• Schriftgröße

Verschiedene Anämieformen erfordern regelmäßige Transfusionen

26.09.2008

Neben dem myelodysplastischen Syndrom (MDS) gibt es noch weitere Formen der Blutarmut (Anämieformen), die regelmäßige Bluttransfusionen notwendig machen.

ArztEine Reihe von Krankheiten kann dazu führen, dass die Produktion von Blutzellen im Knochenmark gestört wird. Einige von ihnen werden mit regelmäßigen Bluttransfusionen behandelt, die wiederum Auslöser für eine lebensgefährliche Eisenüberladung des Körpers sein können.

 

Aplastische Anämie

Bei der sogenannten aplastischen Anämie produziert das Knochenmark zu wenig Blutzellen, da die funktionsfähigen Knochenmarkszellen durch Fettzellen verdrängt werden. Mediziner unterscheiden angeborene Anämieformen, z. B. die sogenannte Fanconi-Anämie, von Formen der aplastischen Anämie, die durch äußere Einflüsse ausgelöst werden. Hierzu gehören unter anderem Strahlenschäden, die Einwirkung bestimmter Chemikalien (vor allem Benzol), Nebenwirkungen einiger Arzneimittel und Infektionen mit bestimmten Erregern, beispielsweise Hepatitis-Viren.

Anzeichen der Anämieform aplastische Anämie, die von den Betroffenen als erstes bemerkt werden, sind oftmals Nasen- und Zahnfleischbluten sowie eine Neigung zu blauen Flecken auch bei kleineren Stoßverletzungen. Dies kommt dadurch zustande, dass die für die Blutgerinnung benötigten Thrombozyten (Blutplättchen) nicht in ausreichender Zahl gebildet werden, wodurch das Blut weniger leicht gerinnt, also „flüssiger" wird. Solange keine Stammzell- bzw. Knochenmarkstransplantation von einem blutsverwandten Spender möglich ist, sind Patienten mit aplastischer Anämie auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen. Einer gesundheitsschädlichen Eisenüberladung infolge regelmäßiger Transfusionen kann durch die Gabe von Eisenchelatoren vorgebeugt werden. Die aplastische Anämie ist in Europa zum Glück eine seltene Erkrankung.

 

Pure Red Cell Aplasia als Anämieform der Erythrozyten

Im Gegensatz zur aplastischen Anämie ist bei der Pure Red Cell Aplasia (PRCA) nur die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gestört. Diese sind für die Sauerstoffversorgung des Organismus zuständig. Ein Mangel führt daher zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und verminderter körperlicher Belastbarkeit. Die Behandlung kann durch regelmäßige Bluttransfusionen und begleitende Therapie mit Eisenchelatoren erfolgen.

 

Knochenmarkfibrose

Einen Umbau der Struktur des Knochenmarks in Bindegewebe bezeichnet man als Knochenmarkfibrose bzw. Osteomyelofibrose (OMF). Der Auslöser dieser Veränderung ist in der Regel eine entartete Stammzelle, die sich unkontrolliert teilt. Das veränderte Knochenmark vermag nicht mehr in ausreichender Menge für die Blutbildung zu sorgen, was andere Organe wie die Milz dazu veranlasst, diese Aufgabe (mit) zu übernehmen und sich dabei zu vergrößern. Da die außerhalb des Knochenmarks gebildeten Blutzellen nicht so funktionsfähig sind, leiden die Patienten unter den bekannten Beschwerden einer Blutarmut wie Müdigkeit und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit.

 

Bluttransfusionen - Segen und Belastung zugleich

Alle geschilderten Anämieformen haben die Gemeinsamkeit, dass sie zu Blutbildveränderungen führen, die durch die regelmäßige Gabe von Bluttransfusionen behandelt werden können. Auch wenn diese Blutübertragungen die Beschwerden der Patienten lindern und ihnen unter Umständen das Leben retten, verbindet sie doch auch der Nachteil, dass sich das dabei übertragene Eisen im Körper anreichert und über kurz oder lang zur Gefahr für den Organismus wird. Mithilfe von Eisenchelatoren kann das überschüssige Eisen jedoch wieder aus dem Körper entfernt werden.

 

Quelle: Nach Informationen von Dietl, M. et al.: Harrisons Innere Medizin. 16. Auflage (2005); Herold, G.: Innere Medizin. Auflage 2007; Reuter, R.: Springer Lexikon Medizin (2004).

Autor: am
Stand: 26-09-2008

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Patientenbroschüre
Patientenbroschüre
Mit diesem Ratgeber zum Download möchten wir Sie über Hintergründe und mögliche Risiken einer Eisenüberladung informieren.
mehr
Transfusionspass
Transfusionspass
Der Pass hilft Ihnen, praktische Infos über Ihr Krankheitsbild und die wichtigsten Daten Ihrer Behandlung auf einen Blick zu erfassen.
Hier bestellen!
Sie befinden sich hier: