Das Leben mit Eisenüberladung stellt für die Betroffenen eine dauerhafte Herausforderung dar. Nur eine konsequente Behandlung schützt vor körperlichen Schäden an Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse und anderen Organen. Eine eisenarme Diät eignet sich zwar nicht, eine Eisenüberladung zu behandeln. Aber viele Ärzte empfehlen, eine Balance zwischen eisenarmer Ernährung und Lebensqualität zu finden.
Die regelmäßige Behandlung ist das A und O bei EisenüberladungFür die Betroffenen bedeutet die Diagnose Eisenüberladung, dass sie regelmäßig und dauerhaft an Behandlungen teilnehmen müssen, manchmal ohne Beschwerden zu haben. Eine solche Situation kann dazu verleiten, die bisweilen „lästigen" Behandlungstermine nicht mit der nötigen Konsequenz durchzuführen. So verständlich das ist, birgt solche Nachlässigkeit bei Eisenüberladung langfristig aber auch erhebliche Gefahren, die sich die Betroffenen immer wieder bewusst machen sollten.
Bei rechtzeitiger konsequenter Behandlung lassen sich schädliche Auswirkung der Eisenüberladung sicher verhindern und die Betroffenen können ein ganz normales Leben führen. Jeder einzelne Behandlungstermin ist also wichtig! Neue Medikamente (z. B. ein Eisenchelator der nur einmal täglich als Tablette in Flüssigkeit aufgelöst verabreicht werden muss) tragen entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Eisenüberladung bei. Besonders, weil sie es den Betroffenen erleichtern, die erforderliche Behandlung dauerhaft und ohne Unterbrechungen durchzuführen.
Auf natürlichem Weg nimmt der Körper Eisen ausschließlich aus der Nahrung auf. Ernährungsrichtlinien empfehlen eine Zufuhr von täglich etwa 10 mg Eisen für Kinder, erwachsene Männer und Frauen nach der Menopause sowie von 15 mg für Frauen im gebärfähigen Alter. Das in der Nahrung enthaltene Eisen wird jedoch nur zu einem kleinen Teil vom Körper aufgenommen, sodass die genannten Mengen gerade den tatsächlichen täglichen Eisenbedarf von 1-2 mg decken.
Liegt der Eisenüberladung eine erblich bedingte Ursache zugrunde, die mit einer zwei- bis dreifach erhöhten Aufnahme von Eisen aus dem Darm einhergeht, sollte der Gesamt-Eisengehalt der Nahrung entsprechend möglichst nur 4-5 mg pro Tag betragen. Eine eisenarme Ernährung unterstützt also die Behandlung.
Dennoch plädieren manche Ärzte nicht für eine strenge Diät mit Verzicht auf Fleisch und Fisch. Sie empfehlen vielmehr eine ausgewogene, fleischarme Kost, wie sie in den Mittelmeerländern üblich ist („mediterrane Kost"). Dazu gehören viel frisches Gemüse und Salat, Olivenöl, Brot, Nudeln, Reis, Fisch und Meeresfrüchte. Schwarzer Tee zu den Mahlzeiten kann die Aufnahme von Eisen weiter verringern.
Bei Eisenüberladung aufgrund wiederholter Bluttransfusionen ist die Eisenaufnahme aus dem Darm stark herabgesetzt, da der Körper der Überladung entgegenzuwirken versucht. Dadurch wird die Belastung durch Eisen aus der Nahrung verringert. Ärzte empfehlen daher auch diesen Patienten, eine Balance zwischen eisenarmer Ernährung und Lebensqualität zu finden. Der Fleischgenuss sollte also möglichst gering sein, doch ist kein vollständiger Verzicht erforderlich.
Eine eisenarme Diät kann also nur unterstützend eingesetzt werden, eine Therapie der Eisenüberladung mit beispielsweise Eisenchelatoren oder Aderlass, ersetzt sie aber keinesfalls.
Eisenablagerungen stellen nicht nur für sich genommen eine Gefahr für den Organismus dar. Sie können auch die schädigende Wirkung von Giftstoffen oder Infektionen erhöhen. Das gilt besonders für Alkohol. Bereits geringe Ablagerungen von Eisen in der Leber können die schädigende Wirkung von Alkohol auf das Organ beträchtlich verstärken. Mehr noch als Gesunde sollten Patienten mit Eisenüberladung deshalb ihren Alkoholkonsum begrenzen oder im besten Fall ganz auf alkoholische Getränke verzichten.
Regelmäßige körperliche Betätigungen gehören zu einer gesunden Lebensführung dazu. Dennoch sollten Patienten mit Eisenüberladung die Leistungsgrenzen des eigenen Körpers respektieren. Bei körperlichen Anstrengungen ist es daher ratsam, öfters auch mal eine Ruhepause einzulegen.