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Gelenkbeschwerden: Arthritis als Begleiterkrankung bei MDS

Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) können zusätzlich immunvermittelte Erkrankungen entwickeln, die mit Gelenkbeschwerden einhergehen. Hierzu zählt beispielsweise die Rheumatoide Arthritis.

Arthritis als Begleiterkrankung bei MDS Bei einem Teil der Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) werden zusätzlich immunvermittelte Erkrankungen beobachtet, unter Anderem verschiedene entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Die genauen Zusammenhänge zwischen den Erkrankungen sind allerdings noch nicht bekannt. [1, 2, 3] Zu den Begleiterkrankungen zählen beispielsweise die Rheumatoide Arthritis und die Polymyalgia rheumatica. [1, 2] Häufig wird zunächst die Diagnose einer Rheumatoiden Arthritis gestellt und MDS erst im Anschluss diagnostiziert. [1]

Kennzeichen der Rheumatoiden Arthritis bei MDS

Bei Rheumatoider Arthritis wird durch eine Störung des körpereigenen Immunsystems die Innenhaut der Gelenke angegriffen: eine Entzündung entsteht, bei der die betroffenen Gelenke anschwellen und druckempfindlich werden. [4]

Die typischen Symptome der Rheumatoiden Arthritis sind: [4]

  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Finger- und Handgelenke (Morgensteifigkeit) über mehr als 30 Minuten
  • Schwellung der betroffenen Gelenke
  • Druckschmerz im Bereich der betroffenen Gelenke
  • Verminderte Greifkraft
  • Kein richtiger Faustschluss.

Häufig treten die Gelenkschmerzen auch in Ruhe auf und sind nachts am stärksten. Druck auf die betroffenen Gelenke und die maximale Beugung oder Streckung verstärken die Schmerzen.

Ohne Behandlung bringt die Rheumatoide Arthritis Einschränkungen bei Alltagstätigkeiten mit sich: es wird immer schwieriger Gurken- und Marmeladengläser zu öffnen, Kleidungstücke zu-und aufzuknöpfen oder die Kaffeetasse zu halten.

Kennzeichen der Polymyalgia rheumatica bei MDS

Die Polymyalgia rheumatica gehört ebenfalls in die Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, die auf Störungen des Immunsystems zurückzuführen sind. Diese systemische Entzündung zeigt sich als Schmerzen der Muskulatur, vor allem im Bereich des Schulter- und des Beckengürtels. Außerdem ist ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl typisch, einhergehend mit Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. [5]

Patienten mit Polymyalgia rheumatica haben Schmerzen im Bereich des Nackens, der Schultern und der Oberarme, die bei Bewegung zunehmen und morgens am stärksten sind. Hüfte, Gesäß, Beine und Lendenwirbelsäule sind weniger häufig als der Schulterbereich betroffen und es kommt es vor allem zu Schmerzen im Bereich der Oberschenkelmuskulatur. [5]

Die Polymyalgia rheumatica bringt deutliche Einschränkungen bei Alltagstätigkeiten mit sich: Schmerzen im Bereich des Schultergürtels behindern die Morgentoilette – Zähneputzen, Kämmen, Rasieren – schmerzhaft, Schmerzen im Bereich des Beckengürtels machen es schwer aus dem Sitzen aufzustehen oder Treppen hinauf- oder hinunterzusteigen.

MDS und immunvermittelte Erkrankungen: Ursache oder Folge?

Bei 10 bis 30 % der Patienten mit MDS werden immunvermittelte Erkrankungen, die auch als Autoimmunkrankheiten bezeichnet werden, beobachtet. Hierzu zählen beispielsweise entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße (Vaskulitis), und die Rheumatoide Arthritis. [6] Häufig wird die Diagnose MDS zu einem Zeitpunkt gestellt, indem eine Autoimmunerkrankung aktiv ist, d. h. Symptome verursacht. Der Grund: bei diesen Erkrankungen erfolgen viele Blutuntersuchungen, in deren Rahmen dann auch MDS diagnostiziert werden kann. Derzeit werden die genauen Zusammenhänge zwischen MDS und den Autoimmunerkrankungen noch intensiv erforscht.

