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MDS-Therapie – ein Überblick

Bei MDS gibt es verschiedene Therapieoptionen. Welche in Frage kommt, hängt u.a. von der jeweiligen Unterform der Erkrankung ab. Eine Heilung ist derzeit nur durch eine Stammzelltransplantation möglich.

MDS-Therapie – ein Überblick Für die Behandlung Myelodysplastischer Syndrome (MDS) gibt es kein Standardverfahren. Es stehen mehrere Behandlungsoptionen zur Verfügung, die jedoch nicht für alle Patienten gleichermaßen in Frage kommen. In den meisten Fällen zielt die Therapie darauf ab, die Krankheit zu stabilisieren und eine Besserung der Symptome zu erreichen. Eine Heilung ist nur durch die Transplantation von Stammzellen möglich.

Kriterien für die Therapieentscheidung

Myelodysplastische Syndrome können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert und ein Risikoprofil erstellt werden. Man unterscheidet in mehreren Abstufungen zwischen Niedrig- und Hochrisikopatienten.

Für welche Therapie sich Arzt und Patient gemeinsam entscheiden, hängt außerdem von weiteren Faktoren wie Alter, allgemeinem Gesundheitszustand und dem Wunsch des Patienten ab.

Heilungschance durch Stammzelltransplantation

Die Stammzelltransplantation stellt derzeit die einzige Chance auf eine Heilung bei MDS dar. Aufgrund der erheblichen Risiken, die diese Therapieform mit sich bringt, ist sie leider nicht für alle Patienten geeignet. Sie wird vorrangig bei Hochrisiko-MDS eingesetzt.

Therapieansätze zur Symptomlinderung

Kommt eine Stammzelltransplantation nicht in Frage, gibt es verschiedenste Möglichkeiten, die Erkrankung zu stabilisieren und die Symptome zu mindern. Im Vordergrund stehen bei den meisten Patienten Beschwerden, die durch den Mangel an roten (Anämie) oder weißen (Leukopenie) Blutkörperchen begründet sind. Hier setzen auch die meisten Therapieformen an. Rein supportive – also unterstützende - Maßnahmen sind z. B. die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten oder die Gabe von Antibiotika bei Infektionen. Auch bestimmte Impfungen können sinnvoll sein. Bei regelmäßigen Transfusionen wird außerdem eine Behandlung mit Eisenchelatoren notwendig um eine Eisenüberladung zu vermeiden.

Krankheitsstabilisierende Therapieansätze

Auf ganz unterschiedliche Weise kann versucht werden, in das Krankheitsgeschehen einzugreifen und die Erkrankung dadurch am Fortschreiten zu hindern bzw. zu lindern. Dieses Ziel wird zum Beispiel mit einer Chemotherapie verfolgt, die entartete Zellen abtöten kann, allerdings auch auf gesunden Zellen wirkt.

Zytokine sind Wachstumsfaktoren, die die Blutbildung und das Immunsystem steuern. Künstlich hergestellt können sie die Bildung von Blutzellen im Knochenmark stimulieren. Ein bekanntes Beispiel ist Erythropoetin (EPO), das vor allem als Dopingmittel von sich reden gemacht hat.

Mit Medikamenten, die in das Immunsystem eingreifen (Immunsuppressiva und Immunmodulatoren), z. B. Lenalidomid ließ sich die Erkrankung in Studien positiv beeinflussen – der zugrundeliegende Mechanismus ist aber noch nicht genau bekannt.

Ebenso ließ sich für Medikamente, die ursprünglich aus ganz anderen Bereichen kommen, ein positiver Effekt auf MDS nachweisen. Ein Beispiel ist Valproinsäure, die eigentlich zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt wurde.

Da die Therapiemöglichkeiten, wie eingangs erwähnt, ganz maßgeblich von der Klassifikation der MDS abhängen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlungsformen für Sie in Frage kommen.

Quellen:

Onkopedia-Leitlinie „Myelodysplastische Syndrome, Stand 2016 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelodysplastische-syndrome-mds/@@view/html/index.html [zuletzt besucht am 19.01.2018]

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