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Diagnose der Eisenüberladung: Lebereisen-Messung

Eine Eisenüberladung kann langfristig zu schweren Organschäden führen. Besonders häufig betroffen ist die Leber. Aussagen über das Ausmaß der Eisenüberladung liefert deshalb die Bestimmung des Eisengehalts der Leber. Hierfür gibt es unterschiedliche Verfahren.

Blutuntersuchungen können wertvolle Informationen über den Eisenstoffwechsel liefern. Bei einer Eisenüberladung können sie jedoch nur indirekte Hinweise auf die Menge an Eisen geben, die sich bereits in den Körperorganen abgelagert hat.

Um die Gefahr von Schäden an Organen wie z. B. Leber, Herz, Bauchspeichel- oder Schilddrüse abschätzen und eine optimale Behandlung einleiten zu können, ist es wichtig, die im Körper abgelagerte Eisenmenge möglichst genau zu kennen. Entsteht aufgrund einer Blutuntersuchung der Verdacht auf eine Eisenüberladung, können verschiedene Untersuchungsverfahren weiterführende Informationen liefern.

Ein Großteil des Eisens befindet sich in der Leber

Bei einer sekundären Eisenüberladung, z. B. durch regelmäßige Bluttransfusionen, befinden sich 70–90 % des abgelagerten Eisens im Lebergewebe. [1] Das Organ eignet sich deshalb besonders gut, um die im Körper gespeicherte Eisenmenge zu bestimmen. Dies ist mit unterschiedlichen Verfahren möglich: [2]

  • Entnahme einer Gewebeprobe (Leberbiopsie)
  • Magnetfeldmessung mit dem SQUID-Biomagnetometer
  • Spezielle Magnetresonanztomographie (MRT)

Bestimmung des Eisengehalts anhand einer Leberbiopsie

Das direkteste Verfahren zur Bestimmung des Leber-Eisengehalts ist die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber. Die Patienten erhalten vorab eine örtliche Betäubung und in der Regel ein Beruhigungsmittel. Unter Ultraschallkontrolle wird mit einer Hohlnadel ein kleiner Gewebszylinder aus der Leber entnommen.

Die Leberbiopsie hat gegenüber anderen Messverfahren den Vorteil, dass die vorhandene Eisenmenge direkt und exakt gemessen wird. Außerdem lassen sich anhand der Probe Gewebeveränderungen nachweisen, die zusätzliche Informationen über die Erkrankung liefern.

Nachteil der Leberbiopsie ist, dass es sich dabei um ein invasives Verfahren handelt und deshalb ein geringes Risiko für Blutungen oder Infektionen besteht. Die Aussagekraft der Ergebnisse kann dadurch beeinflusst werden, dass es sich lediglich um eine Stichprobe handelt und das abgelagerte Eisen in der Leber nicht gleichmäßig verteilt ist. [2]

Lebereisenmessung mit dem SQUID-Biomagnetometer

Die Eisenbestimmung mit dem SQUID-Biomagnetometer basiert auf der Störung von Magnetfeldern durch Eisen. Eine spezielle Messvorrichtung (SQUID) registriert Veränderungen des Magnetfelds durch das Eisen, das sich in der Leber befindet. Aus der Stärke der Magnetfeldänderungen kann der genaue Eisengehalt des Organs errechnet werden. [2]

Die Eisenbestimmung mit dem SQUID-Biomagnetometer hat jedoch den Nachteil, dass die Untersuchung sehr teuer ist und derzeit nur an wenigen Standorten weltweit durchgeführt werden kann.

Messung des Lebereisens mittels Magnetresonanztomographie

Obwohl auch bei der Bestimmung des Lebereisens mittels Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) Magnetfelder eine Rolle spielen, unterscheidet sich das Verfahren grundlegend von dem SQUID-Biomagnetometer. Beim MRT werden – stark vereinfacht gesagt – Atomkerne im Körperinneren durch ein starkes Magnetfeld zu Schwingungen angeregt. Diese Schwingungen sind von Gewebe zu Gewebe verschieden. Sie können gemessen und von einem Computer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt und ausgewertet werden. Auch damit kann das Eisen in der Leber bestimmt werden. [2]

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte im Einzelfall vor der jeweiligen Untersuchung geklärt werden. [3]

Autor: Jan Groh
Aktualisiert durch: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

[1] Nielsen: Therapieoptionen bei Eisenüberladungskrankheiten. Unimed Science Verlag, 1. Auflage 2006.
[2] http://www.eiseninfo.de/diagnoseplus.htm (zuletzt besucht am 20.02.2017).
[3] http://www.eiseninfo.de/antrag.htm (zuletzt besucht am 20.02.2017).

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