Gelenkschmerzen als Folge einer Eisenüberladung?

Patienten mit MDS leiden häufig unter einem Mangel an roten Blutkörperchen, der mithilfe von Bluttransfusionen ausgeglichen werden kann. Durch die Bluttransfusion erhöht sich die Anzahl der roten Zellen im Blut des Betroffenen und die Beschwerden bessern sich. Da die roten Blutkörperchen jedoch nur eine begrenzte Lebenszeit haben, müssen die Bluttransfusionen dauerhaft und regelmäßig erfolgen. Doch sie belasten den Körper durch die Zufuhr von überschüssigem Eisen: es entsteht das Risiko einer Eisenüberladung.

Eine Eisenüberladung kommt auch bei Patienten mit einer erblich bedingten Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) vor. Bis die Eisenüberladung des Körpers zu Symptomen führt, vergehen oft viele Jahre. Anfangs stehen u. U. allgemeine Symptome im Vordergrund, wie z. B. Müdigkeit und Krankheitsanfälligkeit, aber auch Gelenkschmerzen. Diese werden als Hämochromatose-Arthropathie bezeichnet. Der Gelenkbefall ist – im Gegensatz zur Rheumatoiden Arthritis – eher von degenerativer als entzündlicher Art, ähnelt also einer Arthrose. Allerdings kann auch ein entzündlicher Verlauf vorkommen. [7–10]Auch eine Eisenüberladung, die durch Bluttransfusionen bedingt ist, kann ohne Behandlung mit Eisenchelatoren zu Gelenkschmerzen führen. [11]. Eine Eisenchelattherapie kann bei MDS Gelenkschmerzen vorbeugen und außerdem vor schweren Organschäden schützen, die durch eine Eisenüberladung verursacht werden. Auch die Lebensqualität kann durch die Behandlung mit einem Eisenchelator erhalten bleiben.

Quellen:

[1] Mekinian A et al. Inflammatory Arthritis in Patients With Myelodysplastic Syndromes. Medicine 2014; 93:1-10.

[2] Mobini M et al. Inflammatory Rheumatologic disorders in patients with Myelodysplastic Syndromes: A cross-sectional study. IHOSCR 2015; 9:22-25.

[3] Burns CM et al. A Study of Myelodysplastic Syndrome Patients and Rheumatologic Phenomena. Arthritis Rheum 2009; Suppl 10: 794 DOI: 10.1002/art.25874

[4] Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) „Was ist eine Rheumatoide Arthritis?“ http://mb.dgrh.de/rheumatoidearthritis.html (zuletzt besucht am 21.08.2017)

[5] Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) „Was ist eine Polymyalgia rheumatica?“ http://mb.dgrh.de/polymyalgia.html (zuletzt besucht am 21.08.2017)

[6] Braun T, Fenaux P. Myelodysplastic Syndromes (MDS) and autoimmune disorders (AD): cause or consequence? Best Pract Res Clin Haematol 2013; 26:327-336.

[7] Erhardt, Häussinger: Hämochromatosen – Hämosiderosen. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.

[8] http://www.haemochromatose.org/erkrankung/verlauf.html (zuletzt besucht am 21.08.2017)

[9] Deutsche Rheuma-Liga „Arthropathie bei Haemochromatose“ https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/1.20_Arthropathie_Haemochromatose.pdf ( zuletzt besucht am 21.08.2017)

[10] Carroll GJ et al. Characteristics of the Arthropathy Described in Hereditary Hemochromatosis. Arthritis Care & Research 2014; 64:9-14.

[11] Nishigandha P et al. RHEUMATOID ARTHITIS WITH MYELODYSPLASTIC SYNDROME. J indian Rheumatol Assoc 2005:13:62-63.

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