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Eisenüberladung nach Stammzelltransplantation

Oft sind vor oder nach einer Stammzelltransplantation Bluttransfusionen erforderlich. Neben den großen Risiken der Transplantation sollten die Gefahr einer Eisenüberladung und deren Folgeschäden nicht aus den Augen verloren werden.

Eisenüberladung bei Stammzelltransplantation Es gibt verschiedene Krankheiten und Zustände, bei denen die Funktion des Knochenmarks vorübergehend oder dauerhaft gestört ist. Hierzu gehören verschiedene Arten von Blutkrebs (z. B. Leukämien), aber auch gutartige Funktionsstörungen des Knochenmarks, z. B. bestimmte angeborene Formen von Blutarmut (Anämien). In diesen Fällen kann es nötig sein, das funktionslose Knochenmark durch gesundes zu ersetzen (Stammzell- oder Knochenmarktransplantation).

Das Knochenmark ist für die Bildung der verschiedenen Blutzellen zuständig, die lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllen. Eine Transplantation von Knochenmark bedeutet, dass dem Patienten gesunde Vorläuferzellen von Blutkörperchen (Stammzellen) übertragen werden, die zuvor entweder ihm selbst oder einem Spender entnommen wurden.

Eigene oder fremde Stammzellen?

Wenn ein Patient sich aufgrund einer schweren Erkrankung einer Therapie unterziehen muss, von der zu erwarten ist, dass diese sein Knochenmark stark schädigen wird, so kann man ihm vorher eigenes, gesundes Knochenmark entnehmen und nach der Therapie wieder zuführen. Eine solche sogenannte autologe Stammzelltransplantation kommt z. B: bei verschiedenen bösartigen Erkrankungen, bei denen eine Strahlen- oder Chemotherapie erforderlich ist, in Frage. Häufiger ist jedoch eine sogenannte allogene Knochenmarktransplantation erforderlich, bei der der Patient auf die Stammzellen eines gesunden und passenden Spenders angewiesen ist.

Oft die einzige Chance auf Heilung

Die Stammzelltransplantation ist derzeit die einzige Heilungschance für viele Patienten mit verschiedenen gut- und bösartigen Störungen der Blutbildung. Die Hoffnung auf Heilung lässt viele Patienten die großen Risiken in Kauf nehmen, die mit der Übertragung von Knochenmark verbunden sind. Hierzu gehören neben akut lebensbedrohlichen Komplikationen bei der Transplantation auch die Gefahr der Transplantatabstoßung und der Rückkehr der Erkrankung. [1]

Doch auch wenn solch schwerwiegende Komplikationen ausbleiben, kann eine Stammzelltransplantation Spätfolgen haben. Nämlich dann, wenn im Rahmen der Knochenmarksübertragung gehäuft Bluttransfusionen nötig werden. Da mit den übertragenen roten Blutkörperchen auch immer das darin enthaltene Eisen in den Körper des Empfängers gelangt, kann es langfristig zu einer Eisenüberladung kommen.

Bluttransfusionen und Stammzelltransplantation

Patienten mit Erkrankungen der Blutbildung brauchen u. U. sowohl vor als auch nach der Stammzelltransplantation Bluttransfusionen, z. B. wenn die Wartezeit vor der Transplantation überbrückt werden muss, wenn eine Chemo- oder Strahlentherapie erforderlich ist, die das Knochenmark schädigt, oder wenn das neue Knochenmark nach der Transplantation noch nicht voll funktionstüchtig ist. In manchen Fällen besteht dann schon vor der Transplantation eine Eisenüberladung.

Eisen eliminieren – Folgeschäden verhindern

Eine Eisenüberladung kann zu schweren Organschäden führen. Besonders häufig sind die Leber und das Herz betroffen. Liegen bereits Organschäden vor, kann dies das Ergebnis eine Stammzelltransplantation entscheidend beeinflussen und das Risiko für transplantationsbedingte Komplikationen deutlich erhöhen. Vor einer Stammzelltransplantation sollte deshalb eine Untersuchung des Lebereisens und gegebenenfalls eine intensive Therapie der Eisenüberladung erfolgen. [2,3]

Nach erfolgreicher Stammzelltransplantation ist bei Patienten mit vorbestehender Eisenüberladung eine weitere Eiseneliminationstherapie notwendig, um Spätfolgen der Eisenüberladung zu verhindern. Diese kann in Form einer regelmäßigen Aderlasstherapie oder einer Chelattherapie erfolgen. [3] Bei Patienten, bei denen vor der Transplantation keine Eisenüberladung bestand, die aber im Rahmen der Therapie Bluttransfusionen erhalten, können regelmäßige Blutuntersuchungen helfen, eine Eisenüberladung rechtzeitig zu erkennen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:

[1] Nielsen: Therapieoptionen bei Eisenüberladungskrankheiten. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.
[2] Janka-Schaub: Therapie der Eisenintoxikation. Thieme-Verlag, 2009.
[3] AWMF Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie zur Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien, http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-029.html (zuletzt besucht am 20.02.2017).
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