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Wann ist ein Infektionsschutz bei MDS erforderlich?

Bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom (MDS) kann die körpereigene Abwehr infolge der Erkrankung geschwächt sein. In diesen Fällen ist Vorsicht vor Keimen geboten.

Wann ist ein Infektionsschutz bei MDS erforderlich? Das myelodysplastische Syndrom (MDS) führt bei einem Teil der Patienten zum Rückgang der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Leukozyten sind ein zentraler Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem). Eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die Granulozyten, ist eine besonders wichtige Komponente für die Abwehr von Infektionen. Fällt die Zahl der funktionsfähigen Granulozyten aufgrund eines MDS ab, besteht daher eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten (Würmer u. ä.). Im Allgemeinen gilt, dass die Anfälligkeit für Infektionen umso größer ist, je weniger weiße Blutzellen im Blut vorhanden sind. [1,2]

Um infektionsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, sollten Patienten mit verringerter Granulozyten-Zahl (Neutropenie) besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. In schweren Fällen ist es unter Umständen erforderlich, vorbeugend Antibiotika gegen Bakterien oder Medikamente gegen Viren bzw. Pilze einzunehmen. Im Einzelfall wird der behandelnde Arzt seinen Patienten Empfehlungen geben, welche Maßnahmen außerdem sinnvoll sind, um Infektionen vorzubeugen. [2]

Infektionsquellen meiden

Infektionen können bei geschwächtem Immunsystem auf zwei verschiedenen Wegen entstehen:

1. Durch Ausbruch „schlummernder“ Infektionen

Das Immunsystem der meisten Menschen hat sich im Laufe ihres Lebens mit zahlreichen Krankheitserregern auseinandergesetzt. Dem Abwehrsystem gelingt es jedoch nicht immer, den Erreger vollständig aus dem Organismus zu entfernen. Manche Krankheitserreger, wie z. B. Tuberkulose-Bakterien, kapseln sich im Körper ein und überdauern dort, ohne eine aktive Erkrankung hervorzurufen. Lässt die Abwehrkraft des Immunsystems jedoch nach, so können die Erreger vom Immunsystem nicht mehr in Schach gehalten werden und führen zu einem akuten Ausbruch der Krankheit. Aus diesem Grund werden Menschen mit geschwächtem Immunsystem gründlich auf so genannte ruhende Infektionen untersucht. Findet der Arzt entsprechende Hinweise – etwa in Blutuntersuchungen – wird er versuchen, den betroffenen Patienten mit geeigneten Medikamenten zu schützen. [1]

2. Durch Neuansteckung mit Krankheitserregern

Praktisch jeder Gegenstand, Personen und Tiere in der Umwelt sind mit Mikroben besiedelt, die unter Umständen Krankheiten auslösen können. Besonders gefährlich für abwehrgeschwächte Patienten sind andere Menschen – besonders, wenn diese selbst an Infektionen leiden – aber auch Tiere, Pflanzen, das Erdreich sowie Gegenstände, an denen sich naturgemäß viele Mikroben finden. Dazu gehören etwa die Toilette oder Abfälle, aber auch Handys, Smartphones, Laptops und Computertastaturen sowie Nahrungsmittel und Küchengeräte. [3,4]

Besondere Gefahrenquellen stellen darüber hinaus auch Krankenhäuser und Arztpraxen dar, weil dort zahlreiche erkrankte Menschen zusammenkommen. Zusätzlich finden sich hier häufig besonders hartnäckige Krankheitserreger, die nicht auf die normale Behandlung z. B. mit Antibiotika ansprechen. Solche resistenten Keime können dann unter Umständen nur noch mit speziellen, für derartige Fälle reservierten Medikamenten behandelt werden (Reserveantibiotika) und erfordern zusätzliche hygienische Vorsichtsmaßnahmen. [1]

Weitere Informationen zu MDS: Myelodysplastisches Syndrom (MDS) – ein Überblick

Autor: Jan Groh
Aktualisiert durch: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

[1] Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Ratgeber für Patienten nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation. 2014, http://leukaemie-hilfe.de/broschuerenangebot.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=629 (zuletzt besucht am 21.07.2015).
[2] onkopedia leitlinien Myelodysplastische Syndrome, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelodysplastische-syndrome-mds/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 21.07.2015).
[3] Handys: Wahre Bakterienschleudern, http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/krankheiten/Infektionen/smartphone_24_10_12.php zuletzt (besucht am 21.07.2015).
[4] Keime in der Küche: Wenn Essen krank macht, http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bakterien-in-der-kueche-wenn-essen-krank-macht-a-910661.html (zuletzt besucht am 06.08.2015)
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