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Transfusionsbedingte Eisenüberladung: Therapie mit Eisenchelatoren

Bei wiederholten Bluttransfusionen wird jedes Mal Eisen mitübertragen, das der Körper nicht aktiv ausscheiden kann. Moderne Medikamente, sogenannte Eisenchelatoren, können dieses binden und so Folgeschäden mindern.

Älteres Paar am Gartenzaun lehnend. In jeder Blutkonserve mit roten Blutkörperchen sind ca. 200–250 mg Eisen enthalten. Anders als bei vielen anderen Substanzen kann der Körper Eisen nicht aktiv ausscheiden. Wenn ein Patient regelmäßig Erythrozytenkonzentrate erhält, kommt es deshalb langfristig zu einer Eisenüberladung. Überschüssiges Eisen kann zu sogenanntem Oxidativen Stress führen und Organe langfristig schädigen. Es sollte deshalb nach Möglichkeit aus dem Körper entfernt werden.

Wie stellt man eine Eisenüberladung fest?

Ob eine Eisenüberladung vorliegt, lässt sich anhand regelmäßiger Kontrollen des Serumferritinwerts und ggf. einer Körpereisenmessung feststellen.

Man geht davon aus, dass bereits nach etwa 10 Transfusionen eine Eisenüberladung vorliegt. Dann kann die Behandlung mit speziellen Medikamenten, sogenannten Eisenchelatoren, sinnvoll sein.

Was sind Eisenchelatoren und wie wirken sie?

Die derzeit eingesetzten Medikamente basieren alle auf einem ähnlichen Wirkprinzip: Sie sind sogenannte Chelatbildner (Chelat = griechisch für Kralle oder Krebsschere) und können das Eisen (Eisenionen) wie eine Krebsschere umgreifen. Das Chelatormolekül wird dann mitsamt dem gebundenen Eisen über die Galle in den Stuhl oder über die Niere in den Urin ausgeschieden. Die derzeit in Deutschland zugelassenen Eisenchelatoren werden dem Körper entweder in Spritzen- oder in Tablettenform zugeführt. Um richtig wirken zu können, müssen die Medikamente kontinuierlich, also 24 Stunden am Tag, im Körper vorhanden sein. Eine regelmäßige Anwendung ist deshalb essenziell wichtig. Bei dauerhafter, konsequenter Therapie gelingt es auf diese Weise allmählich, überschüssiges Eisen aus dem Kreislauf und den Geweben zu entfernen.

Eisenchelatoren können Organschäden vermindern und das Leben verlängern

Liegt überschüssiges Eisen ungebunden im Körper vor, kommt es zur Bildung von sogenannten freien Radikalen. Diese können die Körperzellen schädigen und die Funktion der Organe langfristig beeinträchtigen. Eisenchelatoren können dadurch, dass sie die Ausscheidung des Eisens aus dem Körper möglich machen, diesen Mechanismus unterbrechen.

Außerdem gibt es Anhaltspunkte aus Studien mit MDS-Patienten, dass eine konsequente Therapie mit Eisenchelatoren einen günstigen Effekt auf die Blutbildung hat und daher die Notwendigkeit von Transfusionen womöglich reduziert und die Lebensdauer verlängern kann.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen erhalten.

Quellen:

  1. Deutsche Lymphom- und Leukämiehilfe-Stiftung: Patientenbroschüre Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen oder aplastischer Anämie https://www.leukaemie-hilfe.de/nc/broschuerenangebot.html?tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=76 [zuletzt besucht am 27.09.2018]

  2. AWMF online: Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei angeborenen Anämien, Stand: 2015 https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-029l_S2k_sekund%C3%A4re_Eisen%C3%BCberladung_bei_angeborenen_An%C3%A4mien_2015-07.pdf [zuletzt besucht am 27.09.2018]

  3. Pharmawiki https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Eisenchelatoren [zuletzt besucht am 27.09.2018]

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