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Eisenarme Diät bei Eisenüberladung – sinnvoll oder nicht?

Nur eine konsequente Behandlung schützt Patienten mit Eisenüberladung vor den schädlichen Auswirkungen der Erkrankung. Viele Betroffene fragen sich, ob es sinnvoll ist, zusätzlich eine eisenarme Diät einzuhalten.

Eisenarme Diät bei Eisenüberladung – sinnvoll oder nicht? Patienten mit Eisenüberladung müssen eine konsequente Therapie einhalten, damit das überschüssige Eisen aus dem Körper entfernt wird, bevor es sich in den Organen ablagern und dort zu Schäden führen kann. Doch die Betroffenen haben oft nur geringe oder keine Beschwerden. Dies kann zu Zweifeln führen, ob die Behandlung wirklich erforderlich ist oder ob nicht vielleicht andere Maßnahmen wie z. B. eine eisenarme Diät genügen könnten, um die Folgen einer Eisenüberladung zu verhindern.

Doch so viel sei bereits vorweg genommen: Eine eisenarme Diät kann die Behandlung der Eisenüberladung z. B. mit Eisenchelatoren nicht ersetzen. Sie kann eine konsequent durchgeführte Therapie aber durchaus sinnvoll unterstützen.

Eisenzufuhr über die Nahrung

Auf natürlichem Weg nimmt der Körper Eisen ausschließlich über die Nahrung auf. Täglich gelangen ca. 10–15 mg Eisen auf diesem Weg in den Körper. Das in der Nahrung enthaltene Eisen kann jedoch nur zu einem kleinen Teil vom Körper aufgenommen werden. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt u. a. davon ab, aus welchen Nahrungsmitteln sich die Mahlzeiten zusammensetzen. So gibt es beispielsweise Unterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsquellen und es gibt Inhaltsstoffe, die die Eisenaufnahme über den Darm hemmen oder fördern können. [1,3,5]

Mittelmeerdiät und schwarzer Tee bei Eisenüberladung

Anders als bei der erblich bedingten Eisenüberladung (hereditäre Hämochromatose) ist bei einer Eisenüberladung aufgrund wiederholter Bluttransfusionen die Eisenaufnahme aus dem Darm stark herabgesetzt. So versucht der Körper der Eisenüberladung entgegenzuwirken. Dadurch wird die Belastung durch Eisen aus der Nahrung verringert.

Ärzte empfehlen diesen Patienten daher keine strenge eisenarme Diät. Sie ermuntern Ihre Patienten vielmehr, eine Balance zwischen eisenarmer Ernährung und Lebensqualität zu finden. Sie empfehlen eine ausgewogene, fleischarme Ernährung, wie sie z. B. in den Mittelmeerländern üblich ist („mediterrane Kost“). Dazu gehören viel frisches Gemüse und Salat, Olivenöl, Brot, Nudeln, Reis, Fisch und Meeresfrüchte. Sie empfehlen weiterhin viel schwarzen Tee zu den Mahlzeiten zu trinken. Denn das darin enthaltene Tannin kann die Aufnahme von Eisen weiter verringern. [1–3]

Alkohol besser nur in geringen Mengen

Eisenablagerungen können nicht nur selbst zu Schädigungen an inneren Organen führen, sie können auch die schädigende Wirkung von Giftstoffen oder Krankheitserregern erhöhen. Das gilt besonders für Alkohol. Bereits geringe Ablagerungen von Eisen in der Leber können die schädigende Wirkung von Alkohol auf das Organ beträchtlich verstärken. Mehr noch als Gesunde sollten Patienten mit Eisenüberladung deshalb ihren Alkoholkonsum begrenzen oder im besten Fall ganz auf alkoholische Getränke verzichten. [6]

Quellen:

[1] Koula-Jenik: Leitfaden Ernährungsmedizin, Urban und Fischer, 1. Auflage, 2006.
[2] http://www.eiseninfo.de (zuletzt besucht am 20.07.2015).
[3] http://www.lebensmittellexikon.de/e0000180.php (zuletzt besucht am 20.07.2015).
[4] Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung: http://www.bfr.bund.de/cm/208/zufuhr_von_eisen.pdf (zuletzt besucht am 20.07.2015).
[5] Erhardt, Häussinger: Hämochromatosen – Hämosiderosen, Unimed Science Verlag, 1. Auflage, 2006.
[6] Gehrke, Sven: Störung der Eisenspeicherung durch Alkoholabusus. Wann sollte ein Hämochromatose-Gentest erfolgen, Deutsches Ärzteblatt, 2004.
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