Ein Service der Novartis Pharma GmbH.
Login für Fachkreise

Medikamente entfernen Eisen aus Blut und Gewebe

Bei Patienten mit krankhaft erhöhten Eisenspiegeln im Blut ist eine medikamentöse Therapie mit sogenannten Eisenchelatoren möglich. Diese können schwerwiegende Organschäden verhindern. Doch sie müssen dauerhaft und konsequent angewendet werden.

Medikamente entfernen Eisen aus Blut und Gewebe Neben dem Aderlass steht bei Eisenüberladung eine medikamentöse Therapie mit sogenannten Eisenchelatoren zur Verfügung, um Organschäden möglichst zu verhindern oder zu reduzieren. Wichtig ist, die Eisenchelatoren regelmäßig und konsequent einzunehmen, damit sie so gut wie möglich wirken können. [1]

Eisenchelatoren können Organschäden vermindern

Regelmäßige Blutübertragungen ermöglichen beispielsweise Kindern mit Beta-Thalassämie eine normale Entwicklung. Doch ab dem 10.–11. Lebensjahr können sich zunehmend Komplikationen durch eine Eisenüberladung entwickeln. Bei älteren Patienten kann es durch die regelmäßige Transfusionstherapie vor allem zu eisenüberladungsbedingten Organschäden im Bereich des Herzens (myokardiale Eisenüberladung) kommen. [2]

Ein wichtiger Baustein, um Organschäden infolge einer transfusionsbedingten Eisenüberladung zu vermindern, ist die Entfernung des Eisens aus dem Blut mit Medikamenten, den so genannten Eisenchelatoren. Diese binden überschüssiges Eisen, so dass es vom Körper ausgeschieden werden kann. [3]

Eisenchelatoren können das Leben verlängern

Außerdem gibt es Anhaltspunkte aus Studien mit Patienten, die am myelodysplastischen Syndrom (MDS) erkrankt sind, dass eine konsequente Eisenchelat-Therapie einen günstigen Effekt auf die Blutbildung haben und daher die Notwendigkeit von Transfusionen womöglich reduzieren und die Lebensdauer verlängern kann. [4]

Wann beginnt die Therapie?

Bei der Entscheidung über den Beginn der Therapie und bei deren Kontrolle spielt die Diagnostik eine wichtige Rolle. So wird empfohlen, bei Patienten, die wiederholt Bluttransfusionen erhalten, regelmäßig (mindestens alle drei Monate) das Serumferritin im Blut zu messen. Steigt der Wert über 1.000 ng/ml, liegt eine Eisenüberladung vor und es kann eine Therapie mit Eisenchelatoren erwogen werden. Das bedeutet, dass in Abhängigkeit von weiteren Faktoren – etwa der Schwere der Grunderkrankung, den Begleiterkrankungen oder dem Ausmaß der Transfusionsbedürftigkeit – ab dieser Grenze überlegt wird, ob eine Therapie mit Eisenchelatoren sinnvoll bzw. notwendig ist. [3,4]

Was ist ein Eisenchelator?

Die derzeit erhältlichen Medikamente basieren alle auf einem ähnlichen Wirkprinzip: Sie sind sogenannte Chelatbildner (Chelat = griechisch für Kralle oder Krebsschere) und können ein Eisenion wie eine Krebsschere umgreifen. Das Chelatormolekül wird dann mitsamt dem gebundenen Eisen über die Galle in den Stuhl oder über die Niere in den Urin ausgeschieden. Dabei ist es allerdings wichtig, dass die Eisenchelatoren im Körper möglichst kontinuierlich, also 24 Stunden am Tag, wirken. [5]

Bei dauerhafter, konsequenter Therapie gelingt es auf diese Weise allmählich, das Eisen wieder aus dem Kreislauf und den Geweben zu entfernten. Ein Behandlungserfolg wird erkennbar, wenn die Ferritinkonzentrationen im Serum sinken. Zusätzlich kann auch die Urineisenausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin gemessen werden. [5]

Drei Eisenchelatoren in Deutschland zugelassen

Da der Therapieerfolg wesentlich von der konsequenten Mitarbeit (Compliance) des Patienten abhängt, müssen er und seine Angehörigen umfassend über die Notwendigkeit, die Durchführung und die möglichen Nebenwirkungen der Therapie aufgeklärt werden. Zudem kann ein gut verträgliches, einfach anzuwendendes Medikament dazu beitragen, dass der Patient – wie erforderlich – die Therapie über einen langen Zeitraum optimal anwendet. In Deutschland sind derzeit drei Eisenchelatoren für unterschiedliche Anwendungsgebiete zugelassen. [6]

Autor: BSMO
Aktualisiert durch: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

  1. Siegmund–Schulze N. Dtsch Ärztebl 2012; 109 (27–28): A–1447.
  2. Onkopedia Leitlinien: Beta Thalassämie https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/beta-thalassaemie/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  3. AMWF Leitlinien. Sekundäre Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien, Diagnostik und Therapie. http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-029.html (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  4. Onkopedia Leitlinien: Myelodysplastische Syndrome(MDS). http://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/mds (zuletzt besucht am 20.02.2017).
  5. Gattermann, N.: Therapie der sekundären Hämochromatose. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 499–504.
  6. Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie. 5. Auflage. November 2009. http://www.leukaemie-hilfe.de/broschuerenangebot.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1[downloadUid]=76 (zuletzt besucht am 20.02.2017).
Diese Seite teilen:

Medizinischer Infoservice

 

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte den Novartis Pharma Infoservice.

 

Telefon: 0911 273 12100 / Fax: 0911 273 12160

 

Der medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.