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Therapietreue – Konsequente Behandlung der Eisenüberladung lohnt sich

Eisenüberladung kann effektiv behandelt werden. Wichtig ist dabei, die Therapie nicht zu unterbrechen, auch wenn die Erkrankung nicht spürbar ist.

Therapietreue – Konsequente Behandlung der Eisenüberladung lohnt sichFür den Erfolg der Behandlung der Eisenüberladung mit Eisenchelatoren ist eine gute Therapietreue (Adhärenz) eine wichtige Voraussetzung. Doch was bedeutet dieser Begriff? Kurz erklärt: Sie weisen eine gute Therapietreue auf, wenn Sie die mit Ihrem Arzt vereinbarten Therapiemaßnahmen einhalten, die notwendigen Untersuchungen wahrnehmen und eventuelle Problemen und Fragen im Zusammenhang mit der Behandlung mit Ihrem Arzt besprechen.

Wenn Sie verstehen, warum und wie Sie Ihre Medikamente einnehmen müssen, ist das eine gute Ausgangsbasis, eine hohe Therapietreue zu erreichen. Denn je mehr Sie über Ihre Therapie wissen, umso besser können Sie dazu beitragen, Ihre Eisenüberladung unter Kontrolle zu bekommen.

Bei Kindern, die lebenslang auf Bluttransfusionen angewiesen sein werden, weil ihr Körper nicht genügend funktionsfähige rote Blutkörperchen (Erythrozyten) bilden kann, ist eine konsequente Behandlung der Eisenüberladung mit Eisenchelatoren besonders wichtig. [1]

Wie werden Eisenchelatoren angewendet?

Da sich die verschiedenen Medikamente hinsichtlich ihrer Anwendung unterscheiden, ist es wichtig, sich an die Hinweise in der Packungsbeilage zu halten – außer Ihr Arzt hat Ihnen andere Anweisungen gegeben. Wenn Sie sich an diese Vorgaben halten, leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Eisenchelatoren im Körper möglichst kontinuierlich, also 24 Stunden am Tag, wirksam sein können.

Was ist bei der Behandlung mit Eisenchelatoren zu beachten?

Ihr behandelnder Arzt errechnet Ihre individuell erforderliche Medikamentendosis, die unter anderem Ihr Gewicht, den Grad Ihrer Eisenüberladung und die Häufigkeit Ihrer Bluttransfusionen berücksichtigt. Aus diesem Grund sollten Sie sich exakt an die verordnete Dosierung halten und niemals ohne Absprache mit Ihrem Arzt die Menge des einzunehmenden Eisenchelators verändern. Dies kann, wenn Sie beispielsweise eine zu niedrige Dosis einnehmen, zu erhöhten Eisenwerten oder, bei zu hohen Dosen, zu vermehrten Nebenwirkungen führen.

Sie sollten die Therapie mit Eisenchelatoren außerdem nicht selbständig unterbrechen, sondern nur auf Anweisung Ihres Arztes. Dies gilt auch, wenn Sie im Zusammenhang mit der Therapie Nebenwirkungen feststellen. Sprechen Sie in diesem Fall sobald wie möglich mit Ihrem Arzt, damit er sich mit Ihnen über das weitere Vorgehen beraten kann.

Wenn Sie die Einnahme Ihrer Medikamente in Ihre gewohnte Tagesroutine einbauen, ist das der beste Weg sich an die Einnahme des Medikamentes zu erinnern. Auch ein Wecker bzw. ein Handy oder eine Uhr mit Alarmfunktion können Ihnen hierbei helfen.

Für eine kontinuierliche Behandlung ist es auch wichtig, immer eine ausreichende Menge an Medikamenten vorrätig zu haben. Wenn Sie sich rechtzeitig das nächste Rezept besorgen – insbesondere vor Urlauben oder langen Wochenenden – lassen sich eventuelle Engpässe vermeiden.

Warum ist eine gute Therapietreue so wichtig?

Eisenchelatoren binden überschüssiges Eisen und ermöglichen somit dessen Ausscheidung aus dem Organismus und wirken so einer transfusionsbedingten Eisenüberladung entgegen. Dadurch können Blutbildung und Organfunktionen verbessert werden. [2,3] Sie sind allerdings nur effektiv, wenn der Substanzspiegel in Ihrem Blut kontinuierlich im wirksamen Bereich liegt. Voraussetzung dafür ist eine kontinuierliche Einnahme, auch wenn diese bei einer Erkrankung, die man weder sehen noch fühlen kann, besonders schwer durchzuhalten ist.

Therapietreue gilt auch für Kontrolluntersuchungen

Das Tückische an einer Eisenüberladung ist, dass Sie zunächst keine Beschwerden haben. Erst wenn sich das Eisen in den Organen (z. B. Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse) abgelagert hat, können erste Symptome auftreten. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Organe bereits geschädigt bzw. nicht mehr voll funktionsfähig. Um eventuellen Organschäden vorzubeugen bzw. sie zu verhindern, wird Ihr behandelnder Arzt Sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bitten. [4]

Die regelmäßige Kontrolle ist ein außerdem wichtiger Baustein Ihrer Therapie mit Eisenchelatoren. Nehmen Sie deshalb die vereinbarten Untersuchungstermine zuverlässig wahr. Denn mit Hilfe der Kontrolluntersuchungen kann Ihr Arzt feststellen, wie gut die Behandlung wirkt, und die Therapie jeweils an Ihre aktuelle gesundheitliche Situation anpassen. Ein weiterer positiver Effekt der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen besteht darin, dass Ihr Arzt das Risiko für eventuelle Organschäden frühzeitig erkennen und entsprechende Therapieschritte einleiten kann. [4]

Autor: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

  1. Medikamentöse Entfernung des Eisens aus dem Körper (Eiseneliminationstherapie). http://www.kinderblutkrankheiten.de/content/erkrankungen/rote_blutzellen/sekundaere_eisenueberladung/therapie/medikamentoese_therapie/index_ger.html {zuletzt besucht am 16.07.2015).
  2. Gattermann, N.: Therapie der sekundären Hämochromatose. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 499–504.
  3. Transfusionsbedingte Eisenüberladung: Chelat-Therapie verbessert Überleben, Hämatopoese und Herzfunktion. http://www.trillium.de/zeitschriften/trillium-krebsmedizin/archiv/heft-22015/berichte/transfusionsbedingte-eisenueberladung.html (zuletzt besucht am 16.07.2015).
  4. Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie. 5. Auflage. November 2009. Online unter: http://www.leukaemie-hilfe.de/broschuerenangebot.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1[downloadUid]=76 (zuletzt besucht am 16.07.2015).
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