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Hämoglobin – was der Blutwert aussagt

Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin spielt eine entscheidende Rolle für den Sauerstofftransport im Blut. Erniedrigte oder erhöhte Hämoglobinwerte im Blut können auf verschiedene Krankheiten hinweisen.

Modell des menschlichen HämoglobinsHämoglobin (Hb), der rote Blutfarbstoff, befindet sich im menschlichen Körper überwiegend in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), denen er ihre Farbe verleiht. In geringen Mengen kommt Hämoglobin aber auch frei im Blut vor. [1, 2]

Das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen enthält Eisen und ist dadurch fähig, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Die Transportkapazität des Blutes für Sauerstoff wird nahezu ausschließlich durch den Hämoglobingehalt des Blutes bestimmt.

Aufbau des Hämoglobins

Hämoglobin besteht aus einer Eiweißkomponente, dem Globin, und der eisenhaltigen Hämgruppe, die je ein Sauerstoffmolekül binden kann (siehe Abb. 1).

Hämoglobin befindet sich in den roten Blutkörperchen

Abb. 1: Hämoglobin befindet sich in den roten Blutkörperchen

Das Globin besteht aus vier Eiweißketten, in die jeweils eine Hämgruppe eingebettet ist. Ein Hämoglobinkomplex-Molekül kann also vier Sauerstoffmoleküle binden.

Der Hämoglobinwert im Blut lässt auf die Anzahl der roten Blutkörperchen schließen

Um z. B. eine Blutarmut zu diagnostizieren, ist es nötig festzustellen, wie viele rote Blutkörperchen im Blut vorhanden sind. Da sich die Anzahl der roten Blutkörperchen aber nur schwer bestimmen lässt, kann der Hämoglobinwert (Hb-Wert) zur Abschätzung herangezogen werden.

Normalwert Männer

14–17 g/dl Blut

Normalwert Frauen

12,3–15,3 g/dl Blut

Blutarmut Männer

< 13 g/dl Blut

Blutarmut Frauen

< 12 g/dl Blut

Tab. 1: Hämoglobinwerte bei Männern und Frauen [2]

Erhöhte Hämoglobinwerte können vorkommen, wenn der flüssige Anteil des Blutes stark abnimmt (Austrocknung), wenn es zu einer Zerstörung von roten Blutkörperchen kommt (Hämolyse) oder bei Erkrankungen, bei denen zu viele rote Blutkörperchen im Knochenmark gebildet werden (myeloproliferative Erkrankungen).

Niedrige Hämoglobinwerte lassen in der Regel auf einen Mangel an roten Blutkörperchen schließen (Blutarmut = Anämie), wie er bei verschiedenen Erkrankungen entstehen kann. Seltener können niedrige Hb-Werte auch darauf hinweisen, dass in den einzelnen roten Blutkörperchen zu wenig Hämoglobin enthalten ist oder dass der flüssige Anteil des Blutes (Plasma) relativ überwiegt (Überwässerung, z. B. bei Nierenerkrankungen). [2]

Niedriger Hämoglobinwert: Behandlung der Blutarmut

Um eine Blutarmut (Anämie) behandeln und den Hämoglobinwert normalisieren zu können, muss zunächst einmal die Ursache der Erkrankung erkannt werden.

Infografik
In der Infografik „Hämoglobin – der rote Blutfarbstoff“ finden Sie weitere anschauliche Bilder und Erklärungen. Zur Infografik

Etwa die Hälfte der Anämien ist durch Mangel- und Fehlernährung bedingt, am häufigsten ist die Eisenmangelanämie. [2] In diesen Fällen steht die Behebung des Mangelzustandes im Vordergrund.

Eine Blutarmut, die auf einer Fehlbildung der roten Blutkörperchen beruht, kann nur durch die Zufuhr gesunder roter Blutkörperchen (Erythrozyten) in Form regelmäßiger Bluttransfusionen (Erythrozytenkonzentraten) behandelt werden, z. B. bei Myelodysplastischen Syndromen oder der Sichelzellanämie. Gleiches gilt für Erkrankungen, bei denen es zu einer fehlerhaften Hämoglobinproduktion kommt, wie z. B. der Thalassämie. [3]

Gefahr der Eisenüberladung durch regelmäßige Bluttransfusionen

Bei der Bluttransfusion wird mit den roten Blutkörperchen auch das in ihnen enthaltenen Eisen übertragen. Eisen kann vom Körper nicht aktiv ausgeschieden werden. Bei Patienten, die regelmäßig Bluttransfusionen erhalten müssen, besteht deshalb die Gefahr einer Eisenüberladung. Eine Eisenüberladung kann mit Eisenchelatoren behandelt werden. [3] Betroffene Patienten sollten sich an ihren behandelnden Arzt wenden.

Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:

  1. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, de Gruyter, 261. Auflage, 2007.
  2. Lothar, T., Labor und Diagnose, TH-Books, 7. Auflage, 2008.
  3. Nielsen, P., Therapieoptionen bei Eisenüberladungserkrankungen, uni med Science, 1. Auflage, 2006.
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