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Beschwerden bei Eisenüberladung

Eisenüberladung kann als Folge der erblich bedingten Eisenspeicherkrankheit auftreten. Aber auch Erkrankungen, bei denen regelmäßige Bluttransfusionen erforderlich sind, bergen das Risiko einer Eisenüberladung. Die Beschwerden können gravierend sein.

Bluttransfusionen - Ein Überblick Sowohl bei der erblich bedingten Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) als auch infolge regelmäßiger Bluttransfusionen kann es ohne Behandlung zu einer Eisenüberladung kommen.

Die Ursache der Eisenüberladung ist jeweils gleich: überschüssiges Eisen kann vom Körper nicht ausgeschieden werden. Es besteht die Gefahr, dass sich das Eisen in Organen ablagert und diese schädigt, wenn die Patienten keine entsprechende Behandlung zur Entfernung des Eisens aus dem Körper erhalten. [1,2,3] Deshalb gibt es je nach Ursache der Eisenüberladung verschieden Therapiemöglichkeiten wie beispielsweise den Aderlass oder sogenannte Eisenchelatoren, die das überschüssige Eisen aus dem Körper entfernen.


Beschwerden bei Eisenüberladung: Dauer des Eisenüberschusses ist wichtig

Bei der erblich bedingten Eisenüberladung vergehen oft viele Jahre, bis die ersten Beschwerden auftreten. Zunächst haben die Betroffenen eher allgemeine Symptome. Deshalb sind sie oft schon älter als 30 Jahre und weisen bereits Einschränkungen der Organfunktion auf, bevor die Diagnose gestellt wird. [1] Zu den allgemeinen Beschwerden bei Eisenüberladung zählen beispielsweise Müdigkeit, Schwäche und Gelenkbeschwerden.

Wer dagegen regelmäßig Bluttransfusionen erhält, kann bereits nach rund 20 Transfusionsbehandlungen eine gefährliche Anhäufung von Eisen im Körper aufweisen. Deshalb werden auch regelmäßig entsprechende Kontrolluntersuchungen sowie eine Therapie mit Eisenchelatoren empfohlen. [2,3]


Unerkannte Eisenüberladung bei Erwachsenen: Organschäden in fortgeschrittenen Stadien

Wird eine Eisenspeicherkrankheit nicht erkannt, oder würden bei regelmäßigen Transfusionen keine Eisenchelatoren zum Einsatz kommen, dann wäre meist eine Beeinträchtigung der Leberfunktion die erste Folge. Hierbei können die Leberwerte ansteigen, die Leber kann sich vergrößern und es kann ohne Behandlung zu einer Leberzirrhose als Spätfolge kommen. [1,2,3]

Außerdem können der Herzmuskel, aber auch die Bauchspeicheldrüse und andere Drüsen (z. B. Hirnanhangsdrüse, Schilddrüse) sowie die Gelenke betroffen sein. In späten Stadien kann sich die Farbe der Haut durch Ablagerung von Melanin und Eisen verändern (Bronzefärbung). [1,2,3]

In fortgeschrittenen Stadien können je nach Organschädigung weitere Beschwerden vorkommen: [1,2]

  • Bei Eisenablagerung im Herzmuskel besteht die Gefahr einer Herzschwäche und schwerwiegender Herzrhythmusstörungen.
  • Infolge einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse durch Eisenablagerung kann eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entstehen.
  • Wird die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) geschädigt, so können bei Männern Testosteronmangel mit verminderter Libido und bei Frauen vorzeitige Wechseljahre die Folge sein.

Sekundäre Eisenüberladung bei Kindern: gesundheitliche Probleme mit schwerwiegenden Folgen

Wird bei Kindern die Behandlung der Eisenüberladung nicht zuverlässig eingehalten, kann das schwerwiegende Folgen haben. So können die Herzmuskelzellen durch Eisenablagerungen geschädigt werden. Als mögliche Folgen kann es zu Herzrhythmusstörungen, chronischem Herzversagen und sogar zum plötzlichen Herztod kommen. [4]

Typische Krankheitszeichen bei Funktionsstörungen der Leber infolge Eisenablagerung sind beispielsweise: [4]

  • Gelbfärbung der Haut und des Weißen im Auge (Ikterus)
  • Hormonmangelerscheinungen
  • Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum
  • Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit.

Wenn sich das Eisen langfristig in Drüsen ablagert, die Hormone bilden, wie beispielsweise in der Bauchspeichel- und Schilddrüse, den Hirnanhangs- und Nebenschilddrüsen, entstehen in diesen Gewebeschäden. Die Folge können Hormonmangelerscheinungen sein, wie zum Beispiel: [4]

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Kleinwuchs
  • verzögerte Pubertät
  • Müdigkeit, Schwäche, Entwicklungsstörungen
  • erhöhte Knochenbrüchigkeit.

Bei Kindern und Erwachsenen können die beschriebenen Beschwerden und Spätkomplikationen einer Eisenüberladung weitgehend vermieden werden, wenn rechtzeitig eine konsequente Behandlung erfolgt.

Autor: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

  1. Erhardt, Häussinger: Hämochromatosen – Hämosiderosen. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.
  2. Nielsen: Therapieoptionen bei Eisenüberladungserkrankungen. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.
  3. Iron Health Alliance. Pathophysiologie der Eisenüberladung, http://www.ironhealthalliance.com/professionals/iron-overload/pathophysiology/ (zuletzt besucht am 8.02.2016).
  4. Sekundäre Eisenüberladung bei Kindern und Jugendlichen mit angeborener Anämie http://www.kinderblutkrankheiten.de/content/erkrankungen/rote_blutzellen/sekundaere_eisenueberladung/symptome/ (zuletzt besucht am 8.02.2016).
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