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Fatigue beim myelodysplastischen Syndrom (MDS)

Schon nach dem Aufstehen wieder zum Umfallen müde sein, immer schlapp und lustlos: Fatigue ist für manche MDS-Patienten sehr belastend. Doch es gibt Möglichkeiten, die Symptome zu lindern.

Müder Mann mit geschlossenen Augen auf Sofa mit abgestütztem Kopf.Der französische Begriff „Fatigue“ (gesprochen Fatieg) heißt übersetzt „Müdigkeit, Erschöpfung“. Sehr häufig spricht man von Fatigue im Zusammenhang mit Krebserkrankungen und deren Behandlung. Aber auch andere chronische Erkrankungen können eine Fatigue bedingen. Der Stoffwechsel und Energieverbrauch durch Tumorzellen, die Belastungen durch z. B. eine Chemo- oder Strahlentherapie oder ein Mangel an roten Blutkörperchen durch Schädigung des Knochenmarks wie bei MDS können mögliche Ursachen für die Entwicklung des chronischen Müdigkeitssyndroms sein.

Wann spricht man von Fatigue?

Als Fatigue bezeichnet man eine krankhafte Ermüdung bzw. Erschöpfung, die weder in direktem Zusammenhang mit einer Anstrengung steht noch sich durch normale Erholungsmechanismen beheben lässt. Kennzeichnend sind z. B.:

  • Anhaltendes Müdigkeitsgefühl auch tagsüber
  • Schlaflosigkeit oder auch vermehrter Schlaf, der aber nicht zur Regeneration führt
  • Schwächegefühl, Gefühl schwerer Gliedmaßen und geringe körperliche Leistungsfähigkeit
  • Motivations- und Antriebsmangel, nachlassendes Interesse an alltäglichen Aktivitäten
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
  • Seelische Erschöpfung, Depression und Angst

In der Regel treten mehrere dieser Symptome gemeinsam auf, wobei eine Fatigue individuell ganz unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Sie kann – z. B. infolge einer Erkrankung oder Behandlung – akut auftreten und wieder verschwinden oder in eine chronische Form übergehen.

Wie wird eine Fatigue festgestellt?

Bei der Diagnose ist der Arzt auf die Schilderungen des Patienten angewiesen, Fatigue lässt sich nicht durch bestimmte Blutwerte oder Ähnliches diagnostizieren. Deswegen ist es wichtig, dass der Patient seine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sowie sein seelisches Befinden möglichst genau beschreibt und auch angeben kann, wie lange der Zustand bereits andauert. Für die Diagnose von Fatigue gibt es mittlerweile auch einige standardisierte Fragebögen, mit deren Hilfe der Arzt die Symptome genau erfassen kann. Besonders wichtig ist hier die Abgrenzung zu einer Depression, die ganz anders behandelt werden muss als eine Fatigue.

Was lässt sich gegen Fatigue tun?

Manchmal stellt die Fatigue für die Betroffenen eine größere Belastung dar, als die zugrundeliegende Erkrankung selbst. Denn sie erschwert die Bewältigung des Alltags und mindert die Lebensqualität. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten ihr entgegenzuwirken:

  • Körperliche Aktivität und Sport
    Je nach aktueller Leistungsfähigkeit kann dies vom Gang zum Briefkasten bis hin zum Ausdauersport reichen. Frische Luft fördert außerdem die Wachheit. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Art der Bewegung für Sie am besten geeignet ist und achten Sie darauf, dass Sie sich – gerade am Anfang – nicht überanstrengen. Steigern Sie Umfang und Häufigkeit der Aktivität in kleinen Schritten. Gerade, wenn es Ihnen schwerfällt sich „aufzuraffen“, kann Sport in einer Gruppe sehr motivierend wirken, denn in diesem Fall kommen auch noch Spaß und soziale Aspekte dazu.
  • Sogenannte Mind-Body-Verfahren
    Hinter diesem Begriff verbergen sich mehrere Therapieverfahren, die auf Körper, Seele und Geist wirken. Allen gemeinsam ist das Erlernen eines achtsamen und ressourcenschonenden Umgangs mit sich selbst und die Schulung von Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge. Zu den Mind-Body-Verfahren gehören z. B. Meditation, Atemübungen und Yoga, Tai-Chi, Qi-Gong, Autogenes Training und andere Entspannungsverfahren.
  • Medikamentöse Behandlung
    In der Regel stehen die nicht-medikamentösen Ansätze im Zentrum eines umfassenden Behandlungskonzepts. Medikamente sollen dann unterstützend eingesetzt werden, wenn es möglich ist, die die Fatigue bedingenden oder verstärkenden Faktoren (wie z. B. Anämie, Hormonstörungen, Schmerzen) damit zu mindern. Für die Fatigue selbst gibt es verschiedene therapeutische Ansätze, dazu gehören Kortison, Amphetamine („Aufputschmittel“) und Antidepressiva. Bisher gibt es aber für keines dieser Medikamente eine eindeutige Therapieempfehlung.
  • Psychoonkologie
    Psychoonkologen sind speziell ausgebildete Therapeuten, die sich mit den psychischen, seelischen und sozialen Aspekten einer Krebserkrankung beschäftigen. Sie machen es sich zur Aufgabe, Betroffene und deren Angehörige bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. FatiguePatienten können in Einzel- oder Gruppensitzungen Strategien zum Umgang mit der krankhaften Ermüdung lernen.
  • Reha-Maßnahmen
    Fatigue kann chronisch werden und es wichtig, dass sie als solche auch erkannt wird. Für chronisch Kranke und Krebspatienten gibt es die Möglichkeit, mehrwöchige stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen. Zu den Therapieangeboten gehören zum Beispiel Bewegungstherapie und Entspannungsverfahren, die in diesem Rahmen erlernt und später in den Alltag integriert werden können.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Wenn Sie bei sich Anzeichen einer Fatigue vermuten, sollten Sie sich frühzeitig an Ihren Arzt wenden. Da dieser Ihre gesundheitliche Situation genau kennt, kann er dann – in Absprache mit Ihnen – die für Sie passenden Behandlungsmaßnahmen einleiten. Unter Umständen kann es Ihnen auch helfen, ein „Fatigue-Tagebuch“ zu führen. Damit lassen sich Tagesschwankungen erkennen und Aktivitäten gezielt in die Zeiten guter Leistungsfähigkeit planen.

Quellen:

  1. Deutsche Krebsgesellschaft e.V. Onko-Internetportal: Fatigue bei Krebs http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/fatigue-bei-krebs.html (zuletzt besucht am 23.8.2018).
  2. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Fatigue: Erschöpfung bei Krebs https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/fatigue/fatigue-index.php (zuletzt besucht am 23.08.2018).
  3. Deutsche Krebshilfe e. V. Die blauen Ratgeber: Fatigue – chronische Müdigkeit bei Krebs. https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/051_0127.pdf (zuletzt besucht am 23.08.2018).
  4. Website der Deutschen Fatigue-Gesellschaft: https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de (zuletzt besucht am 23.8.2018).
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