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Bleiben Sie am Ball, um Ihre Eisenüberladung in den Griff zu bekommen

Die regelmäßige Einnahme schützender Medikamente (Eisenchelatoren) ist bei Eisenüberladung besonders wichtig.

Bleiben Sie am Ball, um Ihre Eisenüberladung in den Griff zu bekommen

Eisenüberladung ist eine schleichende Erkrankung. Beschwerden treten häufig erst auf, wenn die Belastung des Körpers durch Eisen schon weit fortgeschritten und schwer zu behandeln ist. Von Ihnen erfordert das, sich jeden Tag genau an den Therapieplan zu halten, obwohl Sie keine spezifischen Symptome einer Eisenüberladung verspüren. Eine große Herausforderung – doch der Aufwand lohnt sich.

Wichtig: Eisenüberladung von Anfang an bekämpfen

Viele Patienten, die regelmäßig Bluttransfusionen benötigen, leiden an schwerwiegenden Grunderkrankungen. Für Patienten und Ärzte steht dann im Vordergrund, zunächst diese akute, eventuell lebensbedrohliche Erkrankung zu behandeln. [1]

Dies kann dazu führen, dass die Gefahr einer Eisenüberladung durch Bluttransfusionen aus dem Blick gerät. Denn jede Bluttransfusion, die Sie erhalten, enthält unter anderem auch Eisen, welches ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen ist. Leider kann Ihr Körper dieses Eisen nicht wieder ausscheiden, weshalb es sich mit jeder Bluttransfusion in Ihrem Organismus anreichert. Es kann zu einer gefährlichen Eisenüberladung kommen. [2]

Um von Beginn an systematisch festzuhalten, wann und wie viele Transfusionen durchgeführt wurden, führen Sie von der ersten Bluttransfusion an einen Transfusionspass mit sich. In ihm werden jede einzelne Bluttransfusion sowie Ihre Eisenwerte im Blutserum vermerkt. Sie erhalten den Transfusionspass von Ihrem behandelnden Arzt oder Sie können ihn hier downloaden oder bestellen. Bei einer Eisenüberladung in Folge von Transfusionen treten zunächst keine typischen Symptome auf. Wenn es jedoch zu Beschwerden aufgrund einer Eisenüberladung kommt, so muss möglichst rasch eine Therapie begonnen und konsequent verfolgt werden. So können Sie schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Schäden an Leber, Drüsen und Herz bekämpfen. [1,2]

Die moderne Therapie mit Eisenchelatoren kann eine Eisenüberladung und deren Folgen sicher verhindern. Selbst Kinder, die von Geburt an auf Transfusionen angewiesen sind und vor wenigen Jahrzehnten durchschnittlich nur 30 Jahre alt wurden, so die Kinderärztin Dr. Regine Grosse vom Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), haben Dank der modernen Behandlung inzwischen möglicherweise die gleiche Lebenserwartung wie gesunde. Unerlässlich dafür sei jedoch eine konsequente Therapie, die nicht unterbrochen werde.

Täglich an die Medikamente denken und die Therapie nicht unterbrechen

Gerade wenn die Behandlung erfolgreich ist und Sie sich wohl und leistungsfähig fühlen, kann leicht der Gedanke aufkommen, dass es nicht so schlimm sei, wenn Sie Ihre Medikamente einmal nicht einnehmen. So nachvollziehbar solche Gedanken auch sein mögen – verlieren Sie das Ziel der konsequenten Behandlung einer Eisenüberladung nicht aus den Augen. Jede Unterbrechung der Behandlung erhöht die Belastung Ihres Körpers mit Eisen – und kann später zu schweren Gesundheitsstörungen führen. [1,2]

Tipps, wie die Therapie konsequent durchgeführt werden kann

Machen Sie sich immer wieder klar, dass Medikamente und andere Behandlungsmaßnahmen die Voraussetzung für ein möglichst gesundes, selbstbestimmtes und langes Leben trotz drohender Eisenüberladung sind. Durch die regelmäßige Einnahme Ihrer Medikamente können Sie selbst einen großen Teil zu einer erfolgreichen Therapie beitragen. [3]

Lassen Sie die Medikamenteneinnahme zur Routine werden und es auch bleiben. Integrieren Sie sie beispielweise in Ihre Tagesroutine. Hierbei kann ein Einnahmeschema nützlich sein, damit Sie Ihre Medikamente nicht vergessen. Sie können sich auch einen Wecker stellen, der jeden Tag zur Einnahmezeit läutet. Viele Mobiltelefone verfügen über eine Alarm- oder Weckfunktion, die für den gleichen Zweck einsetzbar sind, sie können auch leicht auf Reisen oder zur Arbeit mitgenommen werden.

Informationen, wie Sie Ihr Medikament einnehmen müssen, finden Sie in der jeweiligen Gebrauchsanweisung. Gerade zu Beginn der Behandlung können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. [3] Setzen Sie in solchen Fällen nicht selbständig die Behandlung aus und ändern Sie sie nicht, sondern nehmen Sie kurzfristig mit Ihrem Arzt Kontakt auf. In der Regel lassen sich Änderungen an der Therapie vornehmen, durch die die Nebenwirkungen behoben oder gebessert werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Therapie unterbrechen.

Bewahren Sie immer einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten im Haus auf, damit keine Engpässe auftreten. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen im Abstand von einigen Wochen können Sie sich z. B. vom Arzt jeweils die Menge verordnen lassen, die bis zum nächsten Termin erforderlich ist. Legen Sie zusätzlich eine Reserve an, damit keine Pause entsteht, wenn der Arzttermin mal verschoben werden muss.

Unterbrechen Sie die regelmäßige Einnahme der Medikamente auch im Urlaub und auf Reisen nicht. Berechnen Sie vor Reiseantritt Ihren Bedarf und besorgen Sie sich die entsprechende Medikamentenmenge. Tragen Sie diese möglichst im Handgepäck bei sich. Auch der Transfusionspass gehört mit ins Reisegepäck. Um Schwierigkeiten bei der Zollkontrolle zu verhindern, kann der behandelnde Arzt auch eine Bescheinigung (bei Auslandsreisen im Idealfall auf Englisch) ausstellen, welche Medikamente in welcher Menge für die Behandlung erforderlich sind.

Autor: BSMO
Aktualisiert durch: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

  1. S2-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien“ der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, 15.04.2010. http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-029.html (zuletzt besucht am 19.07.2015).
  2. Infanti l und Krapf R. Die Transfusionsassoziierte Eisenüberlastung. Schweiz Med Forum 2009; 9(23): 417–420.
  3. Broschüre „Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie“ der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH), http://www.leukaemie-hilfe.de/download-informationen.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=76 (zuletzt besucht am 19.07.2015).
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