Ein Service der Novartis Pharma GmbH.
Login für Fachkreise

Blutarmut – Ursachen und Behandlung

Eine Blutarmut kann unterschiedlichste Ursachen haben. Erbliche Blutbildungsstörungen, bösartige Erkrankungen und Mangelzustände gehören dazu. Die Ursache zu kennen ist entscheidend, um eine geeignete Therapie zu finden.

Blutarmut – Ursachen und Behandlung Von Blutarmut (Anämie) spricht man, wenn die Menge des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin im Blut verringert ist. Hämoglobin ist Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und spielt eine wichtige Rolle für den Sauerstofftransport im Blut. Kommt es zu einem Mangel an rotem Blutfarbstoff oder an roten Blutkörperchen, kann der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Dies äußert sich z. B. in folgenden Symptomen:

  • Verringerte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Schwindel, Kopfschmerzen
  • Luftnot bei Belastung oder sogar in Ruhe
  • Beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen, Ohrensausen
  • Blasse Haut und Schleimhäute

Doch wie kommt es zu einem Mangel an rotem Blutfarbstoff? Hierfür kommen verschiedene Erkrankungen in Frage, die entweder erblich bedingt sind oder im Laufe des Lebens auftreten können.

Erblich bedingte Anämien

Die beiden wichtigsten erblich bedingten Anämien sind die Thalassämie und die Sichelzellkrankheit (früher auch Sichelzellanämie genannt). Bei der Thalassämie führen Veränderungen des Erbgutes dazu, dass der rote Blutfarbstoff fehlerhaft gebildet wird. Dies hat eine gestörte Bildung von roten Blutkörperchen und deren vermehrtes Absterben zur Folge. Bei der Sichelzellkrankheit liegt eine Veränderung im Erbgut des roten Blutfarbstoffs vor, die bei Sauerstoffmangel, also z. B. bei Anstrengung oder beim Aufenthalt in höher gelegenen Gebieten, zu einer Verformung der roten Blutkörperchen führt. Die Verformung kann im Extremfall dazu führen, dass die roten Blutkörperchen „platzen“ oder verklumpen, was zu schweren Störungen der Blutversorgung führen kann.

Erworbene Anämien

Bösartige Erkrankungen, bei denen die Blutbildung im Knochenmark gestört ist, können Ursache einer Anämie sein. Aber auch äußere Einflüsse, wie Strahlung oder Chemikalien und Mangelzustände können zu einer unzureichenden oder fehlerhaften Bildung von roten Blutkörperchen führen.

Bei den bösartigen Erkrankungen spielen hier vor allem die verschiedenen Formen der akuten oder chronischen Leukämien und die myelodysplastischen Syndrome eine wichtige Rolle. Auch sind die Knochen ein bevorzugter Bildungsort von Tochtergeschwülsten (Metastasen) vieler anderer bösartiger Tumoren. Das Wachstum einer solchen Metastase im Bereich des Knochenmarks kann die Blutbildung ebenfalls beeinträchtigen.

Eine Sonderform der Blutarmut ist die aplastische Anämie. Die aplastische Anämie (aplastisch = nicht-bildend) ist durch eine stark verminderte oder völlig ausbleibende Bildung von Blutzellen gekennzeichnet. Betroffen sind alle drei Blutzellreihen: die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Die Erkrankung ist selten. Meist handelt es sich um eine erworbene Erkrankung, wobei sich allerdings in etwa drei Viertel der Erkrankungsfälle keine Ursache der Blutbildungsstörung ermittelt lässt. Die restlichen Fälle gehen zum Teil auf Giftstoffe (z. B. Benzol) oder auf sehr seltene Medikamentennebenwirkungen zurück. Auch Strahlung und Infektionen durch Viren können zu einer aplastischen Anämie führen. Nur sehr selten handelt es sich um eine erblich bedingte Störung (Fanconi-Anämie, Blackfan-Diamond-Syndrom). [1]

Eisenmangel ist eine häufige Ursache für Blutarmut

Eisen ist ein zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Besteht ein Mangel, kann Hämoglobin nicht in ausreichender Menge gebildet werden. Ein Eisenmangel kann im Körper in Folge ungenügender Zufuhr mit der Nahrung auftreten. Insbesondere Kinder in Wachstumsphasen, Frauen im gebärfähigen Alter (Eisenverlust durch die Monatsblutung) und Schwangere sind gefährdet, da sie einen erhöhten Eisenbedarf haben. Außerhalb dieses Personenkreises sind Blutungen, v. a. bei Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, die wichtigste Ursache von Eisenmangel. [1]

In manchen Fällen sind Bluttransfusionen erforderlich

Ist die Blutarmut durch einen Eisenmangel bedingt, lässt sie sich meist relativ leicht z. B. durch die Einnahme von Eisenpräparaten ausgleichen. Liegt der Anämie jedoch eine krankhafte Störung der Blutbildung zugrunde, kann es nötig werden, dem Betroffenen rote Blutkörperchen zu übertragen (Bluttransfusion).

Wiederholte Bluttransfusionen können zur Eisenüberladung führen

So wichtig die Bluttransfusionen für die betroffenen Patienten sind, bergen sie doch gleichzeitig die Gefahr einer Eisenüberladung des Körpers. Menschen, die regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, erhalten damit auch jedes Mal eine große Menge Eisen. Denn wenn die übertragenen Blutzellen am Ende ihrer Lebensspanne absterben, setzen sie das in ihnen enthaltene Eisen frei. Der Körper kann Eisen nicht aktiv ausscheiden und auch nur in sehr begrenztem Umfang speichern. Wird die Speicherkapazität überschritten, kann freies Eisen schwere Schäden an inneren Organen verursachen.

Eine Eisenüberladung kann bereits nach 20 bis 30 Bluttransfusionen auftreten. Schwerwiegende Folgeerscheinungen häufiger Bluttransfusionen lassen sich deshalb nur verhindern, wenn der Eisenüberladung des Körpers frühzeitig entgegen gewirkt wird. Dies ist z. B. durch die Gabe von sogenannten Eisenchelatoren möglich. [2]

Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:

  1. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, De Gruyter Verlag, 261. Auflage, 2007.
  2. Erhardt, Häussinger: Hämochromatosen – Hämosiderosen. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.
Diese Seite teilen:

Medizinischer Infoservice

 

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte den Novartis Pharma Infoservice.

 

Telefon: 0911 273 12100 / Fax: 0911 273 12160

 

Der medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.

Patienten-Newsletter „Leben mit Transfusionen“
für Patienten und Angehörige

Die Initiative „Leben mit Transfusionen“ informiert in einem monatlichen E-Mail-Newsletter über Erkrankungen, die regelmäßige Transfusionen erfordern, und gibt wertvolle Tipps für den Alltag. Ebenso erhalten Sie kostenlos hilfreiche Materialien zur Therapiebegleitung.

Wir freuen uns, Ihnen nach Ihrer Anmeldung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Zur Initiative anmelden