• Schriftgröße

Eine Chelattherapie verlängert das Gesamtüberleben

09.07.2008

Eine konsequente Chelattherapie verlängert das Überleben von MDS-Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung deutlich. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler nach Auswertung einer Langzeitstudie.

ZufriedeneheitMenschen, die auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen sind, können eine Eisenüberladung entwickeln. Zu der Risikogruppe zählen auch Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS). Eine Überladung des Körpers mit Eisen wirkt sich dabei schädlich auf die inneren Organe und ihre Funktion aus. Wie wichtig die Behandlung für die betroffenen Patienten ist, haben Wissenschaftler um Christian Rose nun auf dem Jahrestreffen der "American Society of Haematology" vorgestellt. Die hier vorgestellten Daten zeigen, dass eine Chelattherapie mit Eisenchelatoren das Gesamtüberleben von MDS-Patienten deutlich steigern kann.

An der Untersuchung zur Chelattherapie nahmen 165 MDS-Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung teil. Die Mehrzahl der Studienteilnehmer befand sich in einem Frühstadium der myelodysplastischen Erkrankung, bei dem das Risiko für einen schweren Verlauf als gering bis mittelschwer eingestuft wird. Ein Teil der Patienten erhielt eine Chelattherapie für mindestens 6 Monate, der andere Teil bekam keine Chelattherapie. Die Studienautoren unterstreichen, dass die Therapie mit Eisenchelatoren die Überlebensdauer mehr als verdoppeln kann. Damit ließ sich eine Lebensverlängerung durch Chelattherapie, die bisher nur bei Patienten mit Thalassämie (Mittelmeeranämie) nachgewiesen wurde, nun auch erstmals für eine große Gruppe von Patienten mit verschiedenen Formen von MDS und transfusionsbedingter Eisenüberladung bestätigen.

 

Konsequente Einnahme der Eisenchelatoren wichtig für Erfolg der Chelattherapie

Ziel der Chelattherapie ist es, das überschüssige und auf Dauer gewebeschädigende Eisen, das sich bei chronischer Transfusionsbedürftigkeit zwangsläufig anhäuft, aus dem Körper zu entfernen. Damit der Patient auch wirklich von der lebensverlängernden Chelattherapie profitiert, ist seine konsequente Mitarbeit unerlässlich. Viele Patienten empfinden die oftmals lange Behandlungsdauer und die aufwendige Handhabung einiger Medikamente jedoch als so belastend, dass sie die Chelattherapie trotz gesundheitlicher Nachteile unterbrechen. Moderne Präparate sind hingegen einfacher anzuwenden, können z.B. einmal täglich als Tablette eingenommen werden und haben eine lang anhaltende Wirkung. Durch die regelmäßige Einnahme der Eisenchelatoren kann der Eisenwert auf ein normales Niveau gesenkt werden.

 

Quelle: Nach Informationen von der Fachzeitschrift Blood, 2007
Autor: SL
Stand: 09-07-2008

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Patientenbroschüre
Patientenbroschüre
Mit diesem Ratgeber zum Download möchten wir Sie über Hintergründe und mögliche Risiken einer Eisenüberladung informieren.
mehr
Transfusionspass
Transfusionspass
Der Pass hilft Ihnen, praktische Infos über Ihr Krankheitsbild und die wichtigsten Daten Ihrer Behandlung auf einen Blick zu erfassen.
Hier bestellen!