Ein Service der Novartis Pharma GmbH.
Login für Fachkreise

Phasen der Krankheitsbewältigung – Akzeptanz braucht Zeit

Die Diagnose einer schweren Erkrankung „steckt“ niemand einfach so „weg“. Auch wenn die Art, damit umzugehen, so individuell sein kann wie die Betroffenen selbst, gibt es typische Phasen, die die meisten durchlaufen.

Gelbe Blume wächst auf ausgetrockneten, rissigen Lehmboden. Die Diagnose einer schweren und/oder chronischen Erkrankung ist ein lebensveränderndes Ereignis. Nicht nur Sie selbst, auch das System (z. B. aus Familie, Arbeitsumfeld, Freundeskreis), in das sie eingebunden sind, gerät – ähnlich wie bei einem Mobile – zunächst ins Wanken, wenn sich ein Teil verändert. Es wird eine Weile dauern, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellen kann.

Wie gut und wie schnell es gelingt, sich veränderten Lebensbedingungen anzupassen, hängt zum einen vom Ausmaß der „Bedrohung“ ab, zum anderen von Ihren ganz persönlichen Möglichkeiten und Bewältigungsstrategien.

Typische Phasen der Krankheitsbewältigung

Elisabeth Kübler Ross, eine schweizerisch-amerikanische Psychiaterin (1926–2004) befasste sich vor allem mit Sterbenden und Trauerarbeit. Die Phasen der Krankheitsbewältigung waren ursprünglich als Phasen definiert, die ein Mensch im Wissen um den bevorstehenden Tod durchläuft, sind aber auf jegliche Art des Verlustes und der Trauer anwendbar. Das Modell stellt keinen fixen Ablauf dar. Ein Mensch kann unterschiedlich lang oder ganz in einer Phase stecken bleiben, zwischen den Phasen wechseln und Phasen überspringen. Übrigens: Auch die Angehörigen durchlaufen diese Phasen in ähnlicher oder leicht veränderter Form.

Erste Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Die Diagnose wird verleugnet, der Betroffene beschäftigt sich nicht mit ihr. In dieser Phase kann es sein, dass Erkrankte davon ausgehen, dass Befunde vertauscht wurden oder der Arzt sich geirrt hat.

Zweite Phase: Aggression

Der Betroffene wird wütend. „Wieso ich?“ Er fühlt sich vom Schicksal betrogen, von seinem Umfeld nicht ernstgenommen. Angehörige, Ärzte und Pflegepersonal werden häufig mit der Wut des Patienten konfrontiert.

Dritte Phase: Verhandeln

In dieser Phase beginnt der Patient, sich mit seinem Schicksal zu beschäftigen. Er verhandelt z. B. mit denen, von denen er glaubt, dass sie ihn heilen können (Gott und den Ärzten) oder mit dem Schicksal. „Wenn ich wieder gesund werde, werde ich … z. B. nie mehr rauchen.“

Vierte Phase: Depression

Häufig kommt es im Verlauf zu depressiven Verstimmungen. Die Verhandlungen führen nicht zum Erfolg, die Krankheit wird vielleicht deutlich spürbar. In dieser Phase kann es sein, dass der Betroffene aufhört, seine Medikamente zu nehmen und eine weitere Behandlung ablehnt. Auch Suizidgedanken können in dieser Phase auftreten. Professionelle psychische Unterstützung kann in dieser Phase besonders wichtig sein.

Fünfte Phase: Akzeptanz

In dieser Phase gelingt es dem Patienten seine Krankheit zu akzeptieren und sie in sein Leben zu integrieren. Der Alltag kann sich in ein neues und stetig veränderndes Gleichgewicht einpendeln. In dieser Phase ist es auch möglich, wichtige Sachverhalte wie z. B. Patientenverfügung, Vorsorgevollmachten, Organspende und Testament zu regeln.

Vielleicht hilft es Ihnen, zu sehen, dass die „Berg- und Talfahrt“ im Bezug auf Ihre Erkrankung ganz „normal“ ist und kein Zeichen persönlicher Schwäche. Bedenken Sie z. B. auch, dass Sie sich in einer solchen Situation wahrscheinlich zum ersten Mal befinden und deswegen auch kein Experte für den Umgang mit ihr sein können. Wenn Sie sich überfordert und hilflos fühlen, scheuen Sie sich, wenn möglich, nicht, sich an Ihren Arzt zu wenden. Denn im Gegensatz zu Ihnen hat er Erfahrung mit diesen Situationen und kann Ihnen Hilfe anbieten.

Quellen:

  1. Website des Krebsinformationsdienstes https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/krankheitsverarbeitung/bewaeltigung.php [zuletzt besucht am 29.10.2018].
  2. Student, J.-C. (Hrsg.): Sterben, Tod und Trauer – Handbuch für Begleitende. 2. Aufl., Herder, Freiburg 2006 und pdf: http://christoph-student.homepage.t-online.de/Downloads/Sterbephasen.pdf [zuletzt besucht am 29.10.2018].
Diese Seite teilen:

Medizinischer Infoservice

 

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte den Novartis Pharma Infoservice.

 

Telefon: 0911 273 12100 / Fax: 0911 273 12160

 

Der medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.