Interview mit Frau Dr. med. Heuser über den Patiententag „Leben mit Eisenüberladung“ am 31.10.09 in Köln

02.12.2009

Am 31.10.2009 fand in Köln der Patiententag „Leben mit Eisenüberladung“ statt. Leben-mit-Transfusionen sprach mit Frau Dr. Eva Heuser über das Risiko einer Eisenüberladung bei MDS. Frau Dr. Heuser ist Ärztin an der Klinik I für Innere Medizin der Kölner Universitätskliniken.

Vortrag Dr. Eva HeuserLeben-mit-Transfusionen:

Sie haben heute einen Vortrag zum Thema „Warum ist das Risiko einer Eisenüberladung bei myelodysplastischen Syndromen erhöht?" gehalten. Was war Ihre Kernaussage Ihres Vortrags?

Dr. med. Eva Heuser:

Zusammenfassend ist zu sagen, das Eisen natürlicherweise im Körper vorkommt und auch gut ist, aber nicht im Überschuss. Insbesondere durch Transfusionen fällt sehr viel Eisen im Blut an, das der Körper nicht abbauen kann. Hierdurch kommt es zur Transfusionssiderose, also zur Eisenüberladung. Das gilt für verschiedene Erkrankungen, besonders auch für MDS und Thalassämie.

MDS-Patienten sind meistens ältere Patienten. Patienten mit einem hohen Risiko der Grunderkrankung haben leider eine nicht sehr lange Überlebenszeit. Wohingegen die Betroffenen mit niedrigen Risikoprofil einen milden Krankheitsverlauf haben. Sie leben normalerweise einige Jahre mit der Erkrankung und bekommen dementsprechend viele Transfusionen. Aber gerade das führt bei diesen Patienten zu weiteren Problemen, in diesem Fall zur Eisenüberladung.

Deshalb ist es in diesen Fällen wichtig, auf das Risiko der Eisenüberladung hinzuweisen und frühzeitig zu therapieren. Denn es gibt eine Therapie mit Chelatoren, die gut wirksam ist. Bei frühem Einsatz der Therapie ist möglich, die Folgen einer Eisenüberladung zu vermeiden und die Situation gar nicht erst entstehen zu lassen, in der die Organe Schaden nehmen.

 

Leben-mit-Transfusionen:

Warum ist dieses Thema Ihrer Meinung nach so wichtig für die Patienten?

Dr. med. Eva Heuser:

Für die Patienten stehen meist andere Probleme im Vordergrund. Für sie ist die Frage wichtig, wie komme ich mit der Grunderkrankung, dem z. B. myelodysplastischen Syndrom zurecht.

Eine Eisenüberladung ist ein Problem, das für viele erst einmal nicht bedrohlich erscheint. Dafür ist gerade ein Patiententag gut, wo viel Zeit ist, sich zu informieren und nachzufragen. In den Pausen können detaillierte Fragen gestellt werden, was sonst im klinischen Alltag manchmal etwas zu kurz kommt.

 

Leben-mit-Transfusionen:

Welche Botschaft sollten die Besucher dieser Veranstaltung auf jeden Fall mitnehmen?


Dr. med. Eva Heuser:

Ich würde mir wünschen, dass die Teilnehmer mitnehmen, dass die Eisenüberladung eine Erkrankung ist, für die wir eine Therapie haben, die sehr gut wirkt.

Die Teilnehmer konnten erfahren, dass es viele Probleme bei diesen schwerwiegenden Erkrankungen gibt, und diese gemeinsam angegangen werden müssen: von den Patienten, der Familie, und auch von Seiten der Ärzte. Die Patienten sollen mutig sein, viel nachzufragen. Es ist gut, wenn sie solche Chancen wie diesen Patiententag wahrnehmen und die Information, die sie hier bekommen, mit in ihren Alltag und auch mit in die Sprechstunde nehmen.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Dr. Heuser!

Autor: Cornelia Dietz
Stand: 11.11.09

  • Schriftgröße
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Transfusionen Newsletter
Patientenbroschüre
Patientenbroschüre
Mit diesem Ratgeber zum Download möchten wir Sie über die Hintergründe und mögliche Risiken einer Eisenüberladung informieren.
mehr
Transfusionspass
Transfusionspass
Der Pass hilft Ihnen, praktische Infos über Ihr Krankheitsbild und die wichtigsten Daten Ihrer Behandlung auf einen Blick zu erfassen.
Hier bestellen!
Sie befinden sich hier: