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Wann ist bei MDS ein besonderer Infektionsschutz notwendig?

Bei Patienten mit MDS kann die körpereigene Abwehr geschwächt sein. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, über ein Normalmaß hinaus auf den Schutz vor Infektionen zu achten.

Wann ist ein Infektionsschutz bei MDS erforderlich? Die Veränderungen im Knochenmark bei Myelodysplastischen Syndromen können bei einem Teil der Patienten dazu führen, dass zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukozyten) gebildet werden. Eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die neutrophilen Granulozyten, spielen eine besonders wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen. Sind diese in zu geringer Anzahl im Körper vorhanden, spricht man von einer Neutropenie. Dies führt dazu, dass der Betroffene gegenüber Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten anfälliger wird. Um eine Ansteckung zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, Maßnahmen zu ergreifen, die über die hinausgehen, die man in der Regel sowieso schon ergreift, um gesund zu bleiben. Dazu gehört, dass man sich Krankheitserregern so wenig wie möglich aussetzt und gegebenenfalls die Infektabwehr medikamentös unterstützt.

Gängige Infektionsquellen meiden

Zu allererst gilt: Am ehesten steckt man sich bei anderen Menschen an. Und dabei spielen die Hände die größte Rolle. Direkte Berührungen oder indirekte über z. B. Türklinken, Tastaturen etc. sind ein sehr häufiger Übertragungsweg für Keime. Ein anderer Weg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Beim Husten oder Niesen werden die Keime meterweit im Raum verteilt. In den Körper gelangen sie dann über die Schleimhäute in Mund, Nase oder Augen.
Um das Infektionsrisiko gering zu halten, sollten Menschen mit geschwächter Immunabwehr potenzielle Infektionsquellen so gut wie möglich meiden. Häufiges Händewaschen kann die Keimzahl reduzieren, gegebenenfalls – zum Beispiel dann, wenn sich der Kontakt zu einer erkrankten Person nicht vermeiden lässt – kann es sinnvoll sein, einen Mundschutz zu tragen. Gerade im Winter zur „Erkältungszeit“ tun Betroffene auch gut daran, Menschenansammlungen zu meiden. Wichtig ist es außerdem, dass auch Angehörige, die mit der erkrankten Person in einem Haushalt leben, diese Maßnahmen beachten.

Woran man nicht unbedingt gleich denkt

Während die oben genannten Übertragungswege ziemlich bekannt sind, gibt es noch weitere Keimquellen, über die man als gesunder und „immunkompetenter“ Mensch in der Regel nicht nachdenken muss. Diese reichen vom Haustier bis zum Biomüllbehälter. Das heißt nicht, dass das geliebte Tier nun ausziehen muss, nur sollte im Umgang mit ihm beachtet werden, dass die Reinigung von z. B. Vogelkäfig, Katzenklo oder Hundedecke besser nicht vom Patienten selbst durchgeführt wird; auch sollte das Haustier nicht im gleichen Zimmer schlafen.
Keime „verstecken“ sich gerne im Staub. Also z. B. in Teppichböden, Handtüchern, Kleidung und Polstermöbeln. Lebt ein Erkrankter im Haushalt, sollte regelmäßig staubgesaugt und gewaschen, Oberflächen feucht gewischt werden. In der Regel genügen hierfür herkömmliche Reinigungsmittel. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist nur in Ausnahmefällen empfehlenswert. Vorsicht kann auch bei Bauarbeiten im Haus, bei denen viel Staub entsteht, oder beim Ausleeren des Biomülls und bei der Gartenarbeit geboten sein. Hier sind es vor allem Schimmelsporen, vor denen es sich zu schützen gilt. Aus den gleichen Gründen kann es gegebenenfalls auch sinnvoll sein, auf Zimmerpflanzen zu verzichten.

Macht eine besondere Ernährung Sinn?

Ob sich über die Ernährung die Abwehrkräfte stärken lassen, daran scheiden sich schon von jeher die Geister, besonders im Fall einer krankheitsbedingten Immunschwäche ist hier der Einfluss fraglich. Dass eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sinnvoll und wichtig ist, darüber herrscht hingegen Einigkeit, auch und besonders für Menschen mit einer Grunderkrankung.
Nahrungsmittel können allerdings auch selbst eine Quelle für Keime sein. Abwehrgeschwächte Personen sollten deshalb nur gekochte und durchgebratene, gebackene oder ultrahocherhitzte und pasteurisierte Lebensmittel zu sich nehmen. Auf ungekochtes Obst, rohes Gemüse, rohes Fleisch oder Fisch und Rohmilchprodukte sollten sie ganz verzichten.

Medikamentös vorbeugen und behandeln

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Patienten mit einer Immunschwäche gegen bestimmte Erreger zu impfen. Im Falle z. B. der Grippe, die jedes Jahr epidemisch auftritt, macht es sogar Sinn, dass Angehörige und Freunde sich impfen lassen, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. In manchen Situationen, wie zum Beispiel einer Magen- oder Darmspiegelung oder einer Zahnbehandlung, kann eine prophylaktische Antibiotika-Gabe nötig sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Wenn bei Ihnen eine verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen vorliegt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Maßnahmen in Ihrem Fall notwendig sind. Auch hier gilt: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Finden Sie gemeinsam ein gutes Maß zwischen Lebensqualität und übertriebener Vorsicht.

Quellen:

[1] Onkopedia-Leitlinie „Myelodysplastische Syndrome“ https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelodysplastische-syndrome-mds/@@view/html/index.html (Stand: März 2016) (zuletzt besucht am 05.04.2018)
[2] Website des Krebsinformationsdienstes https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2014/news67.php (zuletzt besucht am 05.04.2018)
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