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Tipps für eine ausgewogene und gesunde Ernährung

Eine spezielle Diät für Menschen mit MDS gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung kann jedoch das Wohlbefinden fördern und den Körper dabei unterstützen, seine alltäglichen und besonderen Aufgaben im Dienste von Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erfüllen.

Verschiedene Lebensmittel, Fisch, Obst, Gemüse etc. auf Holztisch. Ernährungstipps findet man nahezu überall. Und alle paar Wochen ändern sich die Nahrungsmittel, die gerade als „gut“ oder „schlecht“ gelten, oder denen „magische Kräfte“ zugeschrieben werden. Da ist es für den Laien schwierig sich zu orientieren und das „Richtige“ für sich persönlich auszuwählen. Auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft können folgende allgemeine Regeln als Anregung für Ihren Speiseplan dienen:

1. Essen Sie abwechslungsreich
Nutzen Sie die Lebensmittelvielfalt und essen Sie abwechslungsreich. Dabei sollten pflanzliche Lebensmittel den mengenmäßig größten Anteil Ihrer Ernährung ausmachen.
Es gibt kein Lebensmittel, das allein alle Nährstoffe enthält. Je abwechslungsreicher Sie essen, desto geringer ist das Risiko einer einseitigen Ernährung.

2. Obst und Gemüse als Löwenanteil
Essen Sie mindestens 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag. Als „Portion“ gilt hier eine Menge von ca. 125 Gramm. Dazu zählen im weiteren Sinne auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie (ungesalzene) Nüsse.
Gemüse und Obst versorgen Sie reichlich mit Nährstoffen und Ballaststoffen und tragen bei geringem Kaloriengehalt zur Sättigung bei.

3. Volles Korn
Entscheiden Sie sich bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl für die Vollkornvariante. Lebensmittel aus Vollkorn sättigen länger und enthalten mehr Nähr- und Ballaststoffe als Weißmehlprodukte.

4. Tierische Lebensmittel in Maßen
Essen Sie Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich, Fisch ein- bis zweimal pro Woche. Wenn Sie Fleisch essen, dann möglichst nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche.
Milchprodukte enthalten wichtige Eiweiße , Vitamine und Calcium. Seefisch ist ein guter Jodlieferant und fette Fische enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Fleisch liefert Spurenelemente wie Eisen, Selen und Zink. Fleisch und vor allem Wurst enthalten aber auch viel Fett. Rotes Fleisch – dazu gehören Lamm-, Rind-, Schweinefleisch- wird bei hohem Konsum mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung gebracht, für weißes Geflügelfleisch von kennt man diesen Zusammenhang nicht.
Eier sind reich an Eiweißen und Vitaminen, das Eigelb enthält allerdings auch viel Fett und Cholesterin. Setzen Sie sie ab und zu auf Ihren Speiseplan.

5. Fett ist nicht gleich Fett
Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie Raps-, Sonnenblumen- und Olivenöl - und daraus hergestellte Streichfette. Sie liefern zwar, wie alle Fette, viele Kalorien, aber auch Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E. Beachten Sie, dass Fett sich oft in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten „versteckt“. Sogenannte ungesättigte Fettsäuren stecken in pflanzlichen Ölen, Margarine, Nüssen und fetten Fischen. Ihnen sollte der Vorzug gegenüber sogenannten gesättigten Fettsäuren gegeben werden, die sich überwiegend in tierischen Lebensmitteln finden.

6. Zucker und Salz sparsam verwenden
Verwenden Sie Zucker und Salz so wenig wie möglich. Beachten Sie, dass sich beides z. T. in großen Mengen in verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken versteckt. Dies gilt auch für zugesetzte Süße aus Früchten, Honig oder Dicksäften. Eine hohe Zuckerzufuhr erhöht das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2 und für Karies. Auch Obstsäfte sind sehr zucker- und kalorienreich und daher keine Durstlöscher.

