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Krankheitsverarbeitung: Psychoonkologische Unterstützung kann sinnvoll sein

Erkrankungen wie Myelodysplastische Syndrome (MDS) rufen bei den betroffenen Patienten eine Reihe intensiver Gefühle hervor: Erschütterung und „Nicht-wahrhaben-wollen“, Angst und Niedergeschlagenheit sowie Hilflosigkeit und Trauer. Wenn diese Gefühle bei Ihnen länger anhalten, sollten Sie sich psychoonkologische Unterstützung suchen.

Krankheitsverarbeitung: Psychoonkologische Unterstützung kann sinnvoll seinDie Belastungen einer MDS-Erkrankung sind für jeden Menschen anders, deshalb gibt es auch kein Patentrezept zur Krankheitsverarbeitung. Die individuelle körperliche und seelische Belastung hängt einerseits von der Art und vom Stadium der Erkrankung ab. Aber auch der persönliche Bewältigungsstil des Betroffenen spielt eine Rolle. Zudem können bei ein und demselben Patienten in den verschiedenen Phasen des Krankheitsverlaufs unterschiedliche Strategien im Umgang mit der Krankheit sinnvoll sein.

Vor allem drei Krankheitssituationen sind weniger einfach zu bewältigen als andere. So ist die seelische Belastung sehr hoch, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Auch die ersten Tage und Wochen nach der Diagnose sind für viele Menschen nahezu unerträglich. Darüber hinaus ist für manche Patienten besonders die Zeit nach dem Behandlungsende schwierig: beispielsweise weil der Wiedereinstieg in den Alltag schwerer als erwartet fällt oder Sorge vor einem Rückfall besteht.

Psychische Belastung erkennen: Wie geht es mir wirklich?

Eine MDS-Erkrankung ist sowohl für Sie selbst als auch für Ihre Angehörigen psychisch sehr belastend. Aber woran erkennen Sie, wie stark Sie selbst belastet sind – oder Ihre Angehörigen? Häufige Anzeichen einer massiven psychischen Belastung sind: anhaltend niedergeschlagene Stimmung, über längere Zeit andauernde Schlaflosigkeit, mangelnder Appetit oder fortwährendes Grübeln.

Wie schätzen MDS-Patienten Ihr Bedürfnis nach Unterstützung ein und was sind ihre wichtigsten Themen, mit denen sie sich auseinandersetzen? Deutsche Experten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Patienten mit einer Krebserkrankung psychosozialen Unterstützungsbedarf hat. Am häufigsten wünschen sich die Betroffenen Unterstützung beim Umgang mit ihren Ängsten, Hilfestellung bei den Themen Sterben und Tod sowie Traurigkeit und Depressivität.

Anlass sich Unterstützung zu suchen kann auch die Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung sein, aber ebenso die Sorge um Angehörige oder ein verändertes Verhältnis zu Familie und Freunden. Daneben können Partnerschaftsprobleme hinsichtlich Intimität und Sexualität zu Unsicherheiten führen. Außerdem wünschen sich viele Betroffene Unterstützung, um Selbstkontrolle, Hoffnung und Sinn des Lebens wiederzufinden. Nicht zuletzt werden Hilfestellungen auch in ganz praktischen Fragen gesucht: im Alltag, beim selbständigen Wohnen oder am Arbeitsplatz.

Hilfsangebote finden: Wer kann mich unterstützen?

Was oder wer kann Ihnen helfen, um diese schwierige Zeit zu überstehen? Hier gibt es eine ganze Reihe an hilfreichen Maßnahmen, die von einfachen Entspannungsübungen bis hin zu Gesprächen mit psychoonkologisch geschulten Beratern in der Klinik und in der "Reha" reichen. Wenn Sie Ihre Belastung als sehr stark empfinden oder über längere Zeit unter den oben genannten Anzeichen leiden, kann für Sie eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein. Machen Sie sich bewusst: Sich helfen zu lassen, ist kein Zeichen von Schwäche.

Die Bandbreite an Unterstützungsangeboten ist groß: Manchmal genügt es schon herauszufinden, wo Sie Kraft tanken können und wie es Ihnen gelingt Ihren Alltag nicht völlig der Erkrankung unterzuordnen. Schon mit kleinen Freuden oder mit etwas Bewegung können Sie Ihre Stimmung aufhellen, dabei ist alles erlaubt, was Ihnen Spaß macht und gesundheitlich möglich ist.

Die wichtigsten Unterstützungsmöglichkeiten auf einen Blick:

  • Umfassende Information: Mehr zu wissen über die eigene Erkrankung nimmt Ängste und verschafft mehr Sicherheit bei Entscheidungen.
  • Austausch mit anderen Betroffenen: In Selbsthilfegruppen können Sie mehr über den alltäglichen Umgang mit der Erkrankung zu erfahren.
  • Entspannungstechniken: Bieten eine Möglichkeit besonders belastende Situationen besser zu überstehen.
  • Kreativität: Trägt dazu bei negative und bedrückende Gefühle zu verarbeiten – z. B. in Kursen oder Therapien.
  • Psychoonkologische Unterstützungsangebote: Sinnvolle Hilfe, die von der kostenlosen Beratung bis hin zur psychotherapeutischen Begleitung reicht.
  • Medikamente: Können hilfreich sein, wenn Ihnen zeitweilig die Kraft fehlt, mit Trauer, Angst und Sorgen umzugehen.

