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Bluttransfusionen bei MDS

Patienten mit MDS leiden häufig unter einem Mangel an roten Blutkörperchen. Bluttransfusionen können den Mangel an roten Blutzellen ausgleichen, belasten den Körper jedoch auch durch die Zufuhr von Eisen.

Bluttransfusionen bei MDSMyelodysplastische Syndrome (MDS) sind eine Gruppe von Erkrankungen mit schweren Blutbildungsstörungen. Bei MDS kommen im Knochenmark, dem Ort der Blutbildung, in großer Menge unausgereifte und in ihrer Funktion gestörte Vorläufer von Blutzellen vor.

Warum benötigen Patienten mit MDS Bluttransfusionen?

Patienten mit MDS leiden häufig unter einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie). Diese Blutarmut führt zu Symptomen wie Kurzatmigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Kopfschmerzen. Ist der Mangel an roten Blutzellen sehr ausgeprägt, so kann er durch Bluttransfusionen ausgeglichen werden.

Durch die Bluttransfusion erhöht sich die Anzahl der roten Zellen im Blut des Betroffenen und die Beschwerden bessern sich. Da die roten Blutkörperchen jedoch nur eine begrenzte Lebenszeit haben, müssen die Bluttransfusionen dauerhaft und regelmäßig erfolgen.

Bluttransfusionen belasten den Organismus mit Eisen

In einem gesunden Körper besteht ein Gleichgewicht zwischen der Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und natürlichen Eisenverlusten durch kleine Blutungen und den normalen „Abrieb“ von Haut- und Darmzellen. Ein großer Teil des Eisens ist in den roten Blutkörperchen gebunden, wo es dem Sauerstofftransport dient. Wenn die Blutkörperchen am Ende ihrer Lebensspanne absterben, setzen sie das in ihnen enthaltene Eisen frei. Da der Körper über keinen natürlichen Mechanismus zur Ausscheidung von Eisen verfügt und Eisen auch nur in sehr begrenztem Umfang speichern kann, stellen Bluttransfusionen und das darin enthaltene Eisen eine schwere Belastung für den Organismus dar.

Die Gesamtmenge an Eisen im menschlichen Körper beträgt zwischen 3 g und 4 g. Pro Bluttransfusion kommen zwischen 200 mg und 250 mg Eisen hinzu. Bereits 12 bis 16 Blutkonserven verdoppeln also den Eisenbestand im Organismus. Wird die natürliche Speicherfähigkeit des Körpers überschritten, lagert sich das Eisen in der Leber, im Herz und anderen Organen ab und führt dort zu dauerhaften Schädigungen. [1]

Wann ist eine Behandlung der Eisenüberladung erforderlich?

Eine Eisenüberladung des Organismus kann bereits nach 20 bis 30 Bluttransfusionen auftreten. Bei stark ausgeprägter Blutarmut ist es also möglich, dass die Behandlung bereits nach wenigen Monaten eine Eisenüberladung des Körpers verursacht.

Schwerwiegende Folgeerscheinungen häufiger Bluttransfusionen lassen sich deshalb nur verhindern, wenn der Eisenüberladung des Körpers frühzeitig entgegen gewirkt wird. Dies ist z. B. durch die Gabe von sogenannten Eisenchelatoren möglich. [1]

Autor: Jan Groh
Aktualisierung durch: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:

[1] Janka-Schaub: Therapie der Eisenintoxikation, Thieme Verlag, 2009.
[2] Erhardt, Häussinger: Hämochromatosen – Hämosiderosen, Unimed Science Verlag, 1. Auflage, 2006.
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