Sowohl erworbene Erkrankungen als auch erblich bedingte Stoffwechselstörungen können zu einer Überladung des Körpers mit Eisen führen. Obwohl die zugrunde liegenden Störungen des Eisen-Stoffwechsels sehr unterschiedlich sind, bleiben die Folgen der Eiseneinlagerung nahezu gleich.
Mit großem Abstand sind wiederholte Bluttransfusionen die häufigste Ursache einer erworbenen Eisenüberladung. Jede Blutkonserve enthält etwa 200 - 250 mg Eisen, das im roten Blutfarbstoff der übertragenen Zellen gebunden ist. Werden die übertragenen Blutzellen am Ende ihrer Lebensspanne abgebaut, wird dieses Eisen freigesetzt.
Da der Körper keine Möglichkeit besitzt, Eisen aktiv auszuscheiden, wird das freigesetzte Eisen zunächst in spezielle Eisenspeicher eingelagert. Deren Fassungsvermögen ist jedoch begrenzt. Während einige wenige Bluttransfusionen dem Körper noch keine Probleme bereiten, ändert sich das, wenn wiederholt Übertragungen erforderlich werden. Bereits nach 20 bis 30 Blutübertragungen kann es zur Überladung des Organismus mit Eisen kommen.
Wiederholte oder sogar regelmäßige Blutübertragungen werden in der Regel bei solchen Formen von starker Blutarmut erforderlich, die mit einer fehlerhaften Bildung der roten Blutkörperchen oder des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin einhergehen.
Beispiele für Erkrankungen, die derartige Formen von Blutarmut auslösen können, sind:
Bei einigen Lebererkrankungen kann es zu einer vermehrten Einlagerung von Eisen in das Organ kommen. Obwohl der Körper insgesamt nicht unbedingt von einer Eisenüberladung betroffen ist, können sich dann in der Leber große Mengen Eisen ansammeln und zu schwersten Schäden führen.
Es ist zwar prinzipiell möglich, durch eine falsche Ernährungsweise eine Eisenüberladung des Körpers herbeizuführen. Dazu bedarf es jedoch extremer Ernährungsgewohnheiten. Derartige Fälle sind ausgesprochen selten.
Die Aufnahme von Eisen in den Körper und der Eisenstoffwechsel im Organismus sind von einer Vielzahl von Steuermechanismen abhängig. Treten Veränderungen an denjenigen Teilen des Erbguts auf, in denen die Bauanleitungen dieses Steuerwerks gespeichert sind, kann eine Eisenüberladung die Folge sein.
Inzwischen ist eine große Zahl von derartigen Erbgutveränderungen bekannt. Die auf ihnen beruhenden Eisen-Stoffwechselstörungen werden als Eisenspeicherkrankheiten bezeichnet. Die häufigste ist die so genannte hereditäre Hämochromatose (HHC; sinngemäß: „erbliche Blutfarbstoffkrankheit"). Sie betrifft etwa fünf Mal so viele Männer wie Frauen. Auslöser der Eisenüberladung ist eine auf den zwei- bis dreifachen Wert gesteigerte Eisenaufnahme aus dem Darm.
Andere Eisenspeichererkrankungen weisen die Besonderheit auf, bereits im frühen Erwachsenenalter zu einer schweren Eisenüberladung zu führen oder gehäuft unter Afrikanern aufzutreten.
Die ursächlichen Erbgutveränderungen können sowohl von den Eltern ererbt sein als auch spontan entstehen. Je nach Art der Erbgutveränderung besteht für die Betroffenen ein unterschiedlich großes Risiko, die Erkrankung an eigene Nachkommen weiterzureichen.