Professionelle Unterstützungsmöglichkeiten: Von der Beratung bis zur Therapie

Je nachdem, welche Unterstützung Sie benötigen oder wünschen, können Sie zwischen verschiedene Angeboten wählen: von der kurzfristigen psychosoziale Beratung quasi als „erste Hilfe“ bis hin zu einer längerfristigen psychotherapeutischen Behandlung. Das Ziel ist, das Leben mit einer chronischen Erkrankung besser zu bewältigen. Fachleute mit entsprechender Ausbildung unterstützen Sie dabei, neu auftretende – aber auch schon bekannte – Lebensprobleme zu lösen. Sie helfen Ihnen belastende Folgen der Erkrankung zu mildern und auch Ihr soziales Leben wieder besser zu bewältigen.

Psychosoziale und psychoonkologische Beratungsangebote

Psychosoziale Berater können Sie genauer über Ihre Erkrankung informieren, konkrete Hilfe bei sozialrechtlichen Fragen anbieten, Ihnen bei der seelischen Bewältigung Ihrer Krankheit zur Seite stehen und zusätzliche Unterstützungsangebote vermitteln. Psychoonkologische und psychosoziale Beratungsangebote finden Sie beispielsweise in den Krankenhäusern oder Reha-Kliniken.
In regionalen Beratungsstellen kann das Spektrum der Angebote noch größer sein: Etwa Gesprächskreise für Patienten und/oder Angehörige unter professioneller Anleitung, Entspannungskurse und Kontakt zu Selbsthilfegruppen.

Psychotherapeutische Angebote: Längerfristige Unterstützung

Die Psychotherapie ist in der Regel längerfristig angelegt und geht über reine "Beratung" hinaus. Dabei sind die Grenzen zwischen einfacherer Hilfestellung und psychotherapeutischer Behandlung häufig fließend. Und manchmal ist die psychische Belastung so hoch, dass zumindest zeitweilig mehr Unterstützung nötig ist als die Mitarbeiter einer Beratungsstelle bieten können. Beispielweise wenn das Risiko besteht, das die Betroffenen eine Depression oder eine andere ernsthafte psychische Störung entwickeln. Oder wenn die aktuelle Lebenssituation alte, längst überwunden geglaubte Probleme wieder ins Bewusstsein geraten lässt.

Wenn Sie einer Psychotherapie skeptisch gegenüberstehen, sollten Sie bedenken: In Phasen mit großer Niedergeschlagenheit oder starken Ängsten kann man sich nicht "einfach mal zusammenreißen". Auch wenn Sie befürchten für "verrückt" gehalten zu werden, wenn Sie sich an einen Psychotherapeuten wenden: eine MDS-Erkrankung ist eine Ausnahmesituation – wenn Sie feststellen, dass Sie Unterstützung brauchen, sind Sie nicht "verrückt". Im Gegenteil, Sie handeln sich selbst gegenüber verantwortungsvoll.

Wann sollten Sie sich psychotherapeutische Hilfe suchen?

Spätestens dann, wenn Ihre seelische Belastung über Wochen bestehen bleibt, sollten Sie eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht ziehen. Es gibt eine Reihe von seelischen Erkrankungen, die durch eine Erkrankung wie MDS mitausgelöst, reaktiviert oder verstärkt werden können. Dazu zählen vor allem:

  • Anpassungsstörung: Eine emotionale Beeinträchtigung ("Lebenskrise") infolge eines belastenden Ereignisses, welches das bisherige Leben durcheinanderbringt, die auch nach einiger Zeit nicht oder nur schlecht überwunden werden kann.
  • Depression: Eine Depression geht über Niedergeschlagenheit oder Phasen der Verzweiflung, die fast alle MDS-Patienten zeitweilig belasten, hinaus. Kennzeichen sind eine dauerhaft gedrückte Stimmung, Antriebs- oder Freudlosigkeit und allgemeines Desinteresse.
  • Angststörung: Unkontrollierbare, den Alltag massiv störende Ängstlichkeit, die sich auf konkrete Gefahren beziehen kann, wie sie etwa eine MDS-Erkrankung darstellt. Es können aber auch Ängste vor Situationen auftreten, die andere nicht als beängstigend empfinden.

Wer bezahlt eine psychoonkologische Unterstützung?

Wenn Sie im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthaltes oder der stationären Rehabilitation bzw. Anschlussheilbehandlung psychoonkologische Unterstützung erhalten, so werden die Kosten in der Regel durch Krankenversicherung übernommen. Das trifft auch für eventuell verschriebene Medikamente wie Psychopharmaka zu.

Kurzfristige Beratung und Betreuung in den regionalen Beratungsstellen sind meist kostenlos – je nach dem Träger des jeweiligen Angebots. Die Kosten weiterer Angebote von Beratungsstellen, zum Beispiel Entspannungs- oder Kreativkurse, müssen Sie im Einzelfall mit diesen abklären. Hier erhalten Sie außerdem Informationen, ob die gesetzlichen Krankenversicherungen einen Zuschuss beisteuern.

Wenn Sie außerhalb Ihres Krankenhausaufenthalts eine längerfristige psychotherapeutische Betreuung und Behandlung wünschen, sind ambulant psychotherapeutisch tätige Psychoonkologen die geeigneten Ansprechpartner. Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, dann übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für eine Psychotherapie: Es muss sich um ein von den Kassen anerkanntes Verfahren handeln (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder analytische Psychotherapie), und der Therapeut muss über eine sogenannte Kassenzulassung verfügen. Wenn Sie privat krankenversichert sind, kommt es auf Ihren abgeschlossenen Tarif an.

Quellen:

Krebsinformationsdienst. Krankheitsverarbeitung: Psychologische Unterstützung https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/krankheitsverarbeitung/psychische-unterstuetzung.php (letzter Besuch 18.12.2017)

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