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Eisenchelatoren – Nebenwirkungen erkennen und lindern

Eisenchelatoren werden zur Behandlung der transfusionsbedingten Eisenüberladung eingesetzt. Sie sind in der Regel gut verträglich. Falls Nebenwirkungen auftreten, sind sie meist vorübergehend und können effektiv gelindert werden.

Eisenchelatoren – Nebenwirkungen erkennen und lindernWenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, ist meist eine Behandlung mit Eisenchelatoren notwendig. Wenn einem Patienten mehr als 20 Erythrozytenkonzentrate infundiert werden, es kann zu einer Eisenüberladung kommen. Diese kann die Funktion von Organen wie z. B. Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse oder Knochenmark stören. Eisenchelatoren binden überschüssiges Eisen im Blut, das dann aus dem Organismus ausgeschieden werden kann, und können positiven Einfluss auf die Blutbildung. haben. Das Ziel der Behandlung mit Eisenchelatoren ist es, Folgeerkrankungen einer Eisenüberladung zu verhindern, die sowohl Ihre Lebensqualität als auch Ihre Lebenserwartung beeinträchtigen können. [1,2]

Was sind Nebenwirkungen?

Als Nebenwirkungen werden unerwünschte Wirkungen eines Arzneimittels bezeichnet, die zusätzlich zur gewünschten Wirkung auftreten [3]. Hierzu gehören harmlose Beschwerden, z. B. Müdigkeit, aber auch ernste Begleiterscheinungen wie Veränderungen im Blutbild. Von den Nebenwirkungen müssen die sogenannten Wechselwirkungen unterschieden werden. Die treten dann auf, wenn sich die Inhaltsstoffe mehrerer gleichzeitig eingenommener Arznei- oder Lebensmittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen. [4] Dies kann dann die Wirkstärke eines Medikamentes, die Wirkdauer oder den Zeitpunkt, zu dem die Wirkung einsetzt, beeinflussen.

Eisenchelatoren können verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen

In Deutschland sind derzeit drei verschiedene Eisenchelatoren zugelassen, die sich hinsichtlich ihrer möglichen Nebenwirkungen voneinander unterscheiden. Deshalb treffen nicht alle im Folgenden aufgeführten Beschwerden auf jedes der drei Medikamente zu.

Bei einer Behandlung mit einem Eisenchelator können – müssen aber nicht – unter anderem folgende Beschwerden auftreten: [1]

  • Magen-Darm-Probleme (Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung)
  • Hautausschlag und Juckreiz
  • Seh- oder Hörstörungen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Störungen im Blutbild

Es kann bei der Behandlung mit bestimmten Eisenchelatoren zu einer rötlich-braunen Verfärbung des Urins kommen. Das ist aber kein Anlass zur Sorge – die Verfärbung entsteht, weil der Körper auch Eisen über den Urin ausscheidet. Sie ist gesundheitlich völlig unbedenklich. [1]

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen vermuten

Wenn Sie vermuten, dass Sie Nebenwirkungen der Therapie mit einem Eisenchelator spüren, sollten Sie dies Ihrem Arzt so bald wie möglich mitteilen – egal welche Art von Beschwerden Sie haben. Nur er kann beurteilen, wie ernst die Beschwerden sind und ob es sich wirklich um Nebenwirkungen aufgrund der Therapie handelt – oder ob es andere Ursachen für Ihre Beschwerden gibt. Ist dies geklärt, so kann er Ihnen u. U. Medikamente zur Linderung der Beschwerden verordnen oder weitere Tipps geben, was Sie selbst dagegen tun können.

Wenn Sie Nebenwirkungen vermuten, dann sollten Sie auf keinen Fall ohne Absprache mit Ihrem Arzt die Therapie unterbrechen und auch nicht die Dosierung Ihrer Medikamente verändern. Die kontinuierliche Einnahme der Medikamente, d. h. Ihre Therapietreue, ist wichtig für den Behandlungserfolg. Nur Ihr behandelnder Arzt sollte solche Veränderungen der Therapie veranlassen.

Therapieanpassung und Kontrolluntersuchungen bei Nebenwirkungen

Ihr behandelnder Arzt entscheidet, was bei welchen Nebenwirkungen am besten zu tun ist. So können einige Beschwerden dadurch verringert oder verhindert werden, indem er die Behandlung neu auf Sie abstimmt. In manchen Fällen wird er beispielsweise die Dosis des Eisenchelators für einen gewissen Zeitraum reduzieren. Auch eine zeitlich begrenzte Unterbrechung der Therapie oder der Umstieg auf ein anderes Präparat sind möglich. Nebenwirkungen wie z. B. Durchfall, Bauchschmerzen oder Hautausschläge klingen häufig nach einer gewissen Zeit von selbst ab. [1]

Da es einige Nebenwirkungen gibt, die Sie selbst nicht bemerken, sollten Sie Ihre Gesundheit regelmäßig beim Arzt kontrollieren lassen. In sehr seltenen Fällen führen Eisenchelatoren beispielsweise zur Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder zur Erhöhung von bestimmten Nieren- und Leberwerten. Dies lässt sich nur durch ärztliche Untersuchungen, zum Beispiel anhand einer Blutprobe, feststellen. Halten Sie daher die vereinbarten Kontrolltermine bei Ihrem Arzt zuverlässig ein. [1]

Das können Sie selbst tun, um Nebenwirkungen zu lindern

Am häufigsten kommt es bei einer Eisenchelator-Therapie zu Magen-Darm-Beschwerden. Sie können selbst etwas tun, um die Symptome zu lindern, wenn Sie Bauchschmerzen oder Durchfall haben.

Bei Bauchschmerzen kann es hilfreich sein, Wasser oder Kräutertees in kleinen Schlucken zu trinken. Schwer verdauliche, fettreiche Speisen sollten Sie meiden. Auch eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkernsäckchen oder ein Wärmekissen, die Sie im Bauchbereich auflegen, können die Schmerzen lindern.

Wenn Sie unter Durchfall leiden, ist es wichtig, dass Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Sie sollten also mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag trinken. Gut sind Mineralwasser ohne Kohlensäure, Tee mit einer kleinen Prise Salz oder eine leichte Gemüsebrühe, um den Salzverlust infolge des Durchfalls auszugleichen. Cola und Säfte sind zur Behandlung von Durchfall ungeeignet, da sie zu viel Zucker enthalten und hierdurch den Durchfall verstärken können. Sie sollten auch auf Milch, Kaffee und Alkohol sowie auf fette und sehr ballaststoffreiche Mahlzeiten verzichten, denn sie können den Durchfall verschlimmern. [1,5]

Autor: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

  1. Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie. 5. Auflage. November 2009; Online unter: http://www.leukaemie-hilfe.de/broschuerenangebot.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1[downloadUid]=76. (zuletzt besucht am 17.07.2015).
  2. Gattermann, N.: Therapie der sekundären Hämochromatose. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 499–504.
  3. Homepage Doccheck Flexikon. Nebenwirkung. http://flexikon.doccheck.com/de/Nebenwirkung (zuletzt besucht am 17.07.2015).
  4. Homepage Doccheck Flexikon. Arzneimittelwechselwirkung. http://flexikon.doccheck.com/de/Arzneimittelwechselwirkung (zuletzt besucht am 17.07.2015).
  5. Homepage Netdoktor. Durchfall – das sind die besten Hausmittel. http://www.netdoktor.de/Bildergalerie/Durchfall-das-sind-die-besten-Hausmittel-175/0.html (zuletzt besucht am 17.07.2015).
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