Wenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, ist meist auch eine Behandlung mit Eisenchelatbildnern notwendig. Wie bei jeder medikamentösen Therapie, können dabei Nebenwirkungen auftreten, die im Falle von Eisenchelatbildnern jedoch häufig von selbst abklingen.
Wenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen erhalten, ist meist auch eine Behandlung mit Eisenchelatbildnern notwendig. Eisenchelatbildner tragen dazu bei, überschüssiges Eisen aus Ihrem Organismus zu entfernen und so gegen die erhöhte Eisenkonzentration in Ihrem Körper vorzugehen. Das Ziel der Therapie besteht darin, Folgeerkrankungen zu verhindern, welche sowohl Ihre Lebensqualität als auch Ihre Lebenserwartung negativ beeinflussen können.
Wie bei jeder medikamentösen Therapie, kann es nach Einnahme von Eisenchelatbildnern zu Nebenwirkungen kommen. Häufig kommen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall vor. Doch kein Grund zur Beunruhigung: Die Beschwerden klingen normalerweise mit der Zeit von selbst ab.
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie nach Beginn Ihrer Therapie mit Eisenchelatbildnern gesundheitliche Probleme bei sich feststellen. Er kann beurteilen, ob es sich um Nebenwirkungen aufgrund der Therapie handelt, und wird Ihnen helfen. Unterbrechen Sie auf keinen Fall selbstständig die Therapie mit Eisenchelatbildnern und verändern Sie nicht nach eigenem Ermessen die Dosierung Ihrer Medikamente! Anpassungen der Behandlung kann und darf nur Ihr behandelnder Arzt vornehmen.
Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, wenn Sie Durchfall haben. Zudem sollten Sie auf Koffein, Milchprodukte, fettiges und ballaststoffreiches Essen verzichten, bis der Durchfall abgeklungen ist. Essen Sie häufig kleinere Mahlzeiten oder Snacks anstelle weniger großer Mahlzeiten. Wählen Sie außerdem salzhaltige Nahrungsmittel, um den Verlust an Salzen zu kompensieren.
Falls Sie Bauchschmerzen verspüren, kann es helfen, Wasser oder Kräutertees in kleinen Schlucken zu trinken. Essen Sie in diesem Fall ebenfalls keine schweren oder belastenden Speisen.
Bleiben die Beschwerden trotz der beschriebenen Maßnahmen bestehen, entscheidet der Arzt, was zu tun ist. In manchen Fällen wird er die Dosis für einen gewissen Zeitraum reduzieren. Auch eine zeitlich begrenzte vollständige Unterbrechung der Therapie oder der Umstieg auf ein anderes Präparat sind denkbar.
Häufig kommt es bei der Behandlung mit Eisenchelatbildnern zu einer rötlichbraunen Verfärbung des Urins. Keine Sorge - diese entsteht dadurch, dass der Körper vermehrt Eisen über den Urin ausscheidet und ist gesundheitlich völlig unbedenklich.
Die verschiedenen in Deutschland zugelassenen Eisenchelatbildner unterscheiden sich hinsichtlich ihrer möglichen Nebenwirkungen. Zusätzlich zu Magen-Darm-Problemen können im Zuge der Therapie folgende Beschwerden auftreten:
Diese Nebenwirkungen treffen nicht auf alle Eisenchelatbildner zu. Wie auf diese zu reagieren ist, entscheidet Ihr behandelnder Arzt. Teilen Sie ihm umgehend mit, falls Sie unter einem oder mehreren der beschriebenen Symptome leiden. Einige dieser unerwünschten Wirkungen kann Ihr Arzt dadurch begrenzen oder vermeiden, indem er die Behandlung neu auf Sie abstimmt. Nähere Informationen darüber, welche Nebenwirkungen bei dem von Ihnen angewendeten Präparat vorkommen können, finden Sie in der Packungsbeilage Ihres Medikaments.
Da es einige Nebenwirkungen gibt, die Sie selbst nicht unbedingt bemerken, sollten Sie Ihre Gesundheit regelmäßig beim Arzt kontrollieren lassen. Sehr selten führen Eisenchelatbildner beispielsweise zur Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder zur Erhöhung von bestimmten Nieren- und Leberwerten. Dies lässt sich nur durch ärztliche Untersuchungen, zum Beispiel anhand einer Blutprobe, feststellen. Halten Sie sich daher an die vereinbarten Kontrolltermine bei Ihrem Arzt.
Niedrigere Eisenwerte können das Risiko vermindern, dass Organschäden und daraus resultierende ernsthafte Erkrankungen auftreten. Die Therapie mit Chelatbildnern verfolgt das Ziel, diese Werte zu senken. Deshalb kann sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Ihre Gesundheit zu schützen.
Beobachten Sie Ihren Gesundheitszustand aufmerksam, gehen Sie zu vereinbarten Kontrolluntersuchungen und arbeiten Sie eng mit Ihrem Arzt zusammen. So tragen Sie dazu bei, dass Nebenwirkungen so früh wie möglich festgestellt werden und Ihr Arzt frühzeitig auf diese reagieren kann.