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Kontrolluntersuchungen bei regelmäßigen Transfusionen

Wenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, sind auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Sie dienen nicht nur der Überwachung des Therapieerfolges, sondern auch dazu, mögliche Nebenwirkungen zu erkennen.

Kontrolluntersuchungen bei regelmäßigen Transfusionen Um den Erfolg einer Therapie zu überprüfen, wird der Arzt Sie regelmäßig untersuchen. Bei einer Transfusionstherapie, d. h. wenn Sie regelmäßig Konzentrate roter Blutkörperchen (Erythrozyten) erhalten, wird beispielsweise Ihr Hämoglobinwert kontrolliert. Daran kann der Arzt feststellen, ob die Zeitabstände zwischen Ihren Transfusionen für Ihren Bedarf richtig gewählt sind. [1]

Daneben haben Kontrolluntersuchungen das Ziel, eventuelle Nebenwirkungen Ihrer Therapie festzustellen.

Eisenüberladung als mögliche Nebenwirkung einer Transfusionstherapie

Infografik

Überblick: Was ist eine Eisenüberladung und wie wird sie behandelt?

Einmal aufgenommenes Eisen kann der Körper nur in geringfügigen Mengen über Haut-Abschilferungen abgeben. Das würde bei einer normalen Eisenaufnahme durch die Nahrung für einen geregelten Eisenhaushalt ausreichen.

Bei einer Transfusion erhalten Sie mit den roten Blutkörperchen jedoch sehr viel Eisen. Durch häufige Bluttransfusionen kommt es deshalb zu einer Anhäufung von Eisen im Körper – der so genannten transfusionsbedingten Eisenüberladung. [2]

Eisenüberladung vorbeugen bzw. rechtzeitig entdecken

Eine Eisenüberladung entwickelt sich normalerweise langsam und Sie spüren davon zunächst nichts. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher wichtig, um die Eisenüberladung frühzeitig festzustellen. Denn wird eine Eisenüberladung nicht behandelt, entstehen durch die Ablagerungen Schäden an den Organen. Vorrangig sind davon betroffen: [3]

  • Leber
  • Herz
  • Knochenmark
  • Hormonproduzierenden Organe wie z. B. Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Hirnanhangdrüse und Keimdrüsen

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Diagnose der Eisenüberladung: Lebereisen-Messung

Um den Organschäden vorzubeugen und eine Eisenüberladung rechtzeitig zu entdecken, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Zum einen wird dabei der Eisengehalt im Körper und in den Organen festgestellt. Zum anderen wird die Organfunktion überprüft. Auf die Funktionsfähigkeit des Organs kann anhand spezifischer Werte wie z. B. den Leberwerten geschlossen werden. Sind die Leberwerte deutlich verändert, kann dies ein Hinweis auf eine Zellschädigung sein, die zu der Beeinträchtigung des Organs führt.

Untersuchungen bei regelmäßigen Transfusionen

  • Kontrolle der Blutwerte

Das Serumferritin im Blut gibt einen Anhaltspunkt über den Eisengehalt im Körper. Da das Serumferritin auch z. B. bei Entzündungen erhöht sein kann, ist eine einzelne Messung allein noch nicht aussagekräftig. Im Verlauf betrachtet und durch ergänzende Untersuchungen bestätigt gibt das Serumferritin jedoch eine gute Orientierung. Ab einem Grenzwert von 1.000 µg/l bzw. nach der 20. Transfusion geht man davon aus, dass eine Eisenüberladung vorliegt. [3]

Das Serumferritin wird in der Regel monatlich, mindestens aber alle drei Monate kontrolliert. [4,5]

  • Kontrolle der Leber

Die Gewebeprobe (Biopsie) aus der Leber ermöglicht eine Aussage darüber, wie hoch die Eisenüberladung in der Leber ist. [4] Zusätzlich kann man anhand der Probe Zellschädigungen frühzeitig feststellen, auch wenn die Leberwerte im Blut noch weitgehend unauffällig sind. [5]

Bei MDS-Patienten können wiederholte Leberbiopsien Blutungsrisiken mit sich bringen. Daher muss der Eingriff mit dem behandelnden Onkologen bzw. Hämatologen abgesprochen werden. Die Lebereisenkonzentration kann auch mit bildgebenden Verfahren gemessen werden. Dazu gehören die Magnetresonanztomographie (MRT) und die SQUID (Superconducting Quantum Interference Device)-Methode.

  • Kontrolle des Herzmuskels

Um eine Eisenüberladung des Herzens frühzeitig zu erkennen, wird in der Regel jährlich das Herz mittels MRT untersucht. [4] Die Funktion des Herzens kann mit Elektrokardiographie (EKG) und Ultraschall (Echokardiographie) überprüft werden.

Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Eisenchelattherapie

Meist wird eine Behandlung der Eisenüberladung eingeleitet, wenn das Serumferritin über 1.000 µg/l Blut liegt. [1,2] Sie erhalten dann in der Regel eine Behandlung mit Eisenchelatoren (Eisenchelattherapie). [2] Eisenchelatoren sind Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, um das Eisen im Körper zu senken.

Vor der Therapie wird das Ausmaß der Eisenüberladung nochmals anhand der Lebereisenkonzentration bestimmt. An diesem Ausgangswert kann Ihr Arzt im Verlauf der Therapie messen, wie gut die Behandlung anschlägt. [4]

Während der Therapie werden im Wesentlichen die Lebereisenkonzentration und das Serumferritin beobachtet. Falls erforderlich, kann die Therapie dann auf Ihren individuellen Bedarf angepasst werden. [4]

Wie bei den meisten Therapien kann es auch bei einer Transfusionstherapie und der medikamentösen Therapie mit Eisenchelatoren zu Nebenwirkungen kommen. Dabei kann es Nebenwirkungen geben, die Sie selbst nicht bemerken, z. B. eine Verminderung bestimmter Zellen des Blutes. Da solche Veränderungen kann nur der Arzt feststellen kann, ist es wichtig, dass Sie Ihre Kontrolltermine beim Arzt regelmäßig wahrnehmen, damit die Nebenwirkungen behandelt werden können. [2] Nutzen Sie den Kontrolltermin auch gleich dazu, sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen, wenn Ihre Medikamente nicht bis zum nächsten Termin ausreichen.

Quellen:

  1. S1-Leitlinie „Thalassämie“ der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, 30.11.2010 (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-017l_S1_Thalassaemie.pdf).
  2. Infanti l und Krapf R. Die Transfusionsassoziierte Eisenüberlastung. Schweiz Med Forum 2009; 9(23): 417–420.
  3. http://www.aplastische-anaemie.de/?p=482 (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  4. S2-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien“ der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, 15.04.2010. http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-029.html (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  5. Broschüre „Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie“ der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH), 5. Auflage November 2009.

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