Ein Service der Novartis Pharma GmbH.
Login für Fachkreise

Bildgebende Verfahren zur Messung des Körpereisens

Eine Eisenüberladung kann langfristig zu schweren Organschäden führen. Der Ferritinwert gibt Hinweise auf die Eisenlast des Körpers. Wie stark einzelne Organe tatsächlich betroffen sind, können bildgebende Verfahren zeigen.

Blutuntersuchungen können wertvolle Informationen über den Eisenstoffwechsel liefern. Bei einer Eisenüberladung können sie jedoch nur indirekte Hinweise auf die Menge an Eisen geben, die sich bereits in den Körperorganen wie z. B. Leber, Herz, Bauchspeichel- oder Schilddrüse abgelagert hat.

Der Ferritinwert – nicht allein massgebend

Bei einer Eisenüberladung infolge von Bluttransfusionen ist derzeit der Ferritinwert im Blut maßgebend für die Therapieeinstellung. Er wird in regelmäßigen Abständen bestimmt. Die Behandlung mit Eisenchelatoren wird entsprechend einem bestimmten Zielwert eingestellt.
Um die Gefahr von Schäden an Organen abschätzen und eine optimale Behandlung einleiten zu können, ist es wichtig, die im Körper abgelagerte Eisenmenge möglichst genau zu kennen. Legt ein erhöhter Ferritinwert im Blut den Verdacht auf eine Eisenüberladung nahe, können verschiedene Untersuchungsverfahren weiterführende Informationen liefern.

Lebermessung allein genügt nicht

Das typischerweise von einer transfusionsbedingten Eisenüberladung betroffene Organ ist die Leber, dort befinden sich auch 70–90 % des abgelagerten Eisens. Von besonders großer Bedeutung für den Patienten ist jedoch die Eisenablagerung im Herzmuskel. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Eisenablagerung in der Leber nicht mit der Eisenablagerung im Herzen korreliert, die alleinige Messung des Lebereisens also keinen Rückschluss auf den Eisengehalt der übrigen Organe zulässt.

Weitere Organe, die häufig von einer Eisenüberladung betroffen sind, sind die Bauchspeicheldrüse, die Schilddrüse, die Hirnanhangsdrüse und das Knochenmark.

SQUID-BLS und Relaxometrie – Diagnose im Magnetfeld

Während früher auch direkte, invasive Verfahren wie die Entnahme von Lebergewebe (Biopsie) zur Bestimmung des Eisengehalts im Körper herangezogen wurden, wird der Eisengehalt heute ganz überwiegend mit Methoden gemessen, die mit Magnetfeldern arbeiten. Dies ist zum einen die sogenannte Biomagnetische (Leber-)Suszeptometrie (SQUID-BLS), zum anderen die Magnetresonanztomographie (MRT). Das Verfahren nennt sich Relaxometrie – SQUID bezeichnet einen Sensor, der minimale Magnetfeldänderungen messen kann.

Beide Verfahren sind nicht-invasiv und verwenden auch keine Röntgen-Strahlung.

Beim MRT werden – stark vereinfacht gesagt – Atomkerne im Körperinneren durch ein starkes Magnetfeld zu Schwingungen angeregt. Diese Schwingungen sind von Gewebe zu Gewebe verschieden. Sie können gemessen und von einem Computer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt und ausgewertet werden.

Eisenmessung für eine optimierte Therapie

Die Eisenmessung mit bildgebenden Verfahren bietet für Patienten mit Eisenüberladung eine gute Möglichkeit, Informationen über die tatsächliche Belastung einzelner Organe zu bekommen, bevor Symptome auftreten. Der Arzt kann anhand der gewonnenen Erkenntnisse die Therapie mit Eisenchelatoren entsprechend anpassen. Weder der im Blut gemessene Ferritinwert noch eine alleinige Lebereisenmessung erlauben Rückschlüsse auf Eisenablagerungen in anderen Organen. Da sich, wie oben bereits gesagt, bis zu 90 % des Eisens in der Leber ablagern und die Eisenbelastung des Herzens besonders wichtig ist, wird derzeit die Untersuchung von Leber und Herz empfohlen.

Die Untersuchungen können nicht an allen Krankenhäusern durchgeführt werden; auch die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte im Einzelfall vor der jeweiligen Untersuchung geklärt werden.

Autor: Jan Groh
Aktualisiert durch: Dr. Ruth Wissler

Quellen:

Schönnagel BP et al. Eisenquantifizierung mittels MRT bei Eisenüberladung, Fortschr Röntgenstr 2013; 185: 621–27.

Weiter lesen

Diese Seite teilen:

Medizinischer Infoservice

 

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte den Novartis Pharma Infoservice.

 

Telefon: 0911 273 12100 / Fax: 0911 273 12160

 

Der medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.