönliche Entscheidung.

Muss ich meinen Vorgesetzten von meiner Erkrankung erzählen?

Sie sind nicht verpflichtet, Ihren Arbeitgeber über Ihre genaue Diagnose in Kenntnis zu setzen. Diese Information unterliegt dem Datenschutz und ist deshalb auch nicht auf dem ärztlichen Attest (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) vermerkt. [1] Allerdings müssen Sie ihm unverzüglich mitteilen, wenn Sie der Arbeit fernbleiben und wie lange Ihre Abwesenheit voraussichtlich dauern wird. Wenn Sie sich über Fehlzeiten unsicher sind, kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt beispielsweise sagen, wie häufig Sie voraussichtlich Transfusionen oder andere Behandlungen erhalten werden.

Wenn Sie nach der Diagnosestellung nicht krankgeschrieben werden, können Sie sich Zeit lassen, Ihren Arbeitgeber über Ihre Erkrankung zu informieren. Wenn Sie Ihr Umfeld und die Reaktionen innerhalb der Firma nicht einschätzen können, kann es besser sein, mit der Information ein paar Wochen zu warten und sich selbst erst mal an die neue Situation zu gewöhnen.

Vorgesetzte und Kollegen zu informieren, kann das Miteinander vereinfachen

Prinzipiell bestimmen Sie selbst, ob Sie mit Ihren Vorgesetzten und Kollegen über die Art der Erkrankung sprechen wollen. Auch das Verhältnis zu den Kollegen und die Form des generellen Umgangs an Ihrem Arbeitsplatz kann bei der Entscheidung eine Rolle spielen. Wenn Sie es vorziehen, niemanden zu informieren, kann es allerdings zu Spannungen kommen, wenn Sie z. B. aufgrund von Arztterminen oder Krankenhausaufenthalten häufig vom Arbeitsplatz fern bleiben. Möglicherweise bemerken die Kollegen ohnehin an Ihrem Verhalten, dass etwas nicht stimmt, und empfinden es als irritierend, nicht zu wissen, was mit Ihnen los ist.

Bedenken Sie, dass viele Menschen sich nicht vorstellen können, was es bedeutet, chronisch krank zu sein oder auf regelmäßige Transfusionen angewiesen zu sein. Einige Kollegen werden deshalb vielleicht nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Deswegen kann es durchaus sinnvoll sein, dass Sie mit Ihren Kollegen über Ihre Erkrankung und auch über die Therapie sprechen.

Wenn Sie sich vorher überlegen, mit welchen Kollegen Sie am ehesten über Ihre Krankheit sprechen möchten und was Sie ihnen genau sagen wollen, fällt ein Gespräch eventuell leichter. Machen Sie sich auch klar, welche Unterstützung oder Hilfestellung Sie von Ihren Kollegen erwarten oder sich wünschen. Es ist auch hilfreich, wenn Sie wissen, was Ihre persönlichen Grenzen sind, d. h. was Sie nicht von sich erzählen möchten.

Welche Informationen soll ich mitteilen?

Bei Erkrankungen, die eher selten vorkommen, ist es von Vorteil, wenn Sie erklären, um was für eine Erkrankung es sich bei Ihnen handelt. Meist wissen nur wenige Menschen, dass z. B. Sichelzellenanämie und Thalassämie erblich bedingt sind, d. h. für die Mitmenschen nicht ansteckend sind. Auch myelodysplastische Syndrome (MDS) sind nicht übertragbar. Dieses Wissen kann den Umgang im Arbeitsalltag für Sie und Ihre Kollegen erheblich vereinfachen.

Wenn Sie regelmäßig mehrstündige Termine wahrnehmen müssen, z. B. für Bluttransfusionen, ist je nach Arbeitsumfeld eine Absprache für die Arbeitsplanung notwendig. Wenn die Kollegen in groben Zügen über die Behandlung Ihrer Erkrankung Bescheid wissen, können Sie Ihnen mehr Verständnis entgegenbringen und Sie entsprechend unterstützen.

Es kann sein, dass Sie aufgrund Ihrer Erkrankung nicht in der Lage sind, Ihre Arbeit in vollem Umfang auszuführen. Gerade wenn Sie transfusionspflichtig sind, werden Sie in den Tagen vor der nächsten Transfusion in der Regel weniger leistungsfähig sein. Neben der körperlichen Belastbarkeit kann auch die geistige Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein; eventuell können Sie sich schlechter konzentrieren oder vergessen leichter etwas. Falls Sie weniger belastbar sind, kann es sinnvoll sein, diese Probleme offen anzusprechen und abzuklären, ob z. B. eine Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit möglich ist.

Prinzipiell können auch krebskranke Menschen im Krankenstand unter Einhaltung der entsprechenden Fristen und gesetzlichen Regelungen gekündigt werden. Lassen Sie sich gegebenenfalls beraten, ob die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises hierbei für Sie von Vorteil sein kann. Informationen und Adressen erhalten Sie z. B. auf der Internetseite des Krebsinformationsdienstes oder bei Krebsberatungsstellen. [2]

Holen Sie sich Unterstützung

Am Anfang kann es schwierig für Sie sein, mit den Kollegen über Ihre Erkrankung zu sprechen. Unweigerlich tauchen die Fragen auf: „Wie werden sie reagieren? Werden sie sich zurückziehen? Wie werden sie mit mir umgehen?“

Viele Betroffene scheuen sich davor, im Arbeitsumfeld über ihre Erkrankung und die notwendigen Behandlungen zu sprechen. Sie haben die Befürchtung, kein Verständnis und keine Unterstützung zu erhalten. Allerdings können Ihr Vorgesetzter oder Ihre Kollegen nur dann auf Ihre Erkrankung Rücksicht nehmen, wenn sie davon wissen. Nur so kann dafür gesorgt werden, dass Sie problemlos Ihre Arzttermine wahrnehmen können, oder auch dass Ihre Aufgabenstellung an Ihre gesundheitliche Verfassung angepasst wird.

Sollten Sie mit Ihren Kollegen oder Ihren Vorgesetzten keine zufriedenstellenden Lösungen finden, wäre es sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Bei sozialrechtlichen Fragen können z. B. Kliniksozialdienste im Krankenhaus, Krankenkassen oder Krebsberatungsstellen weiterhelfen. Bei persönlichen Problemen mit dem Kollegen/Vorgesetzten kann ein Seelsorger oder Therapeut hilfreich sein. [3]

Quellen:

[1] http://www.krebsinformationsdienst.de/Aktuelles/2010/news68.php (zuletzt besucht am 20.07.2015).
[2] https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/leben-i-blaetter.php (zuletzt besucht am 20.07.2015).
[3] Sozialrechtliche Fragen bei Krebs, Infoblatt des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ, http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-sozialrecht.pdf (zuletzt besucht am 20.07.2015).
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