Eine hohe Salzzufuhr erhöht das Risiko für Bluthochdruck und damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr als 6 Gramm Salz pro Tag sollten Sie nicht zu sich nehmen.
Würzen Sie alternativ mit Kräutern und Gewürzen. Wenn Sie Salz verwenden, dann sollte dieses mit Jod und Fluorid angereichert sein.

7. Viel Wasser, wenig Alkohol
Die empfohlene Trinkmenge beträgt ca. 1,5 Liter pro Tag. Am besten eignen sich Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßter Tee und Kaffee.
Alkoholische Getränke sollten Sie nicht nur wegen Ihres Kalorienreichtums nur in Maßen genießen. Alkohol ist ein Zellgift und Suchtmittel und wird mit vielen schweren körperlichen und seelischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

8. Schonend, aber sicher zubereiten
Garen Sie Lebensmittel so schonend wie möglich, d. h. mit wenig Wasser und wenig Fett. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie Lebensmittel vor dem Verzehr durchgaren, um etwaige Krankheitserreger abzutöten. Vermeiden Sie jedoch beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren, dass Lebensmittel anbrennen, hierdurch können gesundheitsschädliche Stoffe wie Acrylamid entstehen.

9. Bewusst genießen
Das Sättigungsgefühl erreicht das Gehirn erst ca. 15 bis 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit. Oft hat man dann schon viel mehr gegessen, als man zum Sattwerden benötigt hätte. Vermeiden Sie deshalb vor allem Heißhungerattacken, sondern versuchen Sie regelmäßig, langsam und bewusst zu essen und zu genießen.

10. In Bewegung bleiben
Bewegung verbraucht Energie und setzt Glückshormone frei .Versuchen Sie 30 bis 60 Minuten körperliche Aktivität pro Tag in Ihren Alltag einzubauen.
Dabei muss es sich nicht unbedingt um Sport handeln, auch mehr Bewegung wie z. B. Treppensteigen, Radfahren oder einfach einmal zu Fuß gehen können Ihrem Wohlbefinden zuträglich sein.

Gerade was Körpergewicht und körperliche Aktivität angeht – und auch darüber hinaus – können für Sie als MDS-Patient aber einige Besonderheiten zu bedenken sein.

Gestalten Sie das Ernährungs- und Bewegungsprogramm nach Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen

Die oben genannten Empfehlungen wurden für gesunde Menschen gemacht und sind außerdem sehr allgemein. Für Sie als MDS-Patient gelten vielleicht ein paar Besonderheiten und nicht alle Anregungen sind in Ihrem Fall umsetzbar. Wenn Sie z. B. sowieso schon ein geringes Körpergewicht haben, sollten Sie selbstverständlich nicht weiter abnehmen. In diesem Fall kann es sogar wichtig sein, auf eine hochkalorische, aber dennoch gesunde Ernährung zu achten. Vielleicht müssen Sie aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente strikt auf Alkohol verzichten, möglicherweise sind auch manche Nahrungsmittel, wie z. B. Milchprodukte oder bestimmte Obstsorten, zu meiden. Wenn Ihre Immunabwehr geschwächt ist, ist es wichtig, dass Sie die Gefahr einer Infektion über Lebensmittel geringhalten. Hierzu gehören spezielle Hygienemaßnahmen, wie z. B. der Verzicht auf Rohmilchprodukte und rohes oder kurzgegartes Fleisch und auf rohe Eier. Obst und Gemüse sollten Sie bestenfalls schälen, zumindest aber gründlich waschen.

Wenn Sie Fragen haben oder sich unsicher fühlen im Bezug auf Ihre Ernährung, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Es besteht auch die Möglichkeit einer individuellen Ernährungsberatung bei entsprechenden Experten.

Quellen:

[1] Website der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ (zuletzt besucht am 23.7.2018)
[2] Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit „Lebensmittelinfektionen vermeiden“ https://www.traunstein.com/wTraunstein/verwaltung/aemter/sg535/dokumente/merkblattLebensmittelinfektionenvermeiden.pdf (zuletzt besucht am 23.7.2018)
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