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Bewegung und Sport verbessern Lebensqualität bei MDS

Körperliche Aktivität kann sich positiv auf Krankheit und Lebensqualität bei myelodysplastischen Syndromen (MDS) auswirken. Über die geeignete Sportart, den richtigen Zeitpunkt und das Ausmaß sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Bewegung und Sport verbessern Lebensqualität bei MDS„Sollte ich meinen Körper nicht eher schonen, anstatt ihn durch Sport zusätzlich zu belasten, wenn ich an MDS erkrankt bin?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Hierauf gibt es keine pauschale Antwort. Doch oftmals haben Sport und Bewegung eine positive Auswirkung auf Krankheitsgeschehen und Lebensqualität. [1]

Was bringt körperliche Aktivität bei MDS?

Körperlich aktiv zu sein und sich regelmäßig zu bewegen, hat viele positive Auswirkungen, sowohl auf gesunde als auch auf kranke Menschen. Als MDS-Patient können Sie dabei in verschiedener Hinsicht profitieren:[1–3]

  • Bewegung, vor allem an der frischen Luft, fördert die Durchblutung und versorgt den Körper mit Sauerstoff. Dies kann chronische Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue), die als eines der Hauptsymptome des MDS gelten, lindern.
  • Das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem), das bei MDS-Patienten häufig geschwächt ist, kann durch Sport und Bewegung gestärkt werden.
  • Regelmäßige Bewegung kräftigt zudem die Muskulatur und kann Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel senken.
  • Durch körperliche Aktivität werden sogenannte Glückshormone (Endorphine) freigesetzt, deren stimmungsverbessernde Wirkung auch noch nach dem Sport anhält. Daher wirkt sich Bewegung positiv auf die psychische Situation vieler Patienten aus, kann also z. B. Depressionen und Ängsten vorbeugen oder diese reduzieren.
  • Bewegung kann das Selbstvertrauen in den eigenen Körper und damit auch das Selbstwertgefühl fördern. Zudem werden viele Sportarten gemeinsam mit anderen Menschen ausgeübt. So haben sportliche Aktivitäten auch eine soziale Funktion und können dabei helfen, ins Leben und zur Normalität zurückzukehren.

Insgesamt kann regelmäßige körperliche Aktivität also zum Erhalt oder zur Verbesserung der Lebensqualität bei MDS beitragen. [1]

Welche Sportarten sind besonders geeignet?

Vor allem Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern oder Nordic Walking können Ihnen dabei helfen, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen und Ihr Immunsystem zu stärken. Die körperliche Belastung lässt sich bei diesen Sportarten gut steuern und an die individuelle Leistungsfähigkeit anpassen. [3]

Auch Kräftigungsübungen in Form von Gymnastik oder an Geräten sind förderlich bei MDS. Dadurch kann die oft geschwächte Skelettmuskulatur wiederaufgebaut werden. [3]

Worauf müssen Sie achten?

Bei körperlicher Aktivität sollten Sie Überbeanspruchungen und Verletzungen vermeiden. Das gilt vor allem dann, wenn Sie einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) haben, da in diesem Fall eine erhöhte Blutungsgefahr besteht. Sportarten, bei denen es zu Schlägen oder Stößen kommen kann, wie Fußball, Handball, Volleyball oder Kampfsportarten, sollten Sie wenn überhaupt nur in abgeschwächter Form betreiben. Auch Krafttraining mit vollem Einsatz sowie gymnastische Übungen mit hohen Belastungsspitzen sind verletzungsanfällig und sollten daher vermieden werden. [3] Der Puls sollte nicht über 150 Schläge pro Minute ansteigen und der Blutdruck Werte von 160/100 mmHg nicht überschreiten. Auch für Patienten, die infolge einer Blutarmut (Anämie) häufig müde und erschöpft sind, ist es besonders wichtig, auf den eigenen Körper zu hören, das richtige Maß an Aktivität zu finden und sich bei Bedarf Ruhephasen zu gönnen. [3]

Patienten mit MDS haben nicht selten ein geschwächtes Immunsystem. Deshalb müssen sie bei sportlichen Aktivitäten darauf achten, Infektionen zu vermeiden . Verzichten Sie daher vor allem in Zeiten hoher Infektanfälligkeit lieber auf Schwimmen und Saunabesuche. Machen Sie keine Sportarten mit häufigem Körperkontakt, z. B. Kampfsport. Bei Gruppensportarten kann die Ansteckungsgefahr durch Tragen eines Mundschutzes verringert werden. [3]

Fragen Sie Ihren Arzt

Wenn Sie sich sportlich betätigen möchten, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Da dieser Ihre gesundheitliche Situation genau kennt, kann er Auskunft darüber geben, welches Bewegungspensum und welche Art der Bewegung für Sie geeignet und sinnvoll sind. [1]

Weitere Informationen zum Thema „Bewegung und Sport bei Krebs“ erhalten Sie beispielsweise auf der Website des Krebsinformationsdienstes [1]. Die Deutsche Krebshilfe bietet zudem eine entsprechende Broschüre aus der Reihe „Die blauen Ratgeber“ an [3]. Einen Überblick über die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten beim myelodysplastischen Syndrom gibt z. B. die Infografik: MDS – Was ist das eigentlich?.

Autor: Stefan Oetzel

Quellen:

[1] Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Sport und Bewegung: Unterstützung für Krebspatienten). https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php (zuletzt besucht am 21.07.2015).
[2] Techniker Krankenkasse. Broschüre: Sport als Therapie (Stand: 2010). http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/233600/Datei/2383/TK-Broschuere-Sport-als-Therapie.pdf. (zuletzt besucht am 21.07.2015).
[3] Deutsche Krebshilfe e. V. Die Blauen Ratgeber: Bewegung und Sport bei Krebs (Stand: 2014). http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0104.pdf (zuletzt besucht am 21.07.2015).
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