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MDS: Was ist das und was sind die Ursachen?

Die Myelodysplastischen Syndrome (MDS) sind sehr komplexe Erkrankungen der blutbildenden Stammzellen im Knochenmark. Ihre Häufigkeit nimmt vor allem im höheren Lebensalter zu, nur 10 % der Erkrankten sind jünger als 50 Jahre.

MDS-Therapie – ein Überblick Die Myelodysplastische Syndrome sind Erkrankungen des Knochenmarks. Hierbei verlieren die Stammzellen (Vorläuferzellen von Blutkörperchen) ihre Fähigkeit reife Blutzellen zu bilden und es befinden sich vermehrt unreife Zellen (Blasten) im Knochenmark. Bei MDS können auch im Blut unreife, d. h. nicht funktionsfähige rote und weiße Blutkörperchen gefunden werden.

Wer erkrankt an MDS?

MDS sind eine der häufigsten malignen Bluterkrankungen. Sie werden bei älteren Patienten meist im Rahmen der diagnostischen Abklärung von Anämien entdeckt. An MDS erkranken rund 4 von 100 000 Einwohnern pro Jahr neu. [1] Ein höheres Lebensalter ist – wie bei den meisten Krebserkrankungen – mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 73 Jahren und 86 % der Patienten mit MDS sind älter als 60. [2] Männer sind häufiger als Frauen betroffen. Das Verhältnis von Männern zu Frauen beträgt 4,5 : 2 (pro 100 000). [2]

Was sind die Ursachen der MDS?

Die Myelodysplastischen Syndrome entstehen häufig ohne ersichtlichen Grund. Sie werden dann als primäre bzw. idiopathische MDS bezeichnet. Etwa 90 % der MDS-Fälle gehören in diese Gruppe. [1,2] Kann man die Erkrankung jedoch in einen Zusammenhang mit bestimmten Auslösern bringen, so spricht man von sekundären MDS.

Als Auslöser der sekundären MDS werden in ca. 10 % der Fällen vorausgehende Strahlen- oder Chemotherapien beobachtet. Denn Chemotherapien oder Bestrahlungen, z. B. aufgrund einer früheren Krebserkrankung, können das Risiko für die Entstehung von MDS erhöhen. [2,3]

Chemikalien und Giftstoffe erhöhen das Risiko für MDS

Eine vorangegangene oder bestehende Exposition gegenüber Chemikalien oder anderen Giftstoffen erhöht das Risiko für MDS ebenfalls. Hierzu gehört ein langdauernder oder intensiver Kontakt mit Benzol, ebenso mit anderen Lösungsmitteln sowie Insektiziden oder Herbiziden. [2,3] Myelodysplastische Syndrome sind im Fall eines jahrelangen Umgangs mit benzolhaltigen Lösungsmitteln oder bestimmten chemischen Substanzen als Berufserkrankungen anerkannt. Typische Berufsgruppen sind ehemalige Tankstellenbedienstete, Maler und Lackierer sowie Bedienstete von Flughäfen, die Flugzeuge mit Kerosin betanken. Voraussetzung für die Anerkennung als Berufskrankheit ist in diesen Fällen eine langandauernde (in der Regel 10-20 Jahre) Exposition gegenüber den genannten Chemikalien. [4,5]

Obwohl täglicher Alkoholkonsum die Anzahl der roten Blutkörperchen und der Blutplättchen vermindern kann, gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Alkohol an der Entstehung von MDS beteiligt ist. Auch sind Lebensmittel, die MDS hervorrufen könnten, nicht bekannt. Allerdings steht Tabakkonsum in Zusammenhang mit der Entstehung von MDS, denn ein Hauptinhaltsstoff von Tabak ist Benzol. [2]

MDS können aus anderen Bluterkrankungen entstehen oder sich weiterentwickeln

Myelodysplastische Syndrome können sich aus anderen Bluterkrankungen entwickeln, wie beispielweise aus der aplastischen Anämie oder der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie.[4] Außerdem besteht das Risiko, dass sich MDS zu einer akuten myeloischen Leukämie entwickeln. [5]

Ist MDS vererbbar?

Bei ca. 50 % der MDS-Patienten werden Veränderungen des Erbgutes in den Zellen beobachtet. Dabei sind derartige Veränderungen nur in den kranken Zellen zu finden. Eine ererbte genetische Prädisposition für MDS oder bei der Geburt vorhandene Veränderungen sind extrem selten. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit MDS an Kinder oder Enkelkinder zu vererben minimal. [6,2]

Bestimmte Erbgutveränderungen werden heute sowohl zur Sicherung der Diagnose als auch zur Prognose der MDS genutzt.[6]

MDS ist nicht ansteckend

Entgegen der Sorge vieler Patienten und deren Familien ist MDS nicht ansteckend. Es gibt auch keinerlei Hinweise dafür, dass MDS durch Viren oder Bakterien übertragen werden kann.[2]

Autor: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

[1] Germing U et al. Myelodysplastische Syndrome: Diagnostik, Prognoseabschätzung und Therapie. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(46): 783–90. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0783
[2] Kurtin S. Building Blocks of Hope. Strategien für Patienten & Angehörige. Leben mit MDS. mds foundation (zuletzt besucht am 16.10.2017).
[3] DocCheck Flexikon: Myelodysplastisches Syndrom (zuletzt besucht am 16.10.2017).
[4] Nolte F et al. Ätiologie und Pathogenese myelodysplastischer Syndrome. (zuletzt besucht am 16.10.2017).
[5] onkopedia leitlinien. Myelodysplastische Syndrome (MDS). (zuletzt besucht am 16.10.2017).
[6] Therapiebegleiter zu Myelodysplastischen Syndromen (MDS). Informationen zu Laborwerten, Alltag und Reisen. Oktober 2015 (zuletzt besucht am 16.10.2017).

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