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Regelmäßige Verlaufskontrolle als Chance wahrnehmen

Die Begriffe Nachsorge oder Verlaufskontrolle sind für MDS-Patienten oftmals mit unangenehmen Assoziationen verbunden. Dabei können sie auch für Sicherheit stehen und eine wertvolle Stütze im Leben mit der Erkrankung sein.

Dank moderner Behandlungsverfahren bestehen bei Leukämien heute teilweise gute Chancen auf eine Heilung. [1] Nach einer Therapie würden Patienten den Krankenhäusern und Ärzten am liebsten für immer den Rücken zudrehen. Nicht viel anders geht es Patienten mit MDS, bei denen die Erkrankung oft nicht vollständig geheilt, aber durch Medikamente dauerhaft kontrolliert werden kann. Erforderliche Untersuchungen zur Nachsorge oder Verlaufskontrolle können bei ihnen negative Gefühle auslösen.

Wenn Probleme auftreten, sind sie in der Regel besser behandelbar, je früher sie erkannt werden. Das wiederum bedeutet für den Patienten eine raschere Rückkehr in den Alltag. Wenn es gelingt, Ängste und Befürchtungen abzubauen, können die Verlaufsuntersuchungen dem Patienten letztlich sogar eine gewisse Sicherheit geben. Zudem sollen die Untersuchungstermine die Gelegenheit bieten, Probleme rund um die Erkrankung mit dem Arzt zu besprechen. [2,3,4]

Gute Gründe für regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Die wichtigste Funktion regelmäßiger Kontrolluntersuchungen ist es, ein Fortschreiten der Erkrankung oder einen Rückfall möglichst früh zu erkennen. Darüber hinaus erfüllen Verlaufsuntersuchungen aber noch weitere Zwecke. Der Krankheitsverlauf unter dauerhafter Medikamenteneinnahme kann kontrolliert und die Therapie wenn nötig angepasst werden. Auch bereits lange abgeschlossene Behandlungen können Nachwirkungen verursachen. Dies kann bei den Untersuchungen festgestellt werden. [5]

Wenn Sie Zweifel haben, ob die regelmäßigen Verlaufskontrollen tatsächlich notwendig sind, sollten Sie das Gespräch mit dem Arzt suchen. Welche Untersuchungen in der Klinik, beim Facharzt oder beim Hausarzt durchgeführt werden können, ist im Einzelfall unterschiedlich. Dabei werden Faktoren berücksichtigt wie die bisherige Behandlung, der Allgemeinzustand und wie die Ärzte Ihre Erkrankung einschätzen. [5]

Verlaufskontrolle ist Teamarbeit

Während einer MDS-Therapie haben Sie Kontakt mit vielen verschiedenen Spezialisten. Hinzu kommen oft Ärzte, die Sie ganz unabhängig von der MDS-Erkrankung wegen anderer Beschwerden, z. B. wegen Rückenproblemen, aufsuchen.

Wichtig für die Kontrolluntersuchungen ist, dass Sie möglichst einen konstanten Ansprechpartner haben. Je nach individueller Situation kann diese Aufgabe der Hausarzt übernehmen oder der jeweilige Spezialist für diese Erkrankung, z. B. ein Hämatoonkologe. Sie sollten am besten vorab klären, an wen Sie sich wenden können, wenn Beschwerden auftauchen oder wenn Sie Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung brauchen. Auch am Wochenende. [5,6]

Von Ihrer MDS-Erkrankung müssen alle behandelnden Ärzte wissen. Denn Ihre Beschwerden könnten z. B. auch durch einen Rückfall verursacht werden oder die Nebenwirkung eines Medikaments sein.

