Therapietreue ist wichtig für den Therapieerfolg

14.07.2009

Eine gute Therapietreue (Fachbegriff Compliance) ist für den Erfolg Ihrer Therapie mit Eisenchelatbildnern von großer Bedeutung. Erfahren Sie, welche Aspekte die Therapietreue umfasst und warum sie einen so hohen Stellenwert besitzt.

Transfusionen_ComplianceFür den Erfolg Ihrer Therapie mit Eisenchelatbildnern ist eine hohe Therapietreue eine wichtige Voraussetzung. Doch was genau versteckt sich hinter diesem Begriff? Kurz erklärt: Sie weisen eine gute Therapietreue auf, wenn Sie sich genau an die mit Ihrem Arzt vereinbarten Therapieschritte halten, notwendige Untersuchungen wahrnehmen und sich bei Problemen und Fragen im Zusammenhang mit der Behandlung frühzeitig an Ihren Arzt wenden.

Für eine gute Therapietreue ist es wichtig zu wissen, warum Sie Ihre Medikamente einnehmen müssen und was bei der Einnahme zu beachten ist. Je mehr Sie über Ihre Therapie wissen, umso besser können Sie dazu beitragen, Ihre Eisenüberladung unter Kontrolle zu bekommen.

 

Was ist bei der Behandlung mit Eisenchelatoren zu beachten?

Ihr Arzt errechnet für Sie eine individuelle Medikamentendosis, die unter anderem Ihr Gewicht, den Grad Ihrer Eisenüberladung und die Häufigkeit Ihrer Bluttransfusionen berücksichtigt. Aus diesem Grund sollten Sie sich exakt an die verordnete Dosierung halten und niemals eigenmächtig die Menge der einzunehmenden Eisenchelatbildner verändern. Dies kann unter anderem zu erhöhten Eisenwerten sowie unnötigen Nebenwirkungen führen.

Unterbrechen Sie auch die Therapie mit Eisenchelatbildnern nicht selbständig. Diesen Schritt sollte nur Ihr behandelnder Arzt verordnen. Dies gilt auch, wenn Sie Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Therapie feststellen. Sprechen Sie in diesem Fall kurzfristig mit Ihrem Arzt über das weitere Vorgehen.

Versuchen Sie, die Einnahme Ihrer Medikamente in Ihre gewohnte Tagesroutine einzubauen. So sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Medizin nicht vergessen. Auch ein Wecker bzw. ein Handy oder eine Uhr mit Alarmfunktion können Ihnen helfen, sich an die Einnahme zu erinnern.

Für eine unterbrechungsfreie Behandlung ist es auch wichtig, immer eine ausreichende Menge an Medikamenten vorrätig zu haben. Besorgen Sie sich deshalb rechtzeitig Ihr Rezept - insbesondere vor Urlauben oder langen Wochenenden. So kommt es zu keinen Engpässen.

 

Wie werden Eisenchelatbildner angewendet?

Wie Eisenchelatbildner angewendet werden, lässt sich nicht pauschal beantworten, da sich die verschiedenen Präparate in dieser Hinsicht unterscheiden. Generell ist es wichtig, sich an die Hinweise zu halten, die in der Packungsbeilage angegeben sind - es sei denn, Ihr Arzt hat mit Ihnen eine abweichende Handhabung vereinbart. Wenn Sie sich an diese Vorgaben halten, leisten Sie einen weiteren wichtigen Beitrag dazu, dass sich stets ein therapierelevanter Wirkstoffspiegel in Ihrem Blut befindet.

 

Warum ist eine gute Therapietreue so wichtig?

Eisenchelatbildner tragen dazu bei, überschüssiges Eisen aus Ihrem Organismus auszuscheiden und so die transfusionsbedingte Eisenüberladung zu bekämpfen. Jedoch können sie diese Aufgabe nur wie gewünscht erfüllen, wenn Sie sich an die Einnahmemodalitäten Ihres Eisenchelatbildners halten. Erst die regelmäßige und fachgerechte Einnahme der verordneten Dosis bewirkt, dass sich der Wirkstoffspiegel in Ihrem Blut kontinuierlich in einem Bereich bewegt, in dem das Medikament optimal wirken kann.

 

Kontrolluntersuchungen

Die regelmäßige ärztliche Kontrolle ist ein wichtiger Baustein Ihrer Therapie mit Eisenchelatbildnern. Nehmen Sie deshalb kontinuierlich an den vereinbarten Untersuchungen teil - schließlich geht es um Ihre eigene Gesundheit. So kann Ihr Arzt feststellen, wie gut die Behandlung bei Ihnen wirkt, und kann die Therapie an Ihre gesundheitliche Situation anpassen. Ein weiterer positiver Effekt der regelmäßigen Untersuchungen besteht darin, dass Ihr Arzt Organschädigungen bereits frühzeitig feststellen und entsprechende Therapieschritte einleiten kann.

Das Tückische an einer Eisenüberladung ist, dass Sie sie zunächst nicht bemerken. Erst wenn sich das Eisen in den Organen (z. B. Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse) abgelagert hat, können erste Beschwerden auftreten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Organe aber bereits geschädigt bzw. nicht mehr voll funktionsfähig. Dies macht es dringend erforderlich, dass Sie regelmäßig an den vereinbarten Kontrolluntersuchungen teilnehmen.

Quellen: Patientenbroschüre: Ein Leben mit Eisenüberladung unter
http://www.leben-mit-transfusionen.de/service/infomaterial.html
Stand: 26.06.09
Autor: Dr. med. Martina Waitz (dr.waitz | medproduction)

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