Nachsorgeuntersuchungen oder Verlaufskontrollen im Rahmen MDS sind daher Teamarbeit – Sie sind dabei nicht nur Mittelpunkt, sondern auch selbst ein wichtiges Team-Mitglied. [7]

Die Zeitabstände der Nachsorge hängen von der individuellen Situation ab

Die Nachsorge erstreckt sich über den Zeitraum, in dem Sie noch mit den Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung zu tun haben. Die Intervalle, in denen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, richten sich nach Ihren individuellen Risiken. Kontrolluntersuchungen werden meist so lange fortgeführt, bis das Risiko für einen Rückfall deutlich gesunken ist. Als Faustregel gelten fünf Jahre, bei manchen Patienten sind es mehr, bei anderen weniger. Wie lange regelmäßige Termine notwendig sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Ihr individueller Krankheitsverlauf sowie Nebenwirkungen und Spätfolgen von Erkrankung und Therapie. Auch ob und wie die Erkrankung Ihre allgemeine Lebenssituation beeinträchtigt hat, spielt eine Rolle. [5]

Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihren individuellen Kontrollplan an. Zu wissen, was zu welchem Zeitpunkt auf Sie zukommt, trägt dazu bei, eventuell vorhandene Ängste abzubauen.

Kontrolluntersuchungen werden bedarfsgerecht ergänzt

Einige Elemente von Kontrolluntersuchungen sind bei den meisten Blutkrebs-Erkrankungen gleich.

Das Gespräch: Im Mittelpunkt steht das Gespräch zwischen Patient und Arzt. Hierbei wird der Arzt einige gezielte Fragen zu Ihrem Befinden stellen. Es ist wichtig, dass Sie dabei auch Beschwerden erwähnen, die Sie vielleicht nicht in Zusammenhang mit der Erkrankung bringen. Müdigkeit oder Appetitlosigkeit beispielsweise können Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Eine Beratung durch den Arzt oder eine Umstellung auf ein anderes Medikament können dann möglicherweise Abhilfe schaffen. [5]

Das Gespräch soll Ihnen auch die Gelegenheit geben, Probleme oder Befürchtungen rund um die Erkrankung zu äußern. Bei Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber, Fragen zur Familienplanung oder Problemen bei Verrichtungen des Alltags kann der Arzt Sie in vielen Fällen unterstützen oder Anlaufstellen und Spezialisten empfehlen. [8] Wenn Sie diese psychosoziale Unterstützung annehmen, können die Gespräche bei den Kontrolluntersuchungen Ängste und Unsicherheiten abbauen helfen und zu einem besseren Leben mit der Erkrankung beitragen.

Die körperliche Untersuchung: Dem Gespräch folgt meist eine allgemeine körperliche Untersuchung. [5] Gewicht und Ernährungszustand sind ein guter Anhaltspunkt für das allgemeine Befinden – die Untersuchung der einzelnen Körperregionen kann Hinweise auf spezielle Organveränderungen, z. B. eine Vergrößerung der Leber, geben.

Blutuntersuchung: Eine Reihe an Standard-Blutwerten gibt dem Arzt Auskunft über die Funktion der einzelnen Organe. Daneben gibt es für MDS spezielle Werte, die ein Hinweis auf ein Fortschreiten oder Wiederauftreten der Erkrankung sein können.

Aufwändigere Untersuchungen: In regelmäßigen Abständen, oder bei auffälligen Ergebnissen, kann eine umfassendere Abklärung erforderlich sein. Die dafür notwendigen Geräte sind meist nicht in der Hausarzt-Praxis vorhanden. Daher werden Sie hierfür an entsprechende Fachärzte oder Kliniken überwiesen.

Der Nutzen aus ärztlichen Verlaufskontrollen ist dann besonders groß, wenn alle Beteiligten – Ärzte, Patienten und Angehörige – sich als aktive Mitglieder eines Teams verstehen. [7] In einem offenen Gespräch lassen sich viele Ängste abbauen und Probleme lösen. Dann können Ihnen die Verlaufsuntersuchungen bei dem Arzt, der Sie auf dem Weg mit der Erkrankung oft schon eine lange Zeit begleitet hat, Sicherheit und Unterstützung bieten.

Autor: Dr. med. Sonja Hermeneit
Aktualisiert durch: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

[1] https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/index.php (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[2] https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/leben.php#inhalt5 (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[3] https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/leben.php#inhalt6 (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[4 ]http://www.mds-foundation.org/wp-content/uploads/2014/11/BBOH_Handbook_A4_GRM.pdf (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[5] https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nachsorge.php (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[6] https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-psychoonkologie.pdf (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[7] http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/043_teamwork.pdf (zuletzt besucht am 22.07.2015).
[8] https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/leben.php#inhalt4 (zuletzt besucht am 22.07.2015).
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